Ist jetzt schon ca. eine Woche her, dass ich die unverschaemteste E-Mail meines Lebens bekommen habe. Die Vattern-Saga geht weiter. Hier ein paar Highlights (alles zu kopieren ist zu lang, Menno hab ich den aufgeruettelt^^):
"Ich habe keine Lust auf den alten Kram einzugehen, zumal ich mich nicht mehr an jedes von Dir aufgegriffene Detail erinnern kann. Aber ein paar Dinge muss ich doch richtig stellen. Zunächst aber das Wichtigste:
1.)Ich habe Dich und [Sohn] lieb, und [seine Frau] hat Euch auch lieb. Ich bewundere Dich immer noch, wie Du alles in Deinem Sinn bewältigst."
Anmerkung der Redaktion: Wie kann seine Frau uns "liebhaben", wo sie uns - vor allem meinen Sohn - doch gar nicht kennt??? Wie kann er seinen Enkel liebhaben, wo er sich weigert, "Opa" von ihm genannt zu werden, weil er sich mit 77(!!!!) zu JUNG fuehlt, ein "Opa" zu sein??? Was heisst "an jedes von mir aufgegriffene Detail "erinnern" kann??? Die E-Mail ist doch direkt VOR ihm, wenn er mir darauf mit "Re:" antwortet???
"Selbstverständlich wirst Du erben. Deswegen musst Du Dir keine Sorgen machen. Aber ich bin ein zäher Knochen und das mit dem Erben kann noch lange dauern, weil ich 110 werde."
Ach was.
"Du schreibst, niemand hätte Dich davon abhalten können, nach Amerika zu gehen. Was soll man da machen? Es stimme auch nicht, dass ich lang nicht mit Dir geredet hätte. Weiß der Teufel, was in Dir vorgegangen ist. Ich habe mit Dir geredet, nur nicht mehr auf Dich eingeredet, weil ich keinen Sinn mehr darin sah."
Luege und Luege. Er hat ein Jahr nicht mit mir geredet, und er hat meinen Mann eine "Micky Maus" und einen "Papagei" genannt. Aus keinem anderen Grund, als dass er die Amerikaner hasst.
"Warum schreibt Du von dem "Müll" in unserer Familie? Wir sind eine ganz normale,moderne Patchwork-Familie:"
Ohne Worte.
"Es ist müßig meine Erlebnisse zu schildern. Aber als ich in Frankfurt ankam, habe ich den Boden geküsst wie der Papst in Rom. Auf einer Schiffsreise durch das Mittelmeer in den Nahen Osten war ich nach einem Zyklon auf einem sinkenden Schiff, das es nur noch mit Mühe in den Hafen von Korfu geschafft hat. Seither fahre ich auch kein Schiff mehr."
Drama Queen, oh Gott. :/^^
Als ich ca. 5 oder 6 war, wurde mir erzaehlt, dass ein Flugzeug, in dem Vatter und Mutter (damals noch zusammen) in Urlaub geflogen waeren (natuerlich ohne mich, muss ich das erwaehnen) irgendwann hinterher abgestuerzt war. Seitdem hat sich das kriegsgeschaedigte Baby vorgenommen, nie mehr zu fliegen, und das auch eingehalten. Ich fliege auch nicht gern, aber wenn es wirklich wichtig ist, ueberwinde ich mich. Das geht alles. Wenn man denn will. Warum das Flugzeug auf einmal in ein Schiff umgewandelt wurde, wissen nur die kleinen Maennchen in Vatterns verschrobenem Gehirn.
"Nach dieser Abschweifung zu meinem Verhältnis zu [Onkel]: Dass sich zwei Brüder nicht immer gut verstehen, ist ein klassisches literarisches Thema, ebenso, dass Väter auf die Männer ihrer Töchter eifersüchtig sein können. Du musst mehr klassische Literatur lesen. Dann wirst Du sehen, dass das alles ganz normal ist nicht verklemmt und kein Müll."
Woher will der wissen, was ich lese. Der hat mir auch frueher schon immer meine Buecher miesgemacht, weil sie nicht "literaschisch" genug waren. Ich sollte Hemingway lesen, und nicht "Butzi's Ferien auf dem Bauernhof". Aber wenn die grossen literarischen Schreiber behaupten, dass Vatter "normal" ist, wer kann da noch gross argumentieren... Ich fand und finde es normaler, mit 12 Hanni und Nanni gelesen zu haben.
"Offensichtlich voller Neid macht [Onkel] immer wieder Bemerkungen und fragt mich, wann ich endlich aufhöre zu schreiben, weil er meinen Namen in der Zeitung nicht mehr sehen könne. Solche Leute hält man sich vom Hals. Ob er eine E-Mail-Adresse hat, weiß ich nicht und frage in auch nicht. Ich vermute, er hat keine, weil er über die moderne Datenverarbeitung am Stammtisch immer spitze Bemerkungen macht. Wenn ich herausbekommen sollte, dass er doch eine E-Mail-Adresse hat, schicke ich sie Dir. Wenn Du ihm dann schreibst, bitte kein Wort über das, was wir zwei je besprochen haben. Das ist ganz alleine unsere Privatsache. [Mutter] informiere ich ab und zu über unsere E-Mail-Unterhaltungen. Auch [seine Frau] ist informiert. Aber sonst geht das niemanden etwas an."
Meine mehrmaligen Anmerkungen, dass ich die Verschweigerei und Luegerei nicht mehr mitmache, wie immer ignoriert. Mich muss er ja nicht ernst nehmen. Muss er sich wirklich einreden, dass jemand ihn ... BENEIDET??? Ja. Muss er. Hat er noetig. Immer schon. Nur habe ich es - wie alles andere - erst sehr spaet bemerkt. Asche auf mein Haupt. Der hat Angst vor meinem Onkel. Weil mein Onkel in vielen Sachen recht hat, sie scharf beobachtet hat, und dann seine eigenen Schluesse gezogen hat. Schluesse, die absolut richtig waren. Und Vattern dann angegangen ist.
"Glaubst Du, der (Onkel) hätte mich jemals nach Deiner Adresse gefragt? Irgendwann musst Du einmal eine Bemerkung über ihn gemacht haben, die er mitbekommen hat. Ich glaube seither ist er beleidigt. Hat er Dir jemals zu Deinem Geburtstag gratuliert? Ich habe von meinem Onkel zu jedem Geburtstag 20 Mark bekommen."
Irrtum. Vattern hat hoellische Angst, dass Onkel mir mal die andere (Anti-Vattern) Sicht aufzeigt, und ich den endgueltigen Beweis bekomme, was fuer ein Arschloch Vattern ist.
"Sieh alles nicht so eng, vielleicht etwas mehr galaktisch."
War nicht vor kurzem Vollmond?
"Und einen Wunsch habe ich noch: Gehe bitte nicht auf meine Zeilen ein. Ich will keine Diskussionen über eine ganz normale Patchwork-Familie des 21. Jahrhundert. Bei uns gibt es keinen Müll, der zu entsorgen wäre. Wenn Du glaubst, Müll zu haben, entsorge ihn. Schreibe alles auf einen Zettel und werfe ihn in den Eastriver in den Hudson oder sonst wohin. Schreib mir lieber, was Du machst und wie es Euch geht. Was war, ist uninteressant, was wird ist wichtig."
Den Wunsch, dir das letzte Wort zu lassen, kann ich dir leider nicht erfuellen. Ansonsten: Ohne Worte.
"Ich habe mein Leben so eingerichtet, dass mein Einkommen für mich und [seine Frau] reicht. Ich besitze keine Reichtümer. Statt ein Leben lang Miete zu bezahlen, habe ich mich entschlossen, ein großes Haus zu bauen. Und Du hast Dich für Deinen Lebensweg entschieden. Wenn ich Dir damals, als Du angerufen hattest, 40.000 $ hätte geben können (Dann hörst Du von mir nicht mehr, hast Du gesagt), um ein Haus anzubezahlen, wäre heute unter Garantie auch nichts mehr da davon. Wie wolltest Du in Augusta oder wo das war, ein Haus unterhalten? Ein Fass ohne Boden. Das weiß ich aus eigener Erfahrung."
Miete? Der hat die ganzen Jahre, als ich heranwuchs, UMSONST bei seinen Eltern gewohnt! Meine Klamotten habe ich von den Omas bekommen. Die sind immer mit mir einkaufen gegangen. Meine Oma hat immer gejammert, dass er keinen Pfennig zum Haushalt dazugibt. Er hat sich wie ein kleines Kind durchschleppen lassen. Und mich hat er nach der Scheidung nur bekommen, weil mein Opa Vorsteher des Jugendamtes war, und man daher nicht mit unangenehmen Fragen von irgendwelchen Sozialarbeitern oder so rechnen musste.
Ich habe ihn mal um 30,000 Dollar gebeten, weil ich ein altes Haus kaufen wollte, das ich dann zum groessten Teil vermietet haette. Was weiss der davon, in Augusta, GA ein Haus zu unterhalten??? War er dort schon mal??? Er fliegt ja nicht! Frechheit. Unverschaemte Unterstellungen an meine Person!
"Und da fällt mir noch etwas ein: Ich weiß, dass es Scheidungskinder schwer haben. Das weiß ich von Dir und von [Tochter seiner Frau]. Achte darauf, dass es [Sohn] besser geht."
Wo soll ich es denn gelernt haben? Von wem denn bitte? Die schieben jetzt immer alles, was mich betrifft oder betreffen koennte, auf meinen Sohn ab. Genauso wie es frueher auf die Omas abgeschoben haben. Hauptsache, sie sind aus dem Schneider. Wenn ich sage "Warum habt ihr euch die ganzen Jahre nicht mal nach einer Kontaktaddresse erkundigt fuer den Notfall?" kommt immer "dein Sohn kann das doch alles regeln, er ist ja alt genug." Das kam schon, als er noch keine 13 war. Mir sagen die Leute oft, wie gut ich dran bin, dass ich noch so fitte Eltern in D. habe. Wenn die wuessten! Ich sage lieber von jetzt an, meine Eltern sind tot, dann ist es wahrscheinlicher, dass sich im Notfall jemand kuemmert und nicht denkt "Sie hat ja noch Familie, sollen die doch machen." Nur weil bei anderen staendig hin-und hergeflogen und "Heimaturlaub" gemacht wird, heisst das nicht, dass es bei mir auch so ist. Aber mach das mal der Umwelt klar. Leute gehen von sich aus. Und da ist die Familie eben da, wenn's drauf ankommt.
"Und jetzt noch etwas ganz nebenbei: Bei [Tochter von seiner Frau] habe ich mich durchgesetzt. Sie hat nicht die Begabungen wie Du, sie ist mehr handwerklich veranlagt. Kochen hat ihr Spaß gemacht und ich habe darauf bestanden, dass sie Köchin wird."
