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Friday, July 22, 2011

Ich Ich Ich

DARUM erzaehle ich meiner Familie nichts. DARUM erzaehle ich Vattern nicht, dass ich MS habe. DARUM wird er auch nicht erfahren, dass mich seine Mail krank zu Hause angetroffen hat. Weil ich wegen der Hitze und Schwuele hier gestern nach 2 Std. von der Arbeit nach Hause musste, weil die MS angefangen hat, verrueckt zu spielen. Schwindel, Kribbel, Uebelkeit. Soll ja alles normal sein wenn's zu heiss wird. DARUM sage ich ihm nicht, dass ich im Moment nur daheim vor dem Air Conditioner herumliegen kann, flach auf dem Ruecken, um mich einigermassen wie ein Mensch zu fuehlen.

DARUM.

DAS ist die Mail in ihrer Gesamtheit:

Hallo Susanne und***
mein neues Buch wurde Anfang des Monats vorgestellt. Ich schicke Euch zwei Zeitungsausschnitte als Anhang. Es gab auch Radiointerviews und zwei, drei weitere Zeitungen haben davon berichtet. Wenn die Ausschnitte vergrößert werden, kann man sie lesen. Susanne, ***[Frau] hat Dir vor ungef. einer Woche etwas "Geburtstagsgeld" geschickt. Und ein Buch haben wir auch geschickt. Das zweite "***päckchen" ist auch unterwegs. Melde Dich doch mal wann die Sachen angekommen sind. Sonst ist bei uns noch alles beim Alten. Nachdem das Buch fertig ist, bin ich endlich wieder dabei den Garten in Ordnung zu bringen. Alles zugewachsen. Muss einen Container bestellen. Wegen des Buchs konnte ich zwei Jahre lang nur das Nötigste machen. Ich schreibe noch ein bisschen für die Zeitung, und im Hinterkopf habe ich schon wieder ein neues Projekt. Das wäre dann mein 7. Buch. Nur schade, dass man nicht reich damit wird. Wenn ich davon leben muesste, wäre ich ein armer Teufel. Die Grafik, der Druck und die Bindung des neuen ***[staedtische Organisation die Objekt des Buchs ist]-Buchs haben über 20.000 Euro gekostet. Die *** hat das alles finanziert. Für mich bleibt das Ganze nur ein Prestigeobjekt. Wenn die *** wieder auf ihre Kosten gekommen ist, bekomme ich vielleicht ein paar Euro. Scheisse, für zwei Jahre Arbeit. Ich lasse mich aber nicht unterkriegen und kritzle weiter.
Also lass etwas hören von Euch!


So war er schon immer.

DARUM (hab ich schon DARUM erwaehnt??)

PS. Nein, Krankheitsgeschichten will der keine hoeren. Ich ja auch nicht, es sei denn, es geht mich selbst. Frage mich nur, wo ich DAS herhabe... :-D

Tuesday, July 19, 2011

Welcome home, Susan


Hallo, Big Appel the Reality Show. Hallo. Ich bin wieder da. Aus Hollywood zurueck. Zurueck im Big Appel, wo man den Ausdruck "Big Aeppel" hasst (bitte diese Tatsache beachten, wenn man als New York-Kenner herueberkommen will, und welcher Tourist will das nicht...).

Hier bin ich, wie erwartet, wieder. In diesem New York, wo einem die Schwuele die Luft abdrueckt, und einem das eh schon dezente Make-up in Baechen vom Gesicht schwitzt, bevor man ueberhaupt das Haus verlassen hat. Oder nehmen wir mal das andere Extrem: Hier fliegen keine weichen, romantischen Schneeflocken vorm Fenster, wo ansonsten der Vorhang immer in einem sanften Lueftchen weht (SJP mal wieder), also wie im Hollywood New York. Im Hollywood-NY, wo man NIE glitschige, festgefrorene Schneeberge am Strassenrand sieht, geschweige denn ueber selbige unbeholfen klettern muss, was nicht ohne peinliches Ausrutschen oder Einsinken bis zur Huefte moeglich ist. Nein. Das gibts nicht im Hollywood NY. Und auch nicht in den beruehmten Touristengebieten in Midtown. Da wirds weggeraeumt, denn man muss ja einen guten Eindruck auf die out-of-towners machen, die gekommen sind, um die Weihnachtsdekorationen anzustaunen. Dezente, romantische Floeckchen, my ass.

