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Wednesday, February 1, 2012

Durch den Wind



Im wahrsten Sinne des Wortes.

Werde mich jetzt nicht im Detail dazu auslassen, weil ich so genervt bin, dass es eh nur ein Geschwurbel werden wuerde, das ich wieder loeschen muesste.

Ende Dezember ging es mir gut. Jetzt ist der erste Februar, und gestern hat mein MS Doc festgestellt, dass sich mein Gleichgewicht verschlechtert hat. Ich torkele. Wahrscheinlich brauche ich bald einen Gehstock. Ich haette Dutzende von MS Herden, ueber das ganze Hirn verteilt und das Genick auch. Obwohl im Moment keine davon aktiv waeren, Jedenfalls nicht Mitte Nov., wo ich mein letztes MRT hatte.

Ende Dezember nach nur ein paar Tagen weg vom Saftladen, fuehlte ich mich wie ein Mensch. Jetzt - heute - bin ich voll ausgerastet. Zweimal. Ploetzlich und unerwartet. Erst bei der Arbeit, als ich ueber die sieben Ventilatoren schrie, wenn das jetzt in einem Buero von einem Wichtigen passiert waere, dann haetten sie sich den Arsch aufgerissen, das schnellstmoeglich zu beseitigen mit dem Wasserschaden und dem Brandgeruch. Ein Wichtiger haette sie naemlich verklagt. Der haette naemlich nicht 3 Tage lang da gesessen mit 7 Ventilatoren, wo man sein eigenes Wort nicht hoeren kann, die Papiere rumfliegen, und man ueber die ganzen Vents den ganzen Tag klettern muss mit MS noch dazu. Und dabei volle Leistung erwartet wird. Und mir schon den ganzen Tag das Genick schmerzt von dem staendigen Wind und der Schallbelaestigung.

Aber die kleinen Sachbearbeiter, die beklagen sich ja nicht, die sind so dankbar, einen Job zu haben. Betretenes Schweigen. Die Schachteln halten nicht zu der Irren, die die Wahrheit spricht. Too close to home.

Das zweite Mal bin ivh in der Apotheke ausgerastet, weil man mir vermittelt hat, dass die Meds, die meine MS-bedingte Konzentrationsschwaeche staerken sollen, nicht von der Versicherung gedeckt sind. Die koennen mich alle mal. Die Zmutungen sind einfach nicht mehr zu ertragen. Ich bin wohl nicht besonders wichtig. Sonst waere es doch nicht jedem so scheissegal, dass ich auf dem Zahnfleisch krieche. Leckt mich doch alle am Arsch.

Ich haue mir jetzt ein paar Bierchen hinter die Binde. Darf ich eigentlich nicht, obwohl meine Leber-und alle anderen Werte immer gut sind. Das wird ja jetzt alles regelaessig gecheckt. Aber Alk vertraegt sich nicht mit der Chemie, die ich monatlich eingefloesst bekomme wegen der MS. Was ficht's. Wenn ich verrecke, wird's kein grosser Verlust fuer die Welt sein. Wer wird mich schon vermissen. Die koennen dann ihre Haz Mat Masken aufsetzen und mich in den ruinierten Teppichboden wickeln und in den East River schmeissen wie ein Mob Hit.

Prost.

Tuesday, January 3, 2012

Vom Urologen um die Ecke gebracht, Happy New Year'S, und andere Alltagstragoedien

Bis Mittag 8 (acht) "Happy New Year'S" von Frau Zipperlein.

Vor zehn ein Anruf von Muttern, der ein Rundumschlag gegen mich war indem sie sich allerdings mit EINER Sache ueberschlagen hat: Laut einer angeheirateten Tante (eine wohlbekannte Giftschlange der gefaehrlichsten Art, die ihr Gift unter dem Deckmantel der "Anteilnahme" herumtraegt - Muttern hat sie frueher deswegen gehasst, aber heute kriecht sie ihr seit Jahren in den Arsch) ist der Ex Mann ihrer adoptierten Tochter (echt - das KANN man gar nicht erfinden) an MS gestorben. Der haette aber schon ganz schlimm "getorkelt" und waere zum Schluss im Rollstuhl gesessen. Allerdings noch "nicht so alt". An seinem Todestag waere er vorher "noch beim Urologen gewesen", und dann zu Hause auf einmal gestorben. Details habe ich keine erfragt und auch nicht bekommen ausser "was DER (Urologe) da wohl mit dem armen Mann GETRIEBEN hat!" (O-Ton von Muttern). (Armer Mann???!!! Hae? Das letzte Mal wo der erwaehnt wurde, war er ein Polygamist, ein "Heiratsschwindler", Schlaeger, und Saeufer. Die drehen sich's, wie's ihnen gerade passt. Das nur nebenbei.) Meinen Einwurf, dass der doch sicher an was ganz anderem gestorben waere und halt zufaellig nebenher auch noch MS hatte, hat sie ignoriert und einfach weitergebabbelt. War ihr wohl zu positiv, und in Positivem will sie mich nicht auch noch bestaetigen das waere ja noch schoener.... :/ :(((