Ach was. Die wird sich doch von dir keine Vorschriften hat machen lassen. ICH war immer diejenige, die zum Gymnasium und was weiss ich noch alles gezwungen wurde! Und welche "Begabungen"???????? Hast du mich etwa unterstuetzt, als ich als Kind immer Interesse daran hatte, Geschichtchen zu schreiben??? Mein Talent wahrgenommen? Und gleichzeitig kein Interesse am Abitur hatte??? Nein, du hast mich immer nur weiter gequaelt und gequaelt und gequaelt. Wegen deiner Leute. Weil es dich gut aussehen lassen wuerde, eine "intellektuelle" Tochter zu haben. Jetzt, wo du mich so hinstellen kannst, wie du willst, und mir Umgang mit anderen Familienmitgliedern so gut wie blockierst, damit du immer gut dastehst, ist es dir nicht mehr so wichtig, wie ich wirklich bin. Du hast ja noch nicht mal eine Ahnung, was ich ueberhaupt fuer meinen Lebensunterhalt mache. Willst es nicht sehen.
"Jetzt muss ich doch noch etwas zu dem letzten Satz in Deiner Mail sagen: Du hast es uns nicht leicht gemacht. Du hast es uns sehr schwer gemacht. Du bis nicht nach Amerika gegangen, weil Du es uns leicht machen wolltest. Du bis nach Amerika gegangen, weil Du mit Deinem Mann in Familie machen wolltest, was leider schief gegangen ist. Siehe oben: [Oma] hat Dir nicht "ein paar Mark" geschickt, sondern im Laufe der Jahre 64.000 !!! Mark. Und was hast Du daraus gemacht? Eine Altersvorsorge, eine Lebensversicherung? Das habe ich Dir nie vorgeworfen, nur einmal festgestellt. Und dazu stehe ich heute noch. Keine Vorwürfe. [Onkel] hat nie etwas davon erfahren. Wie kommst Du darauf. Ich habe Dir einmal geschrieben, dass ich ihm nichts davon sage. Was geht es den an, wenn eine Großmutter ihrem Enkel Geld schickt."
Das mit dem "leicht gemacht" absichtlich missverstanden. Und meine Beweggruende auch. Der Wunsch, nach Amerika zu gehen, war zuerst da. Das ist dann darauf hinausgelaufen, dass ich mir einen Ami angelacht habe. "In Familie machen" wollte ich nur ein paar Jahre, danach habe ich mich wieder auf mich selbst besonnen, und deshalb meine Ehe verlassen. Aber es hoert sich vor "den Leuten" so besser an, und wenn man eine Luege lange genug erzaehlt, faengt man irgendwann an, sie selbst zu glauben. Darin ist Vattern (und Muttern auch) ein Experte. Sich was vorzuluegen.
Und Geld? Wieviel Mark waren es denn, einen erwachsenen Mann und sein Kind 13 Jahre lang zu ernaehren? Davon kommt komischerweise nix.
"So, jetzt ist Schluss mit dem Gelaber."
Und nicht ein Moment zu frueh.
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Gelaehmt und starr bin ich eine Woche auf den Fingern gesessen (soweit ich sie nicht fuer den Kaufrausch gebraucht habe.)
Gestern habe ich ihm zurueckgeschrieben, nur knapp, nicht auf alle Punkte eingehend. Denn ich kann und will das nicht mehr. Bei mir ist der Ofen aus.
Da habe ich manches anders erlebt, bzw. in Erinnerung, bzw. gehoert.
Aber schoen, ich will dir deine Illusionen und deinen Zwang, das letzte Wort zu haben, nicht nehmen. Bedenke aber trotzdem: Nur weil dir jahrzehntelang keiner (frueher [Oma], heute [seine Frau]) jemals widerspricht, heisst nicht automatisch, dass du Recht hast! Die haben bloss Angst vor der Tyrannie deines "den Beleidigten spielens". Die hoechtste Gefahr, als ich klein war, war immer "dann ist [Vattern] wieder beleidigt". Das galt es, um alles in der Welt zu vermeiden.Einmal wollte sich [Oma] in der Kueche das Gas aufdrehen, als du tagelang "beleidigt" warst, wegen irgendwas. Hatte irgendwas mit mir, mit der Schule, zu tun. Da war ich 10.
Aber wie gesagt, warum die alten Kamellen aufwaermen.
Heute bin ich erwachsen, und muss mir das alles nicht mehr antun. Nicht mehr die Fragen von Leuten, warum bei mir alles so anders ist. Nicht die Fragen, warum mein Papa umsonst mit mir bei seinen Eltern wohnt, und meine Oma das ganze Essen, meine ganzen Kleider etc. bezahlt. Ja, das haben meine Freunde damals schon mitbekommen, sogar als wir noch ziemlich klein waren. Ich fuehlte mich immer anders, immer komisch. Wurde staendig hin und hergerissen, mal da hin gebracht, mal zur [Oma2], mal zu [Oma1], was auch immer. Bevor ich so 5 war. Gerade wenn ich anfing, mich irgendwo wohlzufuehlen, wurde ich wieder herausgezerrt. Ich weiss heute noch, wie ich im Treppenhaus geschrien habe, als ich wieder irgendwo rausgezerrt und woanders hingebracht wurde (Fackelstrasse? Neustadt? Heiligenhaeusschen? Egal.)
Ich arbeite heute in meinem Mittelalter so einiges auf, schon laenger. Durch die MS wurde die Reflektion noch mehr in den Vordergrund gerueckt. Das sind keine "alten Sachen". So einfach kann man das nicht abtun, wenn man ich ist, und die Komplexitaeten seines Lebens verstehen will jedenfalls nicht. Was in der Kindheit passiert, wie man da wahrgenommen wird, oder ob man nicht wahrgenommen wird, hat lebenslange Auswirkungen. Auch hat der Krieg auf dich und [Mutter] noch Auswirkungen, ja, auch heute noch, und indirekt auf die darauffolgenden Generationen, auch wenn das alles immer beiseite gewischt wird, genau wie alle meine Einwaende bei Euch. Ich verstehe vielleicht nichts von hoeherer Literatur, oder was du da geschrieben hast, aber ich weiss, dass ueber die (noch heutigen) Folgen der Kriegsgenerationen in Deutschland sogar schon Buecher geschrieben worden sind. Ist also nicht mein alleiniges Problem, und zum Glueck nicht. Haette schon fast an meinem Verstand gezweifelt.
Das mit dem Hin und Hergezerre war auch vor der Scheidung schon so. Ich kann es nicht mehr hoeren, dass alles auf die Scheidung geschoben wird. Das ist nichts als ein Versuch, meine Gefuehle zu ignorieren, und einer sehr abnormalen Familie irgendeinen Beigeschmack von "Normalitaet" zu geben. Scheidung ist ja so normal, wenn wir alles auf die Scheidung schieben, koennen wir so tun, als seien wir auch normal. Auf meine Gefuehle wurde ja noch nie ein Deut geachtet. Ich wollte nicht aufs Gymnasium, was ich wollte, interessierte ueberhaupt keinen. Sogar die Gruende, warum ich nach Amerika bin, wurden verzerrt, wohl erst, damit es sich "vor den Leuten" "normaler" anhoert (sie hat der Liebe wegen.... und es hat leider leider nicht gehalten.... bla bla bla. Aber so geht es ja vielen heute, also im Grunde eine ganz normale Situation des 21. Jahrhunderts.) Sogar heute willst du mir noch sagen, wie ich mich ueber x, y, oder z denke und fuehle, und was meine Motive fuer dies und das angeblich sind/waren. Nie mal Fragen stellen, damit gaebest du ja mal die Kontrolle ab. Diese Gefahr besteht nicht, wenn du immer derjenige mit den Antworten bist. Auch wenn ich nicht gefragt habe.
Du machst Dir immer noch vor, ich sei eine weitgereiste abenteuerlustige Tochter, die ganz toll im Ausland zurechtkommt. (Das andere, was ich neben "Scheidung" als Grund fuer alles nicht mehr hoeren kann, ist die "Bewundereung" ueber irgendeinen Aspekt meines Lebens.) So "interessant" wie du mich wolltest, hast du mich gerne "gemacht". Ich habe keine Talente. Ich habe einen ganz spiessigen Job und ein ganz spiessiges Leben, nur halt zufaellig in NY inzwischen. Und fuer mich ist das gut so. Das bin ich. Das ist meine Persoenlichkeit und passt zu mir. Ich bin ich. Ich bin nicht du. Aber wer ich wirklich bin, wurde mir von Euch (nicht nur dir, auch Marianne und weiss ich noch wer) schon mein Leben lang abgesprochen. Meine Herkunftsfamilie tut mir nicht gut. Nur so oberflaechlichen Kontakt kann ich nicht haben, wo man ueber solche Sachen nicht reden kann. Aber ich bin wohl die einzige, die in den letzten 30 Jahren an innerer Entwicklung und Reflektion Fortschritte gemacht hat.
Du sagst, wenn ich "Muell" habe, soll ich ihn in den Hudson schmeissen. Du willst nur Kontakt im Stil von Reiseberichten und Urlaubserzaehlungen. Diese Sorte Mensch bin ich aber nicht. Sowas gibts zur Fuelle im Netz zu finden von Leuten, zu denen es passt.
Ich kann mich jetzt nicht weiter aufregen, muss auf meine Gesundheit achten, von meiner Seite ist jetzt erst mal eine Weile Funkstille.
Gruss an [....], und auch [....] wenn ihr euch mal wieder seht.
Alles Gute,
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Hoffentlich kommt jetzt nichts mehr. Ich will meine Ruhe. Und das letzte Wort will ich auch haben. Der Apfel faellt ja bekanntlich nicht weit vom Stamm.
PS. Was ich ihm nicht geschrieben habe, aber bei weiteren Erguessen seinerseits durchaus tun werde: Sogar meinem Sohn ist trotz der Sprachbarriere nicht entgangen, wie Vatten mit seiner Frau umspringt. Er sie ruft, als ob sie ein armer Bediensteter waere, ihr nicht erlaubt, Anrufe von ihrem Bruder anzunehmen ("der erzaehlt immer nur von Problemen"), sie schon vor Jahren gezwungen hat, ihren Job aufzugeben ("meine Frau soll nicht arbeiten, da denken die Leute noch, ich koennte mir nicht leisten bla bla bla"). Sie hat Angst, an seinen Computer zu gehen, und darf keinen eigenen haben. Da koennte sie ja etwas tun, was er nicht kontrollieren kann. Und sie macht das alles mit. Hat sich total verbiegen lassen. Warum, weiss der Geier. Wohl, weil sie Angst hat, er koennte "beleidigt" sein, wenn sie nicht spurt. Wenn Vattern beleidigt ist, leidet jeder, der unter seiner Fuchtel steht. Vattern beleidigt ist die groesste Strafe ueberhaupt fuer jeden, der mit Vattern leben muss.
Schreibtischheldin speit Feuer. Jetzt mit Regenmotiv. Denn das Leben ist ein Traenenmeer. Mein Lebensmotto: ALSO DEN GANZEN TAG AM SCHREIBTISCH SITZEN, DAS KOENNTE ICH NICHT. DAFUER BIN ICH EIN VIEL ZU SENSIBLES, KREATIVES PFLAENZCHEN. DA WUERDE ICH EINGEHEN.