Sommer? Glitzernder, unschwueler Sonnenschein, my ass. Ich bin wieder im echten NY. Dem NY mit den gleichgueltigen Menschen. Dem NY, wo man beim Einsteigen in der U-Bahn mutwillig beiseite gerempelt wird, damit zwei kleine Kinder (!) vorgeschoben werden koennen. Und wo man wie ein irrer Spinner ignoriert wird, wenn man darueber laut schimpft. Wo einem keiner beisteht. Vlt. liegt's an meinem Outfit heute: Kein Weherock, keine Hippieketten. Nein. Umgekrempelte Jeans, Figur-betonendes DKNY T-Shirt, Flipflops. Eins von diesen Outfits, die so aussehen sollen, als haette man sie eben mal zusammengeschmissen, in die aber in Wirklichkeit viel Planung eingeflossen sind. Zu burschikos? Ich sehe mein Spiegelbild, und trotz meiner schlechten Laune und meinem abgeschwitzten Makeup sehe ich gut aus. Schoene Figur. Junges Gesicht. Nicht zuuu grantig, nur ein bisschen. Man ist ja manches gewoehnt nach 14-einhalb Jahren und 4 Tagen. Resignation hat eingesetzt, und wird, wie so oft im Leben, als Gelassenheit interpretiert. Also sagen wir mal, ich bin gelassen. An mir kann's also nicht liegen. Aber man sagt ja nicht umsonst, dass NY einen krank macht, und unzaehlige Leute sind hier schon gefluechtet, nachdem sie weiss-Gott-was fuer romantische Vorstellungen hatten. Von denen hoert man nur nie. Keine gute Reklame fuer den Big Aeppel. Die hatten allerdings das Glueck, irgendwo hin gehen zu koennen. Das hat nicht jeder. Mancher landet auf der Strasse, manch andere wird nur verbittert. That would be me.

Wisst ihr, was Leute, die richtig hier leben, den Big Aeppel nennen?

Den ROTTEN Aeppel.

Haaaaaaa-ha!

Welcome home.

:/

PS. Mein Vorname ist mir ja kuerzlich schon mal entrutscht, aus dem mache ich jetzt auch kein Hehl mehr. Viel Spass, mit DEM meine Identitaet herauszuspionieren. HAAAAAAAAAAAAAAAA-HA-HA-haaaaaaaaaa-ha!

Cheers,

Susan :)

PPS. Ich hab noch eins: In diesem NY hier, dem NY, das ICH kenne, entwickelt sich keine Romanze, wenn man mit einem Anzugheini gleichzeitig auf ein Taxi zugeht. Nein. Hier kann man krumm und schepp im eiskalten Schneeregen stehen, und der Anzugheini erinnert einen daran, dass er zuerst da war. Ich sage, ich bin krank und brauche das Taxi mehr. Einer von uns beiden wird es bekommen, das Taxi. Er wird gemuetlich zurueckgelehnt im warmen und trockenen seinem Ziel naeher kommen. Der andere wird wuest schimpfend und Rumpelstilzchen-haft am Strassenrand zurueckbleiben, wo er natuerlich als "Verrueckter" ignoriert wird von den gleichgueltigen Big Aeppel Mitbuergern. Man darf raten, welcher ICH bin... :/

Thursday, July 14, 2011

So kann es bleiben

Heute ist einer dieser ausnahmsweise wunderschoenen Big Aeppel Morgen. (meine deutsche Grammatik ist gerade endgueltig in den Keller gerutscht. Today is one of these exceptionally magical mornings...)

Es ist wie eine Szene aus SATC. SATC, wo ich mich immer wenn ich die Staffeln mal wieder anschaue, frage: Wo ist denn das? Da will ich auch mal hin. SATC, worauf viele Menschen aus allen Teilen der Welt ihre Vorstellung vom Leben im Big Aeppel basieren. SATC, wo das Wetter immer perfekt ist, die Sonne immer lacht (ausser wenn fuer irgendeine dramatische Liebesszene Regen notwendig ist...), die Temperaturen immer genau richtig.... in anderen Worten, immer so wie es im RL aeusserst selten vorkommt. Aber wenn. Wenn es vorkommt. Geigen einsetzen.

Ich gehe beschwingt von der U-Bahn ins Buero. Eine milde Brise weht, die Sonne strahlt, die Schatten sind absolut magisch. Es ist warm, aber nicht heiss. Die Brise weht meinen Rock hoch. Macht nix, ich hab Leggings drunter. Fuehlt sich gut an. Ich bin schoen, ich bin jung, ich bin beschwingt, ich bin freundlich. Ich bin im Big Aeppel. Hallo, Welt. Schau mich an. Ich bin schoen und gluecklich im Big Aeppel und die Sonne scheint.Es ist 8 Uhr morgens im Juli. 8 Uhr morgens, und ich bin Sarah Jessica Parker. ^^

Auf einmal geht mir das Herz auf. Ich laechele Leute an, sie laechlen zurueck. Ich kaufe mir an einem dieser silbernen Karren einen Donut Zopf. Als ich meinen Rucksack auf den Boden stelle und mich buecke um nach Kleingeld zu kramen (diese Alt-Frauen Gewohnheit werde ich wohl nie loswerden - loswerden will ich immer nur das Kleingeld, das mir unnoetig die Tasche schwer macht.) Auf einmal sagt der Mann, der vor mir dran war, und gerade am Weggehen ist: "Entschuldigung, sind Sie vielleicht zufaellig Seniorin?"

