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Thursday, December 16, 2010

Ausgenutzt von Frau Zipperlein

Ich hasse die Person mit ihren verfluchten Arztterminen. Immer vor der Deadline laesst sie mich alleine haengen. Immer. Jeden Monat, und jetzt auch noch am Jahresende, ein Riesen-Abschluss fuer die Finanzabteilung, der ich leider angehoere. Heute will ich nicht spaet bleiben, ich kann nicht, ich will nicht, ich kann nicht mehr. Ich zerbreche. Heute gehe ich puenktlich. Wie kann die einen Arzttermin machen, wenn sie genau weiss, IM VORAUS, was Sache ist!!!!!!!!!!!!!!

Seit November, mal gucken: Fussarzt, Augenarzt, Zahnarzt, allgemeines Checkup, Krebsnachsorge (nach 4!!!!!!!!!!!!!!!!!!! [Korrektur: Im kommenden Maerz FUENF!!!!!!!!!!!!!!!!] Jahren noch alle 3-6 Monate!), Mammographie. Die ist doch nicht ganz dicht. Jetzt wurde mir schon wieder was hingeklatscht. Wem mach ich was vor. Ich werde bleiben muessen. Den einzigen Arzt, den die wirklich braucht - DEN PSYCHIATER - das ist der einzige, zu dem sie leider nicht geht.

Ich will auch mal wieder was von meinem Abend haben. Wenn ich so ein ehrgeiziger Angestellter waere, waere ich ins Management oder so was gegangen, da gehoert einem auch keine Freizeit mehr.

1 std. spaeter: Jetzt werde ICH auch noch angemotzt, dass die immer blau macht. "Dass IHR immer nicht da seid. IHR IHR IHR "you guys". Dabei bin ich immer da. Nur einmal ganz selten spiele ich einen Tag krank, dann brauche ich es aber auch wirklich. Wie am Montag. (Montag war auch teilweise Rache, weil SIE mich letzte Woche zweimal ungeplant hat haengen lassen, solche Spielchen kann ich auch spielen.)Da hat vorhin eine gesehen, wie uebewaeltigt und gestresst ich bin, gemerkt, dass ich alleine da bin, und anstatt es an der nicht vorhandenen Quelle auszulassen, dann halt an mir, dem Opfer. IHR IHR DASS IHR immer nicht da seid. Geht's noch.

Dreiviertel sieben: Die Putzfrau, die gerade mit ihrem vollen Waegelchen hier durch wandelt, gibt mir mal wieder Giftblicke. Die muss naemlich immer warten, bis man weg ist, bevor sie die Muelleimer an Schreibtischen entleeren darf. (Stoere nicht die wichtigen Schreibtischleute - was fuer ein Hohn! DIE haben Gewerkschaft, sind besser abgesichert, als wir!) Gestern abend hatte sie stundenlang ihre Runden gedreht... ich wollte ihr meinen Muelleimer anbieten, aber Frau Z. ist so merkbefreit, die hat das gar nicht mitbekommen, die denkt nicht mit. Die Putzfrau haette also trotzdem warten muessen, eine weitere Stunde herumwandeln muessen, bis sie Frau Z.'s einsamen Muelleimer leeren kann. Heute abend habe ich ihr meinen Muelleimer gegeben, und sie hat sich darueber gefreut, sich tausendmal bedankt. Erleichtert, dass sie nicht noch mal irgendwann spaeter vorbeikommen muss. Ich Gutmensch, ich.

Wie duemmlich-merkbefreit Frau Z. ist, durfte ich dann auch noch felststellen, als wir gestern abend den Firmen-Wagen Service anriefen, um nach Hause gefahren zu werden. Ich war stundenlang "on hold" (deutsch?? Geistesblitz Stunden spaeter: WARTESCHLEIFE!)), Frau Z. kam sofort durch, musste nicht warten am Telefon. Obwohl sie NACH mir anrief. Dann wartete ihr Wagen schon vor der Tuer, sie tanzt in die Nacht, "tschuess bis Freitag". Es wird einem eine Nummer zugeteilt, die der Fahrer dann prominent im Seitenfenster auf einem Schild aufzeigt. (Vor diesen Fahrern ist mir meine - aeh, etwas urige Nachbarschaft immer peinlich, weil die an ganz anderes gewoehnt sind. Aber Hauptsache in MANHATTAN, bei Gott, und nicht in Queens, wie Frau Z. Die kitschigen, bunt blinkenden Weihnachtsdekorationen in vielen Fenstern, als wir uns meiner Wohnung naehern, lassen mich bald im Boden versinken vor Peinlichkeit.)

Ich durfte also gestern abend noch eine halbe Stunde in der klirrenden Kaelte stehen, bis mein Wagen kam. Obwohl ich zuerst angerufen hatte. VOR Frau Z.

Ich hasse die Person. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie ich die hasse.

Jetzt, wo alle weg sind, ist es schoen ruhig. Und jetzt bin ich froh, dass sie nicht da ist mit ihrem duemmlichen Geplapper. Nur eine Managerin ein paar Tueren weiter ist noch da. Wie jeden Abend. Ihr Leben ist ihr Job. Nicht fuer das hoechste Gehalt der Welt wuerde ich so "leben" wollen.