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Thursday, October 20, 2011
Monday, October 3, 2011
Das Fass ist jetzt uebergelaufen - VATTERN (Nachfolge zum unteren Eintrag)
Diesmal habe ich nicht gewartet, bis ich mich abgeregt habe, sondern gleich nach 2 Tagen geantwortet, wo mir noch der Kopf raucht vor Wut. Jeder halbwegs sensible Mensch wuerde das durch meine Worte hindurchspueren. Denn bei diesem schwer "gefassten" Geschreibsel kann man gar nicht anders als meine unterdrueckte Wut, und zusammengebissenen Zaehne, spueren. Aber ich weiss schon, was da wieder kommen wird: Erst lange, laaaaaaange nichts (weil totale Panik darueber, dass ich ihm nicht mehr brav die Kontrolle ueberlasse), dann totale Abblockerei mit irgendwelchen Lobeshymnen und Hutabnehmereien und bla bla bla darueber wie toll ich doch mit meinem "Schicksa'" umgehe. Also reine Ablenkung. Und kein Eingehen mit einem Wort auf die kritischen Punkte und Fragen meinerseits. Das wird total umschifft und beiseite geschoben werden. Nein, er wird sich mit aller Macht wieder in sicheres Gewaesser schiffen.
Ich glaube, die Bemerkuung meinerseits mit dem "es kann jeden treffen" war besonders grausam von mir einem Kontrollfreak gegenueber, und ich glaube sie auch in meinem Innern nicht wirklich, aber Vatterns Kontrollkrampf und Unverschaemtheiten gehoeren bestaft. Ich kann mir ja nicht einfach sagen, ist halt ein alter Mann, lass ihm seine Spinnereien. Sag "ja" und denk dir dein Teil. So grosszuegig bin ich leider nicht. Sorry. Das habe ich frueher immer gemacht aus Angst vor seinen seelischen Grausamkeiten. Jetzt muss ich es nicht mehr mitmachen, denn jetzt muss ich ihm nicht mehr die Macht ueber mich geben.
Hier meine Antwort:
Na ja. Ganz so einfach ist es jetzt auch nicht mit der Ursache. Es gibt keine eindeutig erwiesene Ursache, sondern MS ist eher eine Kombination von mehreren, laut der Experten. Ueber eine einzige Ursache koennen sich auch Experten noch nicht einigen. Es kann auch mit einem Erreger zusammenhaengen, dem man in der Kindheit ausgesetzt war, und der sich jetzt nicht mehr nachvollziehen laesst. Mach mal Recherche im Internet, da findest du auch ganz interessante Sachen. Oder es haette schon mal vor mehreren Generationen vorkommen koennen bei uns, und wir wissen nur nichts davon. Wurde vielleicht nie diagnostiziert, bzw. "unter den Teppich gekehrt". Aber MS muss nicht zwingend erblich sein. Es bekommen ja auch Leute z. B. Krebs (nur mal als Beispiel), auch wenn es noch nie in ihrer Familie war und sie immer gesund gelebt haben. Manchmal trifft einen halt irgendwas, und niemand kann sagen, warum. Es kann jeden treffen.
Auf jeden Fall ist MS keine "Nervenkrankheit" in dem Sinne, dass man sie von "Stress" bekaeme. Nicht mehr, als jede andere Krankheit. Stress kann hoechstens Symptome hervorrufen bzw. schlimmer machen, wenn man die MS schon hat. Aber Ursache davon ist er nicht, schon gar nicht Einzelursache. MS ist eine autoimmune Krankheit, d. h. das eigene Immunsystem greift das eigene zentrale Nervensystem an, und erodet das Myalin (die Schutzhuellen an den Nervenenden). Kann das alles nicht so gut auf deutsch erklaeren. Ausserdem bin ich auch gar nicht so sehr "angespannt", etc - wie kommst du da eigentlich drauf?? Du kennst mich ja gar nicht mehr und weisst von meinem taeglichen Leben gar nichts, da kann man sowas doch nicht einfach so "vermuten". Hausaerzte sind da in der Regel auch nicht so gut informiert, weil MS ja eine ziemlich spezielle Sache ist. Da kann ein Hausarzt keine Diagnosen machen, schon gar keine indirekten und aus der Ferne. Ich habe einen Neurologen an der Uniklinik, der MS-Spezialist ist. Die machen dort die ganze Forschung usw, entwickeln Behandlungen, und sogar die haben nicht alle Antworten. In kurz, MS ist noch ein grosses Mysterium, ueber das sich sogar die Experten am Kopf kratzen. Als Laie kann man da erst recht nichts feststellen.
Mir ist die Ursache auch gar nicht so wichtig. Ich richte meinen Fokus auf die Gegenwart und die Zukunft. Jetzt kommt es schliesslich weniger darauf an, wo die MS herkommt, bzw. was "schuld" daran ist, und mehr, wie ich damit umgehe, um die beste Lebensqualitaet zu bewahren.
Es stimmt, dass man jahrzehntelang damit leben kann und noch normal gehen kann. Das hatte ich dir ja auch schon geschrieben. Gut, dass du dich da noch mal an anderer Stelle schlaugemacht hast. Ich habe ja im Moment noch keine allzugrossen Probleme, und hoffe, dass das so bleibt. Man sagt mir, dass die Krankheit oft weniger "schlimm" verlaeuft, wenn man schon "aelter" (50) ist wenn sie sich zum ersten mal bemerkbar macht. Die meisten Leute werden in den Zwanzigern damit diagnostiziert. MS ist also keine "alte-Leute-Krankheit". Das nur nebenbei. Die sagen, bei mir war die MS sicher auch schon laenger da, denn es sind ein paar alte, vernarbte Herde auf dem MRT Bild. Aber da ich keine groesseren Probleme hatte die ganze Zeit, und ja auch sonst nie zum Arzt gehe, wurde sie halt erst jetzt festgestellt.
Habt ihr (meinem Onkel) schon was gesagt?
Ich haette ihm nichts sagen sollen. Ich wusste schon, warum Schweigen mein erster Impuls war nach der Diagnose. Wird das jetzt ewig so weitergehen? Hilfe. Ich weiss, ich haette die Macht es zu beenden, indem ich einfach nicht mehr antworte. Aber die dummen Sprueche und faktischen Falschheiten einfach wortlos stehenlassen - das kann ich nicht. Das wuerde ja in gewisser Weisse Zustimmung implizieren und ihn nur noch bestaetigen in seinem unqualifizierten Quatsch.
Nachtrag: Irgendwann in den 80ern (also schon lange her) habe ich mal einen Leserbrief an die Lokalzeitung geschrieben, in dem es glaube ich um Rechtsradikale, Abtreigungsgegner u. solche Spinner ging. Irgendsowas, was halt gerade oeffentliches, vieldiskutiertes Thema war. Daraufhin hat ein Bekannter anerkennend und voller Bewunderung zu mir gesagt "Du hast denen 'Fuck you' gesagt, ohne ein einziges Mal tatsaechlich 'Fuck you' zu sagen!" So aehnlich sehe ich es mit dem oben zitierten Geschreibsel an Vattern auch. :)
Ich glaube, die Bemerkuung meinerseits mit dem "es kann jeden treffen" war besonders grausam von mir einem Kontrollfreak gegenueber, und ich glaube sie auch in meinem Innern nicht wirklich, aber Vatterns Kontrollkrampf und Unverschaemtheiten gehoeren bestaft. Ich kann mir ja nicht einfach sagen, ist halt ein alter Mann, lass ihm seine Spinnereien. Sag "ja" und denk dir dein Teil. So grosszuegig bin ich leider nicht. Sorry. Das habe ich frueher immer gemacht aus Angst vor seinen seelischen Grausamkeiten. Jetzt muss ich es nicht mehr mitmachen, denn jetzt muss ich ihm nicht mehr die Macht ueber mich geben.
Hier meine Antwort:
Na ja. Ganz so einfach ist es jetzt auch nicht mit der Ursache. Es gibt keine eindeutig erwiesene Ursache, sondern MS ist eher eine Kombination von mehreren, laut der Experten. Ueber eine einzige Ursache koennen sich auch Experten noch nicht einigen. Es kann auch mit einem Erreger zusammenhaengen, dem man in der Kindheit ausgesetzt war, und der sich jetzt nicht mehr nachvollziehen laesst. Mach mal Recherche im Internet, da findest du auch ganz interessante Sachen. Oder es haette schon mal vor mehreren Generationen vorkommen koennen bei uns, und wir wissen nur nichts davon. Wurde vielleicht nie diagnostiziert, bzw. "unter den Teppich gekehrt". Aber MS muss nicht zwingend erblich sein. Es bekommen ja auch Leute z. B. Krebs (nur mal als Beispiel), auch wenn es noch nie in ihrer Familie war und sie immer gesund gelebt haben. Manchmal trifft einen halt irgendwas, und niemand kann sagen, warum. Es kann jeden treffen.
Auf jeden Fall ist MS keine "Nervenkrankheit" in dem Sinne, dass man sie von "Stress" bekaeme. Nicht mehr, als jede andere Krankheit. Stress kann hoechstens Symptome hervorrufen bzw. schlimmer machen, wenn man die MS schon hat. Aber Ursache davon ist er nicht, schon gar nicht Einzelursache. MS ist eine autoimmune Krankheit, d. h. das eigene Immunsystem greift das eigene zentrale Nervensystem an, und erodet das Myalin (die Schutzhuellen an den Nervenenden). Kann das alles nicht so gut auf deutsch erklaeren. Ausserdem bin ich auch gar nicht so sehr "angespannt", etc - wie kommst du da eigentlich drauf?? Du kennst mich ja gar nicht mehr und weisst von meinem taeglichen Leben gar nichts, da kann man sowas doch nicht einfach so "vermuten". Hausaerzte sind da in der Regel auch nicht so gut informiert, weil MS ja eine ziemlich spezielle Sache ist. Da kann ein Hausarzt keine Diagnosen machen, schon gar keine indirekten und aus der Ferne. Ich habe einen Neurologen an der Uniklinik, der MS-Spezialist ist. Die machen dort die ganze Forschung usw, entwickeln Behandlungen, und sogar die haben nicht alle Antworten. In kurz, MS ist noch ein grosses Mysterium, ueber das sich sogar die Experten am Kopf kratzen. Als Laie kann man da erst recht nichts feststellen.
Mir ist die Ursache auch gar nicht so wichtig. Ich richte meinen Fokus auf die Gegenwart und die Zukunft. Jetzt kommt es schliesslich weniger darauf an, wo die MS herkommt, bzw. was "schuld" daran ist, und mehr, wie ich damit umgehe, um die beste Lebensqualitaet zu bewahren.
Es stimmt, dass man jahrzehntelang damit leben kann und noch normal gehen kann. Das hatte ich dir ja auch schon geschrieben. Gut, dass du dich da noch mal an anderer Stelle schlaugemacht hast. Ich habe ja im Moment noch keine allzugrossen Probleme, und hoffe, dass das so bleibt. Man sagt mir, dass die Krankheit oft weniger "schlimm" verlaeuft, wenn man schon "aelter" (50) ist wenn sie sich zum ersten mal bemerkbar macht. Die meisten Leute werden in den Zwanzigern damit diagnostiziert. MS ist also keine "alte-Leute-Krankheit". Das nur nebenbei. Die sagen, bei mir war die MS sicher auch schon laenger da, denn es sind ein paar alte, vernarbte Herde auf dem MRT Bild. Aber da ich keine groesseren Probleme hatte die ganze Zeit, und ja auch sonst nie zum Arzt gehe, wurde sie halt erst jetzt festgestellt.