Haaaaaa-ha-ha.^^

Nein, nicht wirklich. Kleiner Scherz am Rande. (Vlt. kann sich noch wer an das Busfahrerdrama vom November erinnern...)

Er sagt zu mir: Ist das deins, hast du das verloren? Ich gucke runter, und da liegt eines meiner Hippiehalsbaender vor meinen Fuessen. Uppsi, und das ist ausgerechnet eins, das mir viel bedeutet, ein Geschenk von jemandem, der mir mal viel bedeutet hat. Das haette ich vermisst. Und selbst gemerkt, dass ich es verloren habe, haette ich nicht. Was fuer ein netter Mensch. Menno.

Ich sammle das Ding auf und stecke es in meinen Rucksack (um es wieder anzuziehen, muss ich vor den Spiegel im Buero.) Ich bedanke mich erleichtert bei dem hilfreichen Mit-Dreissiger. Der erwidert mein Laecheln, sagt 'aber gern geschehen', und geht weiter. Ich gehe schwingenden Rockes ueber die Strasse zum Fruchtstand, mehr SJP denn je. Fruchtstand. Geht es noch mehr Big Aeppel? Fruchtstand, Sonnenschein, freundliche Menschen, schwingender Rock. Hallo, Bloomberg. Bekomme ich hierfuer was bezahlt? Haaaaa-ha. (Kameras, seid's hoffentlich dabei?^^)

Ich suche mir am Fruchtstand zwei Bananen und einen Pfirisch aus. Ich bin, wie immer, sehr waehlerisch, schaue mir mehrere Stuecke an bevor ich mich entscheide. Sagt der Mann, der vor mir dran ist (NICHT derselbe vom Pastry cart) wohlwollend: "Du bist aber waehlerisch." Ich grinsend: "Ja, bei meinen Fruechten bin ich immer waehlerisch. Das duerfen nur die aller besten sein!" Er: "Bist du bei Maenern genauso?" Ich sage irgendwas, das freundliche Geplaenkel geht noch ein bisschen hin und her, dann gehe ich weiter. Immer noch beschwingt, gluecklich. Die Stadt ist toll, die Menschen sind nett, ich werde bemerkt. Dieser Ort, wo ich mich bei SATC immer frage wo das ist: Ich glaube, heute morgen habe ich ihn gefunden. Wenn ich wieder ins NY mit bedrohtem Mietschutz, Bettwanzen, nervenden Nachbarn und Kollegen, Schirm-umbiegendem Wetter zurueckmuss, dann werde ich daran denken, an diesen Morgen.

Tuesday, June 21, 2011

Und das ganz ohne Haeme

Es gibt nichts Schoeneres als der Big Aeppel im Fruehsommer. Punkt. Ich wuerde jetzt gerne darueber schreiben, wie gut ich mich fuehle, habe aber Angst, ein Unglueck herbeizufuehren. Also denke ich es mir nur im Stillen.

PS. Seit Wochen... Es ist keine voruebergehende Laune. Das bin ich nicht gewoehnt. Es macht mir ein bisschen Angst...

Wednesday, January 19, 2011

Pudelwohl



Genau dieses Wort - pudelwohl - war mir in diesem lange zurueckliegenden Moment eingefallen. Kann mich noch gut daran erinnern, denn genau so fuehlte ich mich. Ich Anfang Juli im Central Park, ein langes WE mit vielen tollen Plaenen endlos vor mir ausgebreitet, die 2. (oder 3.) Pedikuere fuer den Sommer (halten normalerweise so 3-4 Wochen) in voll pinkem Glanz, und mein Insgesamtgefuehl war: DAS LEBEN IST GUT, ich fuehle mich so wohl, sooo wohl. Die Macht der Sonne.

Das lange Wochenende ging natuerlich vorbei, und die guten Gefuehle irgendwann auch. (Eine schreckliche Hitzewelle trat innerhalb von Tagen ein, zum einen.) Aber das Foto ist noch in meinem Album. Gibt es eine bessere Zeit, es auszukramen, als jetzt im kalten, dunkeln Winter??