Die anderen Details des heutigen Telefonats mit Muttern erspar ich mir. Albtraeume soll man nicht freiwillig noch mal durchleben. Allerdings ist jetzt jeder Zweifel beseitigt, dass ich mit BEIDEN Seiten meiner Familie (also auch Mutter, nicht nur Vattern) den Kontakt abbrechen muss - aus reinem Selbstschutz.

Dabei sagen meine ganzen bisherigen Infos, dass man an MS nicht sterben kann. Nun habe ich Angst. Danke Muttern. Danke Giftschlange Helga. Danke Muttern, dass du Giftschlange Helga's Gemeinheiten glaubst und ernstnimmst und mir unter die Nase reibst. Danke.

Im Moment haette ich nix dagegen, wenn dieses Jahr die Apokalypse stattfindet. Viel ertraeglicher, als wenn ich alleine gehen muss. Wenn gleich die ganze Welt mit weg geht, dann ist die Vorstellung nicht so schlimm. Da ist wenigstens keiner da, der einem posthumously die Menschenwuerde raubt mit schleimigem "Mitleid", wenn man sich nicht mehr wehren kann. Weg mit der ganzen Welt. Wenn ich gehe, gehen besser alle mit. Kein grosser Verlust. Wie sagt Kirsten Dunst in "Melancholia": "The earth is evil. No one is going to miss it." Recht hat sie ... "Justine" soll zwar schwer depressiv sein. Dann bin ich es wohl auch, denn diesem Statement gebe ich aus voller Brust (oder wie all die bloeden dt. ausdruecke heisssen) Recht. Whatever. Der naechste Urologe kommt bestimmt. Vielleicht reicht auch ein intensiver Blick der Giftspritze Helga um einen umzulegen. Und dann den Urologen beschuldigen, schon klar. Ich schreibe jetzt Quatsch, was solls.

Das sind meine Gedanken zum neuen Jahr am 3. Januar. Sogar heute morgen ging es mir noch gut genug, dass ich einem Bettler Geld gegeben habe mit dem Vorsatz, dieses Jahr ein besserer Mensch zu sein. Dann ist Frau Z. in ihren Happy New Year'S Schreikrampf ausgebrochen. Und Muttern hat angerufen.

Nun bin ich wieder bedient.

:/

Tuesday, January 4, 2011

Tote Seele

Lohnt es sich wirklich dieses "Leben" zu retten? IST das ueberhaupt (noch) ein "Leben"? Wie quirlig und spritzig und selbstbewusst und selbstverstaendlich-anspruchs-denkend war ich noch vor 15 Jahren. Vor 10 Jahren sogar, obwohl die Situation schon dieselbe war. Wie kindlich. Wie vertrauend, dass jeder es gut mit mir meint. Warum will ich mir die einzige kleine Freude noch nehmen? Tot bin ich eh schon.

Dieser Tage nehme ich es sogar dankbar auf, wenn jemand aus reinem Mitleid wie ein Mensch zu mir ist. Auch wenn es noch so erkennbar ist. Jedes Fitzelchen Menschlichkeit ist besser als gar nix. Und weil jemand intelligent und einfuehlsam genug war, zu erkennen, wie ich auf dem Zahnfleisch krieche, und wie deprimiert ich bin.

Nachtrag eine Std. spaeter: Jetzt bin ich wieder aufgeheitert. Glueckshormone wurden durch Traenen lachen am Schreibtisch ausgeschuettet. Das Abo hat sich wirklich gelohnt. Danke, Howard Stern. Danke fuer deine "Geschmacklosigkeiten", die fuer Menschen wie mich massgeschneidert sind. Danke, danke. :DDDD