Habt ihr (meinem Onkel) schon was gesagt?
Ich haette ihm nichts sagen sollen. Ich wusste schon, warum Schweigen mein erster Impuls war nach der Diagnose. Wird das jetzt ewig so weitergehen? Hilfe. Ich weiss, ich haette die Macht es zu beenden, indem ich einfach nicht mehr antworte. Aber die dummen Sprueche und faktischen Falschheiten einfach wortlos stehenlassen - das kann ich nicht. Das wuerde ja in gewisser Weisse Zustimmung implizieren und ihn nur noch bestaetigen in seinem unqualifizierten Quatsch.
Nachtrag: Irgendwann in den 80ern (also schon lange her) habe ich mal einen Leserbrief an die Lokalzeitung geschrieben, in dem es glaube ich um Rechtsradikale, Abtreigungsgegner u. solche Spinner ging. Irgendsowas, was halt gerade oeffentliches, vieldiskutiertes Thema war. Daraufhin hat ein Bekannter anerkennend und voller Bewunderung zu mir gesagt "Du hast denen 'Fuck you' gesagt, ohne ein einziges Mal tatsaechlich 'Fuck you' zu sagen!" So aehnlich sehe ich es mit dem oben zitierten Geschreibsel an Vattern auch. :)
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Saturday, October 1, 2011
Achtung Achtung! Extraausgabe! Deutscher Rentner deckt Ursache von MS auf!
Sohn will natuerlich, dass ich ihm die Email uebersetze. Ich sage spaeter. Ich kann gerade nicht. Ich muss mich erst mal wieder abregen.
Ich koennte kotzen bei so viel Kontrollsucht. Nein, im Ernst. Ich bin sprachlos. Im Moment. Lange werde ich es wohl nicht bleiben. Hier Vattern's Erklaerung ueber das, was selbst hochqualifizierte Aerzte nicht feststellen konnten. Wir prasentieren Ihnen, meine Damen und Herren... *trommelwirbel*....
DIE URSACHE VON MS:
Hallo Susanne,
danke, dass Du uns etwas besser informiert hast. Ich habe mich mittlerweile auch mal kundig gemacht über MS. Ergebnis: Wenn die Krankheit mit den richtigen Medikamenten regelmäßig behandelt wird, ist sie beherrschbar und man kann sehr alt werden dabei ohne im Rollstuhl sitzen zu müssen. Im Bekanntenkreis von (seiner Frau) gibt es eine Frau, die seit 15 (!) Jahren MS hat. Sie bekommt regelmäßige Behandlungen mit entsprechenden Medikamenten. Sie sitzt nicht im Rollstuhl, läuft ohne Behinderung, und man merkt ihr nichts an. Die Frau geht mittlerweile auf die 80 zu. Ich finde es gut, dass Du mehrere Ätze aufgesucht hast, um entsprechende Sicherheit zu haben. Was ich nicht vermutet hätte ist, dass man MS außer über Vererbung auch durch Stress psychischen Druck und ständige innere Unruhe über viele Jahre hinweg bekommen kann. Ich vermute, dass das bei Dir eher der Fall ist. Unser Hausarzt sagt, dass diese Art von MS, die über die seelisch/psychische Schiene erworben wird, ehr beherrschbar ist als über die durch Vererbung erworbene Krankheit. Dass ich in meinem nervenaufreibenden Job als Pressereferent, ständig von launischen Politikern umgeben, denen ich zugearbeitet habe, nicht auch MS bekommen habe, liegt offensichtlich daran, dass ich immer verstanden habe, tief zu entspannen mit autogenem Training. Trotzdem bin ich nervlich immer noch sehr angespannt und belastet. Ich muss täglich üben, um einigermaßen ruhig zu bleiben. Ich bin zwar schon mehr als 10 Jahre pensioniert, aber wenn man nervlich geschädigt ist, haftet einem das immer noch an. Auch die Arbeit an dem Buch über zwei Jahre hat mich in meiner Verfassung wieder zurückgeworfen. Schluss jetzt!
Sage mir Bescheid, ob das Buch nun endlich angekommen ist. Ich verstehe das nicht. Das war eine Büchersendung zu verbilligtem Tarif in einem Umschlag, den der Zoll jederzeit hätte öffnen und nachschauen können. Und wenn ein unzuverlässiger Briefträger im Hinblick auf das hohe Gewicht etwas Wertvolles vermutet hat, wird er ja gesehen haben, dass es sich lediglich um ein Buch handelt. Sage also Bescheid. Ich kann Dir dann nochmals ein Buch schicken. Wir werden Dir auch wieder ein Paket zusammenstellen und schicken. Das scheint ja gut zu gehen.
Lass bald wieder etwas von Dir hören, auch von (Sohn). Was macht er derzeit? Hast Du eine Hilfe in ihm?
Ich zitter immer noch. Als Nervenkranke habe ich mir meine Wut ja wohl auch redlich verdient.
:/
Das war uebrigens (nach ueber einer Woche) eine Antwort zu diesem von mir:
"Ich habe es nicht frueher geschrieben, weil ich es selbst erst seit Maerz weiss, und mich erst selbst damit "anfreunden" musste. Ausserdem wusste ich nicht, wie ihr reagieren wuerdet.
Also zweite Meinung habe ich schon laengst (und dritte und vierte). Ich war ja 5 Tage im Krankenhaus und die haben alles gemacht (MRTs, CT Scan, Fluessigkeit am Rueckgrat abgenommen), um Anderes auszuschliessen. Daran waren mehrere Aerzte beteiligt. Ich hatte naemlich eine ganz schlimme Attacke gehabt, nicht nur so ein bisschen Kribbeln. Jetzt habe ich einen regelmaessigen Neurologen und bekomme ja wie gesagt einmal im Monat die Behandlung. Die wird mir am Tropf (sagt man das so - ich kann kein deutsch mehr!) intravenoes eingefloesst einmal im Monat.
Meine Mutter hat angerufen und gesagt, dass sie sich laenger mit dir ueber die Sache unterhalten hat. Das war gut, denn ich wusste nicht, wie ich es der erzaehlen sollte von der MS. Aber irgendwann muesste es doch mal sein. Wie gesagt, ihr koennt auch Helmut Bescheid sagen. MS ist ja nichts wofuer man sich schaemen muss, und daran sterben tut man auch nicht. Und so selten ist das auch nicht - es gibt viele Leute, die mit MS schon jahrzehntelang leben.
Apropos Buch: Das koennt ihr ja nochmal schicken, wenn's nicht mehr kommt. I
..."
Also ich finde das eine bodenlose Frechheit. Nicht nur einem die Welt (falsch) zu erklaren, aber mir dann auch noch Ratschlaege zur Behandlung und zum Krankheitsverlauf zu geben, nachdem ich ihm doch schon genau dasselbe geschrieben habe. Bodenlose Unverschaemtheit. Wie kann man nur so selbstbezogen sein. Sogar Sohn war aufgefallen, als wir drueben waren, dass er immer einem nochmal "erklaert", was man gerade selbst gesagt hat. Ueberhaupt nicht zuhoert. Das heisst, wenn er einen ueberhaupt mal zu Wort kommen laesst. Und ein Experte zu allem und jedem Thema war er ja immer schon. Kann's nicht aushalten wenn er nicht die Kontrolle hat in jedem Umstand. Und der und "ruhig, gelassen"??? Och nee. Wir waren immer ganz fertig nach einem Tag mit dem und seinem aufgeregten, kontrollierendem Gehabe. Ich bin grade sprachlos. Gottseidank fuer Email. Darum gehe ich auch nicht mehr ans Telefon wenn Vattern anruft. Weil ich keine Lust habe, mich verbal erschlagen zu lassen von dem aufgeregten Getue.
PS. Und was ist eigentlich mit der "2. Meinung", die er sich angeblich immer holt??? Wohl nicht noetig diesmal. Es geht ja nicht um ihn. Und der "Hausarzt" auf einem deutschen Kuhdorf (sicher hochqualifizierter MS Spezialist :/) wird ihm wohl irgendwas erzaehlt haben, um ihn loszuwerden. Und instinktiv gespuert haben, dass Vatten in seinem Kontrollzwang keine Ruhe geben wird, bis er nicht ALLES im Leben mit einer "selber schuld" Erklaerung erklaert bekommt. Damit der kleine Junge beruhigt ist, dass ihm niemalsnie etwas Schlimmes passieren kann, weil er ja alles selber in der Hand hat. Arschloch. :/
"Nervenkrank" ist sowieso so eine Bessessenheit von dem. Das hat er auch frueher meiner Mutter immer angehaengt. Das macht er jedesmal, wenn er das Gefuehl hat, den entsprechenden Menschen nicht mehr kontrollieren zu koennen. Bei meinem Onkel macht er das auch. Der ist angeblich auch "nicht richtig im Kopf", weil er Vattern naemlich durchschaut und sich gegen ihn aufstellt. Zu bedrohlich, also Zurechnungsfaehigkeit abprechen. :/ Und jetzt bin ich dran.
Ich koennte kotzen bei so viel Kontrollsucht. Nein, im Ernst. Ich bin sprachlos. Im Moment. Lange werde ich es wohl nicht bleiben. Hier Vattern's Erklaerung ueber das, was selbst hochqualifizierte Aerzte nicht feststellen konnten. Wir prasentieren Ihnen, meine Damen und Herren... *trommelwirbel*....
DIE URSACHE VON MS:
Hallo Susanne,
danke, dass Du uns etwas besser informiert hast. Ich habe mich mittlerweile auch mal kundig gemacht über MS. Ergebnis: Wenn die Krankheit mit den richtigen Medikamenten regelmäßig behandelt wird, ist sie beherrschbar und man kann sehr alt werden dabei ohne im Rollstuhl sitzen zu müssen. Im Bekanntenkreis von (seiner Frau) gibt es eine Frau, die seit 15 (!) Jahren MS hat. Sie bekommt regelmäßige Behandlungen mit entsprechenden Medikamenten. Sie sitzt nicht im Rollstuhl, läuft ohne Behinderung, und man merkt ihr nichts an. Die Frau geht mittlerweile auf die 80 zu. Ich finde es gut, dass Du mehrere Ätze aufgesucht hast, um entsprechende Sicherheit zu haben. Was ich nicht vermutet hätte ist, dass man MS außer über Vererbung auch durch Stress psychischen Druck und ständige innere Unruhe über viele Jahre hinweg bekommen kann. Ich vermute, dass das bei Dir eher der Fall ist. Unser Hausarzt sagt, dass diese Art von MS, die über die seelisch/psychische Schiene erworben wird, ehr beherrschbar ist als über die durch Vererbung erworbene Krankheit. Dass ich in meinem nervenaufreibenden Job als Pressereferent, ständig von launischen Politikern umgeben, denen ich zugearbeitet habe, nicht auch MS bekommen habe, liegt offensichtlich daran, dass ich immer verstanden habe, tief zu entspannen mit autogenem Training. Trotzdem bin ich nervlich immer noch sehr angespannt und belastet. Ich muss täglich üben, um einigermaßen ruhig zu bleiben. Ich bin zwar schon mehr als 10 Jahre pensioniert, aber wenn man nervlich geschädigt ist, haftet einem das immer noch an. Auch die Arbeit an dem Buch über zwei Jahre hat mich in meiner Verfassung wieder zurückgeworfen. Schluss jetzt!