PS. Urspruenglich war das nicht fuer die Oeffentlichkeit gedacht, weil meine Fuesse darauf haesslich aussehen, aber wen kuemmert das jetzt im Januar, wo man ohne Mantel und Stiefel noch nicht mal kurz das Haus verlassen kann? Da sehe ich nur die Sonnenflecken auf dem Gras.

Thursday, August 12, 2010

Sommermuede

Bis Mitte August habe ich generell die Schnauze voll. Vom Sommer. Schwer zu glauben, wo ich immer so ueber den Winter jammere, die Dunkelheit mich depremiert, bla bla bla. Ja, ich weiss. Aber irgendwann langt es. Es langt mit der unertraeglichen Schwuele, von der immer so getan wird, als waere sie ein un-abaenderbares Schicksal, das nun mal zum Sommer dazugehoert. Dem ist definitiv nicht so. Das haben die Menschen selber mit der Zeit herbeigefuehrt, als sie die Ozone zerstoert haben, und weiss der Geier was noch alles. Nein, es war nicht "schon immer so", wie gerne behauptet wird. In meiner bescheidenen Erfahrung wurde das erst so innerhalb der letzten 10 Jahre so schlimm. In meinen ersten NY Jahren (Ende 90er) war es zwar schon unertraeglich HEISS, aber das mit der uebertriebenen Schwuele ist relativ neu. Sogar die Experten geben zu, dass es in der City schlimmer ist, als ausserhalb, weil so viele Menschen und Gebaeude so eng aufeinander hocken, und die Luft nicht ordentlich abziehen kann. Gut fuer diejenigen, die sich leisten koennen, sich im Juli/August mal ein paar Wochen aus der City zu entfernen. Schlecht fuer alle anderen. (Ich pflege, meine Urlaube im Fruehling und Herbst zu nehmen anstatt im Sommer. Dafuer habe ich triftige Gruende. Nein, das schreibt mir keiner vor. Ist meine Entscheidung. Bevor wieder angefangen wird, Schluesse ueber "die Amis" und "wie das da drueben ist" zu ziehen.)

Ich freue mich auf den Herbst. Die kuehle, frische Luft, die was Energie-und Lebensspendendes hat. Ich freue mich darauf, mit dem Rad in der Natur unterwegs zu sein. Ich freue mich darauf, auch mal grantig das Haus verlassen/betreten zu koennen, weil nicht die gesamte Nachbarschaft mit Klappstuehlen draussen sitzt, und es hoechst-persoenlich nimmt, wenn man im Vorbeigehen nicht ein paar Hoeflichkeitsfloskeln von sich gibt. (Wie schon oefter angesprochen, ich sehe Aspekte von Manhattan, welche Langzeit- und sonstigen Urlaubern generell verschlossen bleiben.) Wie ungeheuer befreiend es ist, unbeobachtet kommen und gehen zu koennen, egal wann, egal mit wem, egal in welcher Stimmung.

Den tiefsten Winter (so Jan. bis Maerz) kann ich mir beim besten Willen nicht schoenreden. Das wird sich auch nie aendern. Aber so ein bisschen lebensspendender Herbst? Danach ist mir gerade. Mal ein ordentlicher Regen wuerde mir fuer die Zwischenzeit schon genuegen. Vor vier Jahren hat ein maechtiges Gewitter im August der schrecklichen Schwuele permanent ein Ende gesetzt. Das koennte ich im Moment brauchen.

Monday, June 28, 2010

Unertraegliche Schwuele

Ich warte, und warte, und WARTE auf das versprochene, Erleichterung bringende Gewitter. Bis jetzt... Pustekuchen. Lange kann ich das nicht mehr mitmachen. Jeden Sommer (ausser letztem Jahr, das hat mich wohl verwoehnt) gibt es hier solche Phasen, die bis zu 5 Tagen anhalten. Meine armen Katzen, die ja auch nicht mehr die Juengsten sind, liegen nur noch herum, und leiden. Mal so ein Fall, wo das vielgelobte DICKE FELL kontraproduktiv ist...

Monday, June 21, 2010

Der laengste Tag des Jahres

Gerade - von draussen (widerwillig) reinkommend - aufgefallen: Es ist halb neun, und immer noch hell.

Ich liebe, LIEBE, LIIIIIIIIIIIIEBE den Sommer!

Sogar wenn's dunkel ist, ist's schoen im Sommer. Zumindest, solange man im Freien ist.

So, das musste jetzt mal raus. Im Winter kann ich ja auch ueber die Dunkelheit meckern... Wenn man nur im November noch vom Juni zehren koennte....

Friday, June 18, 2010

Wieder Sommer




Wenn ich mir vorstelle, dass da vor dem Kuechenfenster vor wenigen Monaten noch hoher Schnee gelegen hat.... :)