O.K., ich versuendige mich mal wieder, indem ich mich ueber SCHEISSE aufrege. Aber herrjeh, man wird doch mal Dampf ablassen duerfen. Wahlweise Flammen. ^^

Thursday, September 9, 2010

Erholungspause

Ab naechster Woche hat Frau Z. zwei Wochen Urlaub. Obwohl das mehr Arbeit fuer mich bedeutet, kann ich es kaum erwarten. Ruhe. Ach, wie freue ich mich auf die Ruhe.....

Friday, March 5, 2010

Seltsam und ungewoehnlich

Heute hatte ich einen guten Tag auf der Arbeit.

Ja, das habe ich wirklich gerade geschrieben. Da steht es. Schwarz auf weiss. Oder grau auf giftgruen. Wie dem auch sei.

Heute wurde der Grossteil unserer Abteilung zwangsversammelt, am fruehen Morgen zusammengetrommelt. Nicht zu einem oeffentlichen Auspeitschen^^, sondern fuer ein Sonderprojekt. Ein langweiliges, seelenabtoentedes Sonderprojekt. Das auch am Montag noch weitergehen wird. Wir mussten/muessen uns muehselig durch zig Kartons von Akten vom letzten Jahr wuehlen, um festzustellen, wie viele Taxis und Firmenwagen benutzt wurden. Und das alles im Detail dokumentieren. Weil irgendwelche hoehere Instanzen die Umweltfreundlichkeit (oder Sauigkeit) der Firma feststellen wollen. Ich musste Ueberstunden machen, und kam erst um 9 Uhr heim. An meinen Schreibtisch und Computer konnte ich den ganzen Tag nicht. E-mails? Normale taegliche Pflichten und Routinen? Vergessen, ignorieren. Alles fallen lassen. Denn... das hier ist jetzt wichtiger. (Chef sagt, dafuer koennen wir uns bei Al Gore bedanken, denn der hat das mit der Umweltfreundlichkeit irgendwann in Bewegung gesetzt, und Firmen muessen sich daran halten, sonst bekommen sie Haue, oder verlieren zumindest Kunden.)

Was ist DARAN jetzt so gut, so eine Dreckarbeit machen zu muessen, fragt sich der aufmerksame Leser. Das hier:

Wir wurden in Gruppen eingeteilt, und ich war in einer Gruppe mit verschiedenen Leuten aus der weiteren Abteilung. In einem Konferenzzimmer, einem Eckzimmer, mit viel Sonnenlicht und toller Aussicht *winkeandasEmpireStateBuilding*. Und hier kommt der wirklich gute Teil: Es war eine Gruppe von Leuten, mit denen ich zwar entfernt zusammenarbeite, aber nicht wirklich regelmaessige Beruehrungspunkte habe. Bunt gemischt. Alt, jung, maennlich, weiblich. Und.... WEDER FRAU ZIPPERLEIN, NOCH G., NOCH K. ... WAREN IN MEINER GRUPPE. Die waren alle so weit entfernt, dass man sie noch nicht mal hoeren konnte.

Nun ist das eine Scheiss Arbeit, die wir da innerhalb kuerzester Zeit erledigen muessen. Aber das ist nicht so schlimm, DENN ICH WAR MAL MIT ANDEREN LEUTEN ZUSAMMEN. Leuten, mit denen man normal reden kann, Witze reissen kann, sich ueber die veraenderte Firmenkultur intelligent austauschen kann. Und das von 10 Uhr frueh bis halb neun abends. Je langweiliger und nervenaufreibender das Projekt wurde, umso mehr wurde meine Kreativitaet angekurbelt (komisch, ne?) Meine frechen Beobachtungen wurden gehoert, verstanden, belacht, und Ernstes wurde auch nicht selten angesprochen. Ich fuehlte mich angenommen, aufgehoben, wahrgenommen. Es gibt dort wirklich einige Leute, die KLASSE sind, nur bemerke ich das in meinem normalen Alltag nicht, weil ich in der Schlangengrube sitze, und mit diesen Coolen leider wenig zu tun habe. Ich habe sogar meine Meinung ueber ein oder zwei Personen geaendert, weil sie sich ploetzlich im semi-privaten Raum ganz anders gaben, als man taeglich so mitbekommt. Wenn Frau Z. oder G. in der Gruppe gewesen waeren, haetten sie nichts geschnallt, und alles verdorben. Aber die waren weit weg. WEIT. WEG.

Am Abend fuehle ich mich so wohl und entspannt und selbstbewusst, wie schon lange nicht mehr nach einem Arbeitstag. Der Arbeitstag FLOG nur so vorbei, was seltsam ist, wenn man bedenkt, dass er ca. 4 Stunden laenger dauerte, als ein "normaler" Arbeitstag. Andere Routine, andere Leute, andere Umgebung. Das ist alles, was ich brauche. Es liegt nicht an mir - mal wieder bestaetigt. Ohne Frau Z. und Co. geht es mir gut. Sogar im Job. Auch wenn das "Projekt" an sich potentiell Scheisse und seelenabtoetend ist. Das habe ich naemlich in der Gesellschaft von intelligenten Leuten gar nicht mehr gemerkt.

Ich freue mich schon auf Montag, und die Zusammenarbeit mit diesen Leuten. Dafuer werde ich mir spaetestens am Mittwoch wieder den Strick nehmen wollen werden. Es ist nur temporaer, das Gute. Aber ich geniesse es, solange es anhaelt.