Sage mir Bescheid, ob das Buch nun endlich angekommen ist. Ich verstehe das nicht. Das war eine Büchersendung zu verbilligtem Tarif in einem Umschlag, den der Zoll jederzeit hätte öffnen und nachschauen können. Und wenn ein unzuverlässiger Briefträger im Hinblick auf das hohe Gewicht etwas Wertvolles vermutet hat, wird er ja gesehen haben, dass es sich lediglich um ein Buch handelt. Sage also Bescheid. Ich kann Dir dann nochmals ein Buch schicken. Wir werden Dir auch wieder ein Paket zusammenstellen und schicken. Das scheint ja gut zu gehen.
Lass bald wieder etwas von Dir hören, auch von (Sohn). Was macht er derzeit? Hast Du eine Hilfe in ihm?
Ich zitter immer noch. Als Nervenkranke habe ich mir meine Wut ja wohl auch redlich verdient.
:/
Das war uebrigens (nach ueber einer Woche) eine Antwort zu diesem von mir:
"Ich habe es nicht frueher geschrieben, weil ich es selbst erst seit Maerz weiss, und mich erst selbst damit "anfreunden" musste. Ausserdem wusste ich nicht, wie ihr reagieren wuerdet.
Also zweite Meinung habe ich schon laengst (und dritte und vierte). Ich war ja 5 Tage im Krankenhaus und die haben alles gemacht (MRTs, CT Scan, Fluessigkeit am Rueckgrat abgenommen), um Anderes auszuschliessen. Daran waren mehrere Aerzte beteiligt. Ich hatte naemlich eine ganz schlimme Attacke gehabt, nicht nur so ein bisschen Kribbeln. Jetzt habe ich einen regelmaessigen Neurologen und bekomme ja wie gesagt einmal im Monat die Behandlung. Die wird mir am Tropf (sagt man das so - ich kann kein deutsch mehr!) intravenoes eingefloesst einmal im Monat.
Meine Mutter hat angerufen und gesagt, dass sie sich laenger mit dir ueber die Sache unterhalten hat. Das war gut, denn ich wusste nicht, wie ich es der erzaehlen sollte von der MS. Aber irgendwann muesste es doch mal sein. Wie gesagt, ihr koennt auch Helmut Bescheid sagen. MS ist ja nichts wofuer man sich schaemen muss, und daran sterben tut man auch nicht. Und so selten ist das auch nicht - es gibt viele Leute, die mit MS schon jahrzehntelang leben.
Apropos Buch: Das koennt ihr ja nochmal schicken, wenn's nicht mehr kommt. I
..."
Also ich finde das eine bodenlose Frechheit. Nicht nur einem die Welt (falsch) zu erklaren, aber mir dann auch noch Ratschlaege zur Behandlung und zum Krankheitsverlauf zu geben, nachdem ich ihm doch schon genau dasselbe geschrieben habe. Bodenlose Unverschaemtheit. Wie kann man nur so selbstbezogen sein. Sogar Sohn war aufgefallen, als wir drueben waren, dass er immer einem nochmal "erklaert", was man gerade selbst gesagt hat. Ueberhaupt nicht zuhoert. Das heisst, wenn er einen ueberhaupt mal zu Wort kommen laesst. Und ein Experte zu allem und jedem Thema war er ja immer schon. Kann's nicht aushalten wenn er nicht die Kontrolle hat in jedem Umstand. Und der und "ruhig, gelassen"??? Och nee. Wir waren immer ganz fertig nach einem Tag mit dem und seinem aufgeregten, kontrollierendem Gehabe. Ich bin grade sprachlos. Gottseidank fuer Email. Darum gehe ich auch nicht mehr ans Telefon wenn Vattern anruft. Weil ich keine Lust habe, mich verbal erschlagen zu lassen von dem aufgeregten Getue.
PS. Und was ist eigentlich mit der "2. Meinung", die er sich angeblich immer holt??? Wohl nicht noetig diesmal. Es geht ja nicht um ihn. Und der "Hausarzt" auf einem deutschen Kuhdorf (sicher hochqualifizierter MS Spezialist :/) wird ihm wohl irgendwas erzaehlt haben, um ihn loszuwerden. Und instinktiv gespuert haben, dass Vatten in seinem Kontrollzwang keine Ruhe geben wird, bis er nicht ALLES im Leben mit einer "selber schuld" Erklaerung erklaert bekommt. Damit der kleine Junge beruhigt ist, dass ihm niemalsnie etwas Schlimmes passieren kann, weil er ja alles selber in der Hand hat. Arschloch. :/
"Nervenkrank" ist sowieso so eine Bessessenheit von dem. Das hat er auch frueher meiner Mutter immer angehaengt. Das macht er jedesmal, wenn er das Gefuehl hat, den entsprechenden Menschen nicht mehr kontrollieren zu koennen. Bei meinem Onkel macht er das auch. Der ist angeblich auch "nicht richtig im Kopf", weil er Vattern naemlich durchschaut und sich gegen ihn aufstellt. Zu bedrohlich, also Zurechnungsfaehigkeit abprechen. :/ Und jetzt bin ich dran.
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Monday, November 15, 2010
Kann man das mit Humor nehmen?
So langsam rege ich mich wieder ab, auch wenn mir die Finger noch ein bisschen zittern im Moment.
Heute hatte ich frei, bin ein bisschen shoppen gegangen. Haare, Naegel, Massage, Klamotten, Buecher, Cafe. Alles, was einem gut tut. Fuehlte mich eigentlich auch ziemlich gut. So gut, dass ich denke, ich will jetzt nicht mit der U-Bahn heimhetzen, sondern gemuetlich mit dem Bus fahren. Und dabei mein neues Meditationsbuch lesen. Zeit habe ich ja.
Ich steige in den Bus, stecke meine Fahrkarte in das Dings, und - UPS - sie ist leer. Hatte es aus Schlampigkeit vermasselt, sie aufzufuellen. Also krame ich nach Kleingeld in meiner Tasche. Anders geht das leider nicht, denn die machen kein Wechselgeld. Es muss das genaue Kleingeld sein. Ich fische eine Handvoll Kleingeld aus den Untiefen meiner Tasche, und lege es zum genauen Abzaehlen auf das Dashboard des Busses. Fahrer faehrt schon an. Kein Problem. Er sagt, es kann jetzt ruckelig werden, ich soll vorsichtig sein. Da ich weder betrunken, noch 90 bin, kann ich mich sehr gut balancieren. Ich sage dem, er soll nur ruhig fahren, ich habe das schon im Griff.
Zwei Dollar und 25 Cent kostet eine Fahrt. Als ich 2 Dollar abgezaehlt habe, tue ich das schon mal in die Maschine. Da fehlen noch 25 Cent, Augenblickchen noch, Moment, gleich haben wir's. Alles in breitbeiniger Surferstellung, waehrend der Bus ruckelt und zuckelt. Aber man haelt sich ja nicht umsonst fit, sondern fuer genau solche Momente.
Auf einmal sagt der Fahrer aus dem blauen Himmel bzw. der blauen Uniform heraus zu mir, vielleicht muss ich ja gar nicht den Vollpreis bezahlen. Ob ich denn ein SENIOR sei, dann bekomme ich naemlich einen Discount.
Die Brille. Es liegt an der bloeden Brille. Noch NIE habe ich ein Gestell gefunden, das mir schmeichelt. Jede Brille verwandelt mich auf der Stelle in eine Oma.
Ja, hierzulande bekommt man auch schon ab 50 so manche Seniorenrabatte. Wenn man Mitglied bei AARP ist. Dessen Annaherungsversuche ich seit einem Jahr und 3 Monaten konsequent zurueckweise (Scheiss auf die paar Dollar von Rabatte, man hat schliesslich seinen Stolz). Aber offiziell ist man erst ab 65 ein "Senior". Sogar an meinen uebelsten Haartagen sehe ich nicht wie 50 aus, geschweige denn 65. Trotzdem zieht er aus irgendeinem Grund die Moeglichkeit in Erwaegung, dass ich ein "Senior" bin, und ein verdatterter noch dazu, weil ich nicht mal weiss, dass mir in meinem hohen Alter ein RABATT zusteht!
Ich raste aus: "Habe ich das gerade richtig mitbekommen? Sie haben mich gefragt, ob ich ein... SENIOR bin!???!"
Ups. Die wird boese. Hat den hilfreichen Hinweis in den falschen Hals bekommen. Er versucht, zu retten, was noch zu retten ist (zu spaet, mein Lieber): Nein, SOOOOO habe er das nicht gemeint! Ja, wie genau er es denn dann gemeint haette, wollte mein Alzheimer-zerruettetes Gehirn wissen. Ja, meinte er, es koennte doch schliesslich JEDER ein SENIOR sein! Das sei doch keine Wertung! Ich: Dann fragen Sie doch sicher auch diese 16-Jaehrige, die da zufaellig neben mir in den Bus steigt, ob sie einen Seniorendiscount bekommt, nein!?! (Ich bin jetzt auf 180.) "Wenn JEEEEEEEEDER ein Senior sein kann!" Er verucht immer noch verzweifelt, die Situation zu retten, macht es dadurch aber nur noch schlimmer: "Mit Aussehen hat das ueberhaupt nichts zu tun, es kann Jeder ein Senior sein, egal wie er aussieht." Ich fuehle mich recht geschmeichelt. Nein, so geschmeichelt habe ich mich schon lange nicht mehr gefuehlt.
Dann gehe ich ernsthaft ab: Wie wagen Sie das! Was faellt Ihnen eigentlich EIN! Ich werde Sie MELDEN! Sind Sie noch bei TROST!?! Sie Schnoesel!"
Ja, er habe ja nur gemeint.... Ich voll in Seniorenrage-Modus: WAS ERLAUBEN SIE SICH EIGENTLICH! SIND SIE NOCH ZU RETTEN!! Unverschaemtheit! (Leider gibt es ja kein genaues Wort fuer "Unverschaemtheit" auf Englisch, was ich schon seit 30 Jahren bedauere, es ist so genial fuer bestimmte Situationen, in denen man sich ploetzlich findet. Ein passender Ersatz ist mir eingefallen, denn ich erinnere mich an das verdatterte Gesicht, daher muss ich es schon getroffen haben.)
Ich gebe dem noch diese fehlenden 25 Cent, die Frage ob mir ein Seniorenrabatt zusteht, habe ich an diesem Punkt wohl in seiner Gaenze beantwortet.
Mensch, ich bin noch sowas von sauer. Geht es dem noch gut????
Auf diesen Moment war ich jedenfalls schon ca. 25 Jahre lang vorbereitet, daher wusste ich genau, wie ich reagieren wuerde. Mit Mitte 20 kam mir schon mal der Gedanke, dass der erste Mensch, der mich hilfreich fragen wird, ob mir ein Seniorendiscount zusteht, eine volle Dosis meiner Rage bekommen wuerde. Meine Tirade war also bereit, und wartete seit Jahrzehnten nur auf den richtigen Moment. Im Grunde fuehlte es sich gut an, sie endlich loszuwerden. Nur stellte ich mir immer irgendwie so eine junge Apothekerin vor. Und mich mit mindestens 65. Nun ist es ueber die Buehne gegangen, nur mit einem maennlichen Busfahrer, und mir mit 51. Dabei habe ich noch nicht mal graue Haare, und bin auch nicht gebueckt, oder sonstwie verformt.
Jedenfalls habe ich diesen Erstauftritt nun hinter mir. Eine Erleichterung auch irgendwie, nein?
PS. Die Brille, zu der ich in letzter Zeit so selbstbewusst stehe, habe ich, sobald ich hinten im Bus war, abgenommen und in meine Tasche gesteckt. Ist das jetzt schlimm? Sehen konnte ich trotzem noch, wenn auch etwas verschwommener.
Heute hatte ich frei, bin ein bisschen shoppen gegangen. Haare, Naegel, Massage, Klamotten, Buecher, Cafe. Alles, was einem gut tut. Fuehlte mich eigentlich auch ziemlich gut. So gut, dass ich denke, ich will jetzt nicht mit der U-Bahn heimhetzen, sondern gemuetlich mit dem Bus fahren. Und dabei mein neues Meditationsbuch lesen. Zeit habe ich ja.
Ich steige in den Bus, stecke meine Fahrkarte in das Dings, und - UPS - sie ist leer. Hatte es aus Schlampigkeit vermasselt, sie aufzufuellen. Also krame ich nach Kleingeld in meiner Tasche. Anders geht das leider nicht, denn die machen kein Wechselgeld. Es muss das genaue Kleingeld sein. Ich fische eine Handvoll Kleingeld aus den Untiefen meiner Tasche, und lege es zum genauen Abzaehlen auf das Dashboard des Busses. Fahrer faehrt schon an. Kein Problem. Er sagt, es kann jetzt ruckelig werden, ich soll vorsichtig sein. Da ich weder betrunken, noch 90 bin, kann ich mich sehr gut balancieren. Ich sage dem, er soll nur ruhig fahren, ich habe das schon im Griff.
Zwei Dollar und 25 Cent kostet eine Fahrt. Als ich 2 Dollar abgezaehlt habe, tue ich das schon mal in die Maschine. Da fehlen noch 25 Cent, Augenblickchen noch, Moment, gleich haben wir's. Alles in breitbeiniger Surferstellung, waehrend der Bus ruckelt und zuckelt. Aber man haelt sich ja nicht umsonst fit, sondern fuer genau solche Momente.
Auf einmal sagt der Fahrer aus dem blauen Himmel bzw. der blauen Uniform heraus zu mir, vielleicht muss ich ja gar nicht den Vollpreis bezahlen. Ob ich denn ein SENIOR sei, dann bekomme ich naemlich einen Discount.
Die Brille. Es liegt an der bloeden Brille. Noch NIE habe ich ein Gestell gefunden, das mir schmeichelt. Jede Brille verwandelt mich auf der Stelle in eine Oma.
Ja, hierzulande bekommt man auch schon ab 50 so manche Seniorenrabatte. Wenn man Mitglied bei AARP ist. Dessen Annaherungsversuche ich seit einem Jahr und 3 Monaten konsequent zurueckweise (Scheiss auf die paar Dollar von Rabatte, man hat schliesslich seinen Stolz). Aber offiziell ist man erst ab 65 ein "Senior". Sogar an meinen uebelsten Haartagen sehe ich nicht wie 50 aus, geschweige denn 65. Trotzdem zieht er aus irgendeinem Grund die Moeglichkeit in Erwaegung, dass ich ein "Senior" bin, und ein verdatterter noch dazu, weil ich nicht mal weiss, dass mir in meinem hohen Alter ein RABATT zusteht!
Ich raste aus: "Habe ich das gerade richtig mitbekommen? Sie haben mich gefragt, ob ich ein... SENIOR bin!???!"
Ups. Die wird boese. Hat den hilfreichen Hinweis in den falschen Hals bekommen. Er versucht, zu retten, was noch zu retten ist (zu spaet, mein Lieber): Nein, SOOOOO habe er das nicht gemeint! Ja, wie genau er es denn dann gemeint haette, wollte mein Alzheimer-zerruettetes Gehirn wissen. Ja, meinte er, es koennte doch schliesslich JEDER ein SENIOR sein! Das sei doch keine Wertung! Ich: Dann fragen Sie doch sicher auch diese 16-Jaehrige, die da zufaellig neben mir in den Bus steigt, ob sie einen Seniorendiscount bekommt, nein!?! (Ich bin jetzt auf 180.) "Wenn JEEEEEEEEDER ein Senior sein kann!" Er verucht immer noch verzweifelt, die Situation zu retten, macht es dadurch aber nur noch schlimmer: "Mit Aussehen hat das ueberhaupt nichts zu tun, es kann Jeder ein Senior sein, egal wie er aussieht." Ich fuehle mich recht geschmeichelt. Nein, so geschmeichelt habe ich mich schon lange nicht mehr gefuehlt.
Dann gehe ich ernsthaft ab: Wie wagen Sie das! Was faellt Ihnen eigentlich EIN! Ich werde Sie MELDEN! Sind Sie noch bei TROST!?! Sie Schnoesel!"
Ja, er habe ja nur gemeint.... Ich voll in Seniorenrage-Modus: WAS ERLAUBEN SIE SICH EIGENTLICH! SIND SIE NOCH ZU RETTEN!! Unverschaemtheit! (Leider gibt es ja kein genaues Wort fuer "Unverschaemtheit" auf Englisch, was ich schon seit 30 Jahren bedauere, es ist so genial fuer bestimmte Situationen, in denen man sich ploetzlich findet. Ein passender Ersatz ist mir eingefallen, denn ich erinnere mich an das verdatterte Gesicht, daher muss ich es schon getroffen haben.)
Ich gebe dem noch diese fehlenden 25 Cent, die Frage ob mir ein Seniorenrabatt zusteht, habe ich an diesem Punkt wohl in seiner Gaenze beantwortet.
Mensch, ich bin noch sowas von sauer. Geht es dem noch gut????
Auf diesen Moment war ich jedenfalls schon ca. 25 Jahre lang vorbereitet, daher wusste ich genau, wie ich reagieren wuerde. Mit Mitte 20 kam mir schon mal der Gedanke, dass der erste Mensch, der mich hilfreich fragen wird, ob mir ein Seniorendiscount zusteht, eine volle Dosis meiner Rage bekommen wuerde. Meine Tirade war also bereit, und wartete seit Jahrzehnten nur auf den richtigen Moment. Im Grunde fuehlte es sich gut an, sie endlich loszuwerden. Nur stellte ich mir immer irgendwie so eine junge Apothekerin vor. Und mich mit mindestens 65. Nun ist es ueber die Buehne gegangen, nur mit einem maennlichen Busfahrer, und mir mit 51. Dabei habe ich noch nicht mal graue Haare, und bin auch nicht gebueckt, oder sonstwie verformt.
Jedenfalls habe ich diesen Erstauftritt nun hinter mir. Eine Erleichterung auch irgendwie, nein?
PS. Die Brille, zu der ich in letzter Zeit so selbstbewusst stehe, habe ich, sobald ich hinten im Bus war, abgenommen und in meine Tasche gesteckt. Ist das jetzt schlimm? Sehen konnte ich trotzem noch, wenn auch etwas verschwommener.
Wednesday, July 21, 2010
Altersgerechte Vorsorgeuntersuchung als Ueberraschungsattacke
Seit wann ist es normaler Bestandteil einer ganz normalen routinehaften ZAHNREINIGUNG, nicht nur als spezielle Prozedur so nebenbei nach PARODONTOSE untersucht zu werden, sondern so ganz beilaeufig als Ueberraschungsattacke DIE LYMPHKNOTEN NACH KREBS ABGETASTET ZU BEKOMMEN????????????!!!!!!!!!!!!!!
:OOOOOOOOOOOOOOOOO
Seit man "UEBER 50" ist????????????????
Fast 24 Stunden spaeter fehlen mir immer noch die Worte.
Ich koche vor Wut.
Morgens halb 5 und ich liege wach und gruebele. Fast 24 Stunden spaeter. Jetzt faengt es an. Ich denke nicht schnell, bin immer zu baff. Aber die Wut kommt spaeter. Und umso staerker.
Wechseln nuetzt nix. Die sind doch alle gleich, gehen nach den gleichen Richtlinien. Stehen miteinander im Wettbewerb, haben Angst vor Verklagungen.
Ist es jetzt nicht mal mehr sicher, MIR DIE ZAEHNE REINIGEN ZU LASSEN, ohne befuerchten zu muessen, da eines Tages rauszuschlabben mit einem beilaeufigen "DU DAS SOLLTEST DU UNBEDINGT MAL ABCHECKEN LASSEN" um die Ohren gehauen????????? Und einer Ueberweisung zum Lymphknotendoc in der Tasche????? Dass es diesmal gut ausgegangen ist, darueber kann ich mich gar nicht freuen. Warum auch. ICH hatte nie Zweifel, dass mit meinen Lymphknoten was nicht stimmen koennte. Deshalb waere ich auch nie freiwillig auf so eine Idee mit dem Hals abtasten gekommen. Dem habe ich nicht zugestimmt. Ich bin vollkommen unschuldig. Mein groesstes CRIME ist, dass ich letztesjahr 50 geworden bin. Jetzt bin ich wohl Freiwild fuer diese Aasgeier. ANYTHING GOES!!!!!!!!!!
Sprachlos noch im Moment.
Freiwillig wuerde ich so was NIEMALS IM LEBEN ZUSTIMMEN. Und je aelter ich werde, umso mehr passe ich auf, was einem als Ueberraschngseffekt reingewuergt wird.
Warum gibt es keine ALTEN UND ENTSPANNTEN Aerzte mehr?????????? Denen man VERTRAUEN KANN!!!!!! Die meisten Leute wollen das ja so. Die wollen die juengeren Aerzte, die "auf dem neuesten Stand sind", die "gruendlich" sind, die WOLLEN DAS!!!!!!! Weil ihnen das so eingeredet wurde, sich selbst zu vertrauen ist out. Und darum findet man NIX ANDERES MEHR!!!!!!!!!!!
Ironisch, dass ich gerade letzte Woche ueber genau dieses Thema eine beissende Satire hier geschrieben habe als Teil meiner Buddha-hsm Phase *mildes laecheln*. Man koennte meinen, ich haette es geahnt.
Ich gehe zu sonst keinem Arzt, und wuerde mich niemals dem Vorsorgeuntersuchungswahn hingeben. Das ist meine Lebensphilosphie, und die wurde verletzt!!!!! Aber jetzt habe ich mal wieder einen Geschmack dafuer bekommen, was mir da so alles Tolle entgeht. Wenn das schon BEIM ZAHNARZT so ist! Wie wuerde es da erst bei den anderen sein!!!!!!!!!!!! UMGOTTESWILLEN!!!!!!
BEERDIGT MICH DOCH GLEICH AND GET IT OVER WITH. Offenbar ist ueber 40 und erst recht ueber 50 sein DERMASSEN LEBENSGEFAEHRLICH, dass man sich irgendwann fragen muss, OB SICH DAS UEBERHAUPT NOCH LOHNT. Los, beerdigt mich, dann hab ich wenigstens meine Ruhe.
:OOOOOOOOOOOOOOOOO
Seit man "UEBER 50" ist????????????????
Fast 24 Stunden spaeter fehlen mir immer noch die Worte.
Ich koche vor Wut.
Morgens halb 5 und ich liege wach und gruebele. Fast 24 Stunden spaeter. Jetzt faengt es an. Ich denke nicht schnell, bin immer zu baff. Aber die Wut kommt spaeter. Und umso staerker.
Wechseln nuetzt nix. Die sind doch alle gleich, gehen nach den gleichen Richtlinien. Stehen miteinander im Wettbewerb, haben Angst vor Verklagungen.
Ist es jetzt nicht mal mehr sicher, MIR DIE ZAEHNE REINIGEN ZU LASSEN, ohne befuerchten zu muessen, da eines Tages rauszuschlabben mit einem beilaeufigen "DU DAS SOLLTEST DU UNBEDINGT MAL ABCHECKEN LASSEN" um die Ohren gehauen????????? Und einer Ueberweisung zum Lymphknotendoc in der Tasche????? Dass es diesmal gut ausgegangen ist, darueber kann ich mich gar nicht freuen. Warum auch. ICH hatte nie Zweifel, dass mit meinen Lymphknoten was nicht stimmen koennte. Deshalb waere ich auch nie freiwillig auf so eine Idee mit dem Hals abtasten gekommen. Dem habe ich nicht zugestimmt. Ich bin vollkommen unschuldig. Mein groesstes CRIME ist, dass ich letztesjahr 50 geworden bin. Jetzt bin ich wohl Freiwild fuer diese Aasgeier. ANYTHING GOES!!!!!!!!!!
Sprachlos noch im Moment.
Freiwillig wuerde ich so was NIEMALS IM LEBEN ZUSTIMMEN. Und je aelter ich werde, umso mehr passe ich auf, was einem als Ueberraschngseffekt reingewuergt wird.
Warum gibt es keine ALTEN UND ENTSPANNTEN Aerzte mehr?????????? Denen man VERTRAUEN KANN!!!!!! Die meisten Leute wollen das ja so. Die wollen die juengeren Aerzte, die "auf dem neuesten Stand sind", die "gruendlich" sind, die WOLLEN DAS!!!!!!! Weil ihnen das so eingeredet wurde, sich selbst zu vertrauen ist out. Und darum findet man NIX ANDERES MEHR!!!!!!!!!!!
Ironisch, dass ich gerade letzte Woche ueber genau dieses Thema eine beissende Satire hier geschrieben habe als Teil meiner Buddha-hsm Phase *mildes laecheln*. Man koennte meinen, ich haette es geahnt.
Ich gehe zu sonst keinem Arzt, und wuerde mich niemals dem Vorsorgeuntersuchungswahn hingeben. Das ist meine Lebensphilosphie, und die wurde verletzt!!!!! Aber jetzt habe ich mal wieder einen Geschmack dafuer bekommen, was mir da so alles Tolle entgeht. Wenn das schon BEIM ZAHNARZT so ist! Wie wuerde es da erst bei den anderen sein!!!!!!!!!!!! UMGOTTESWILLEN!!!!!!
BEERDIGT MICH DOCH GLEICH AND GET IT OVER WITH. Offenbar ist ueber 40 und erst recht ueber 50 sein DERMASSEN LEBENSGEFAEHRLICH, dass man sich irgendwann fragen muss, OB SICH DAS UEBERHAUPT NOCH LOHNT. Los, beerdigt mich, dann hab ich wenigstens meine Ruhe.
Sunday, April 11, 2010
Von der Akademikerin bis zum Penner an der Ecke - alle sind sich einig: hsm ist ein Edler Mensch
Fuer viele Menschen bin ich eine unbekannte Groesse. Die wissen nur die aller-basesten Aeusserlichkeiten von mir, die, die ich nicht verbergen kann, weil sie eben sichtbar sind. Und denken dann, dass sie DARAUS alles andere aus meinem Leben ableiten koennten. (Hat einen Sohn, aber man sieht und hoert nichts von einem Mann. Also alleinerziehend. Hat schon seit Jahr und Tag ein und denselben Job, kommt und geht regelmaessig, man kann die Uhr nach ihr stellen. Ein edler Mensch. Verantwortungsbewusst. Stellt sich ihren Lebensaufgaben. Hat's nicht leicht. Hut ab. Und Hochachtung.)
Ich wollte, ich koennte die paar sichtbaren Fakten fuer die Mehrzahl der Menschheit im Verborgenen halten. Denn sie benutzen sie, fuer sich daraus mein ganzes Leben abzuleiten. Und Sachen, die man NICHT sieht, werden einfach erfunden. Die Menschheit kann es nicht ertragen, mal zu sagen "Also DIE verstehe ich jetzt nicht. Die hat so viele Widersprueche, wirkt irgendwie interessant, aber man wird nicht richtig aus ihr schlau". Nein, die Menschheit nimmt stattdessen die zwei Faektchen, die ich nicht verbergen kann, beim Schopf, und bastelt sich daraus eine Lebensgeschichte und eine Charakterstudie fuer/ueber mich: Puh. Die kann man also doch in zwei Saetzen zusammenfassen. Gefahr abgewendet. Die Welt ist wieder im Lot.
Ausser der Zahnaerztin sind mir letztens noch ein paar andere Frechheiten aufgefallen/eingefallen (na ja, EINE zumindest), denen ich urspruenglich nicht viel Bedeutung beigemessen hatte. Da wohnt so ein Typ ein paar Haeusser weiter, und den trifft man immer auf der Strasse, wo er mit seinem Hund spazierengeht, oder mit irgendwelchen Nachbarn quatscht. Mit dem halte ich mal kurz ein Schwaetzchen, eigentlich nur gruessen, aber mir ist schon lange aufgefallen, dass der sich einbildet, er kennt mich. Ich habe mir schon manchmal andere Heimwege ausgesucht, nur um nicht so berechenbar fuer den zu sein. Nix nuetzt was. Ich traf ihn dann auch schon auf anderen Strassen. Ich denke mir, der stalkt mich wohl, nehme es aber nicht weiter ernst. Solange er nicht gefaeherlich wird (und dafuer gibt es keine Anzeichen) nehme ich es eigentlich wie immer als Kompliment, wenn jemand offenbar fasziniert von mir ist. Nun hat er mich vor ein paar Tagen (VOR der Zahnaerztin und dem Zirkus diese Woche) auf der Strasse angehalten, und mir gesagt, wie toll ich doch aussehe (na schoen, das sagt er immer, das hoert man ja auch gern.) Und wie toll ich ueberhaupt waere. Ich - nur kurz an den Laden an der Ecke gehend, und meine Faulenzerklamotten anhabend, die nicht besonders figur-schmeichelnd sind - verlegen kichernd an mir herumgezupft: "Danke! Aber im Moment stimmt das leider nicht, ich sehe doch gerade echt Scheisse aus!" Und der: "Ich meine jetzt auch noch nicht mal dein AUSSEHEN! Sondern DICH! Wie toll du bist, WEIL DU EINFACH JEDEN TAG WEITERMACHST! Jeden Tag machst du weiter, und das finde ich ganz bewundernswert!"
Ich hatte dem nicht viel Bedeutung beigemessen, weil ich weiss, wie der Typ ist, und dass man den wirklich nicht fuer voll nehmen kann. (Erst mal scheint er die meiste Zeit betrunken.) Aber nach der Zahnaerztin ist das alles wieder hochgekommen. WAS genau meinte er mit "immer wieder weitermachen"! Im Moment ist man ja so baff, dass einem nix einfaellt, und wenn es das tut, ist der Moment schon vorbeigezogen. Das ist doch eine FRECHHEIT OHNEGLEICHEN, zu implizieren, dass mein Leben so hart und schwer und fremdbestimmt...., und wie bewundernswert ich seit Jahr und Tag auf meinen oeden Job, um meinen Sohn ganz alleine zu.... bla bla bla bla bla" FRECHHEIT!!! UNVERSCHAEMTHEIT OHNEGLEICHEN!!!!!!!!!!!!
Dabei hatte ich doch gerade in letzter Zeit oefter erleichtert gedacht "ey, ich hoere das mit dem Alleinerziehendsein eigentlich gar nicht mehr. Das war mal mein ganz grosses Thema, und mit Sohn's Aelterwerden hat es sich irgendwie aus meinem Leben verfluechtigt".
Das war wohl ein Trugschluss. Die meisten Leute sehen mich eben doch so. Und werden es auf immer und ewig tun. Die meisten sagen es einem nur nicht ins Gesicht, so dass man sich noch nicht mal wehren kann gegen die Frechheiten. Ich hatte also doch recht, als ich mir vor ein paar Jahren mal dachte: Wenn ich morgen sterben wuerde, was wuerde die Welt ueber mich sagen: "Sie ist jeden Tag brav und bewundernswert auf die Arbeit, um alleine ihren Sohn grosszuziehen, allergroessste Hochachtung". Und ploetzlich wird das zum Fakt. Es haut mich immer wieder um, wie selbstverstaendlich die Leute davon ausgehen, dass es bei mir so ist. Und solche tief verwurzelten Vorurteile lassen sich eben nicht ausreissen, auch mit Gewalt nicht. Die sind sich noch nicht mal bewusst, wie uebergriffig sie sind. Die meinen noch, sie wuerden einem EINE FREUDE machen mit dem "Lob". Wo man doch so bescheiden ist, und gar nicht mitbekommt, was man "so alles leistet" ("Du bist etwas ganz Besonderes und weisst es noch nicht mal", oder wie der Spruch geht, mit dem man Loser aufbauen soll, die nichts im Leben erreicht haben und nur fremdbestimmt und fuer andere leben.) Und die meisten Leute hoeren so was ja gerne, und unterstuetzen es sogar. Was die damit fuer mich und mein Image anrichten, merken sie gar nicht, ich werde einfach mit den Braven in einen Topf geworfen, Label drauf, unbekannte Groesse identifiziert, neutralisiert, unter Kontrolle gebracht, Gefahr abgewendet.
Was mache ich nur falsch. Warum wird von mir im Zweifelsfall immer erst mal DAS EDLE angenommen, wo es doch SOOOOOOOOOOOOOO nichts mit den Tatsachen zu tun hat???
Ich kann nur von Glueck sagen, dass ich NIEMANDEM IN MEINEM LEBEN hier in NYC je von DEM BEKNACKTEN erzaehlt habe, bzw. nur sehr sehr wenigen, auserlesenen Menschen. Habe die Geschichte vom Beknackten ja vor ein paar Jahren bei Disy erzaehlt, und da wurden es sieben (!) lange Eintraege, weil es so kompliziert ist. Ja, ja. Es ist nicht kompliziert, ich MACHE es kompliziert. Alles schon gehoert. Es ist doch ganz einfach zusammenzufassen, die Geschichte mit dem Beknackten. Nur ist es das leider nicht. Weil wenn man sie in 3 Saetzen zusammenfassen wuerde, wuerden die Leute DIE RICHTIGE Geschichte eben doch nicht kennen. Sondern nur den Teil, den MAN SIEHT, der GESELLSCHAFTSFAEHIG IST. Und mit dem man so schoen eine Geschichte ueber mich schreiben kann, die mit der Realitaet herzlich wenig zu tun hat. Da kaemen dann so Dinge wie "Schicksalsschlag", "du hattest es aber auch schon schwer im Leben", "hoer mal. das war doch eine GANZ SCHWERE ENTSCHEIDUNG, einfach hast du dirs nicht gemacht!" Alles O-Ton, alles schon gehoert als ich noch davon erzaehlte, bevor ich meine Klappe siegelte im Leben, alles eine Frechheit. Und alles nicht mal entfernt mit den Fakten verwandt. Und um das in Zukunft zu vermeiden, wird auch kein Mensch die Geschichte von dem Beknackten erzaehlt bekommen. Denn dazu muss man DIE GANZE Geschichte kennen, oder man kommt eben zu diesen falschen Schluessen. Die mich brav und tapfer und edel dastehen lassen. So als existiere ich ueberhaupt nicht. Obwohl ich an dem Beknackten in Wirklichkeit EINE GANZ SCHLIMME SCHULD BEGANGEN HABE, und - ja - STOLZ DARAUF BIN, WEIL MAN DARAN MEINEN WAHREN (BOESEN!!!) CHARAKTER ERKENNEN KANN. Wenn man es denn nicht versucht, abzuleugnen und umzuschreiben.
Was mache ich nur falsch. Es muss an meiner Ausstrahlung liegen. Ich komme irgendwie zu harmlos herueber, und die Menschen gehen automatisch davon aus, dass ich ein Harmloschen bin. Wenn ich dem nur erfolgreich entgegentreten koennte! Alles "Boese" was ich dann tue oder von mir gebe, wird ja doch wieder herumgetrudelt werden, bis es "brav" aussieht. Mensch, ich koche vor Wut. Es gibt einen Grund, warum es immer die "Harmlosen" sind, die auf einmal ausrasten, und in den Nachrichten erscheinen. Die waren eben nie wirklich "harmlos". Das hat die Menschheit nur faelschlicherweise ueber sie gedacht, weil sich die Menschheit nicht mit komplizierten Menschen auseinandersetzen will, und daher Eigenschaften fuer solche erfindet, mit denen sie besser umgehen kann.
Nachtrag: Schon oft im Leben habe ich den hochoriginellen Ratschlag bekommen, ich koenne die Leute nicht aendern, man soll sie reden lassen, Hauptsache ICH weiss, wie es fuer mich wirklich ist. Freundlich nicken und laecheln, und sich seinen Teil denken, so soll man mit solchen Situationen umgehen. Evtl. sogar noch hoeflich und unverbindlich sagen "danke fuer die Anteilnahme", und dann stillschweigend weiterhin machen, was ich will. Um ihren Punkt zu untermauern, bringen diese wohlmeindenden Freunde und Bekannten manchmal noch Beispiele aus ihrem eigenen Leben, wo ueber/an sie auch mal dumm geredet wurde, SIE aber ganz gelassen da drueber standen, und dass AUCH ICH lernen koennte, gelassen ueber dummem Geschwaetz zu stehen. Aber eines stimmt und passt immer irgendwie nicht bei diesen Beispielen, die wohl hilfreich gemeint sind: Denn denen wurde in der Regel etwas BOESES angedichtet. Ueber die wird ABGELAESTERT. Die werden KRITISIERT. Das kann man irgendie nicht mit dem vergleichen, was ueber MICH gedacht/geredet wird. Denn die Kritisierten werden doch IRGENDWIE ALS BEDROHLICH ANGESEHEN, ihnen alles Moegliche BOESE zugetraut und nachgesagt, waehrend ich einfach als Harmloschen abgetan und GAR NICHT ERST FUER VOLL GENOMMEN WERDE, nicht als INDIVIDUUM WAHRGENOMMEN WERDE. Angeblich noch nie eine Entscheidung getroffen habe, sonderm brav das mache, was mir irgendein dubioeses "Schicksal" angeblich vorschreibt. Also irgendwie nicht das Gleiche. Wenn ich den Unterschied dann zu erklaeren versuche, werden diese meinige hoeheren Gedankengaenge meist nicht verstanden.
Ich wollte, ich koennte die paar sichtbaren Fakten fuer die Mehrzahl der Menschheit im Verborgenen halten. Denn sie benutzen sie, fuer sich daraus mein ganzes Leben abzuleiten. Und Sachen, die man NICHT sieht, werden einfach erfunden. Die Menschheit kann es nicht ertragen, mal zu sagen "Also DIE verstehe ich jetzt nicht. Die hat so viele Widersprueche, wirkt irgendwie interessant, aber man wird nicht richtig aus ihr schlau". Nein, die Menschheit nimmt stattdessen die zwei Faektchen, die ich nicht verbergen kann, beim Schopf, und bastelt sich daraus eine Lebensgeschichte und eine Charakterstudie fuer/ueber mich: Puh. Die kann man also doch in zwei Saetzen zusammenfassen. Gefahr abgewendet. Die Welt ist wieder im Lot.
Ausser der Zahnaerztin sind mir letztens noch ein paar andere Frechheiten aufgefallen/eingefallen (na ja, EINE zumindest), denen ich urspruenglich nicht viel Bedeutung beigemessen hatte. Da wohnt so ein Typ ein paar Haeusser weiter, und den trifft man immer auf der Strasse, wo er mit seinem Hund spazierengeht, oder mit irgendwelchen Nachbarn quatscht. Mit dem halte ich mal kurz ein Schwaetzchen, eigentlich nur gruessen, aber mir ist schon lange aufgefallen, dass der sich einbildet, er kennt mich. Ich habe mir schon manchmal andere Heimwege ausgesucht, nur um nicht so berechenbar fuer den zu sein. Nix nuetzt was. Ich traf ihn dann auch schon auf anderen Strassen. Ich denke mir, der stalkt mich wohl, nehme es aber nicht weiter ernst. Solange er nicht gefaeherlich wird (und dafuer gibt es keine Anzeichen) nehme ich es eigentlich wie immer als Kompliment, wenn jemand offenbar fasziniert von mir ist. Nun hat er mich vor ein paar Tagen (VOR der Zahnaerztin und dem Zirkus diese Woche) auf der Strasse angehalten, und mir gesagt, wie toll ich doch aussehe (na schoen, das sagt er immer, das hoert man ja auch gern.) Und wie toll ich ueberhaupt waere. Ich - nur kurz an den Laden an der Ecke gehend, und meine Faulenzerklamotten anhabend, die nicht besonders figur-schmeichelnd sind - verlegen kichernd an mir herumgezupft: "Danke! Aber im Moment stimmt das leider nicht, ich sehe doch gerade echt Scheisse aus!" Und der: "Ich meine jetzt auch noch nicht mal dein AUSSEHEN! Sondern DICH! Wie toll du bist, WEIL DU EINFACH JEDEN TAG WEITERMACHST! Jeden Tag machst du weiter, und das finde ich ganz bewundernswert!"
Ich hatte dem nicht viel Bedeutung beigemessen, weil ich weiss, wie der Typ ist, und dass man den wirklich nicht fuer voll nehmen kann. (Erst mal scheint er die meiste Zeit betrunken.) Aber nach der Zahnaerztin ist das alles wieder hochgekommen. WAS genau meinte er mit "immer wieder weitermachen"! Im Moment ist man ja so baff, dass einem nix einfaellt, und wenn es das tut, ist der Moment schon vorbeigezogen. Das ist doch eine FRECHHEIT OHNEGLEICHEN, zu implizieren, dass mein Leben so hart und schwer und fremdbestimmt...., und wie bewundernswert ich seit Jahr und Tag auf meinen oeden Job, um meinen Sohn ganz alleine zu.... bla bla bla bla bla" FRECHHEIT!!! UNVERSCHAEMTHEIT OHNEGLEICHEN!!!!!!!!!!!!
Dabei hatte ich doch gerade in letzter Zeit oefter erleichtert gedacht "ey, ich hoere das mit dem Alleinerziehendsein eigentlich gar nicht mehr. Das war mal mein ganz grosses Thema, und mit Sohn's Aelterwerden hat es sich irgendwie aus meinem Leben verfluechtigt".
Das war wohl ein Trugschluss. Die meisten Leute sehen mich eben doch so. Und werden es auf immer und ewig tun. Die meisten sagen es einem nur nicht ins Gesicht, so dass man sich noch nicht mal wehren kann gegen die Frechheiten. Ich hatte also doch recht, als ich mir vor ein paar Jahren mal dachte: Wenn ich morgen sterben wuerde, was wuerde die Welt ueber mich sagen: "Sie ist jeden Tag brav und bewundernswert auf die Arbeit, um alleine ihren Sohn grosszuziehen, allergroessste Hochachtung". Und ploetzlich wird das zum Fakt. Es haut mich immer wieder um, wie selbstverstaendlich die Leute davon ausgehen, dass es bei mir so ist. Und solche tief verwurzelten Vorurteile lassen sich eben nicht ausreissen, auch mit Gewalt nicht. Die sind sich noch nicht mal bewusst, wie uebergriffig sie sind. Die meinen noch, sie wuerden einem EINE FREUDE machen mit dem "Lob". Wo man doch so bescheiden ist, und gar nicht mitbekommt, was man "so alles leistet" ("Du bist etwas ganz Besonderes und weisst es noch nicht mal", oder wie der Spruch geht, mit dem man Loser aufbauen soll, die nichts im Leben erreicht haben und nur fremdbestimmt und fuer andere leben.) Und die meisten Leute hoeren so was ja gerne, und unterstuetzen es sogar. Was die damit fuer mich und mein Image anrichten, merken sie gar nicht, ich werde einfach mit den Braven in einen Topf geworfen, Label drauf, unbekannte Groesse identifiziert, neutralisiert, unter Kontrolle gebracht, Gefahr abgewendet.
Was mache ich nur falsch. Warum wird von mir im Zweifelsfall immer erst mal DAS EDLE angenommen, wo es doch SOOOOOOOOOOOOOO nichts mit den Tatsachen zu tun hat???
Ich kann nur von Glueck sagen, dass ich NIEMANDEM IN MEINEM LEBEN hier in NYC je von DEM BEKNACKTEN erzaehlt habe, bzw. nur sehr sehr wenigen, auserlesenen Menschen. Habe die Geschichte vom Beknackten ja vor ein paar Jahren bei Disy erzaehlt, und da wurden es sieben (!) lange Eintraege, weil es so kompliziert ist. Ja, ja. Es ist nicht kompliziert, ich MACHE es kompliziert. Alles schon gehoert. Es ist doch ganz einfach zusammenzufassen, die Geschichte mit dem Beknackten. Nur ist es das leider nicht. Weil wenn man sie in 3 Saetzen zusammenfassen wuerde, wuerden die Leute DIE RICHTIGE Geschichte eben doch nicht kennen. Sondern nur den Teil, den MAN SIEHT, der GESELLSCHAFTSFAEHIG IST. Und mit dem man so schoen eine Geschichte ueber mich schreiben kann, die mit der Realitaet herzlich wenig zu tun hat. Da kaemen dann so Dinge wie "Schicksalsschlag", "du hattest es aber auch schon schwer im Leben", "hoer mal. das war doch eine GANZ SCHWERE ENTSCHEIDUNG, einfach hast du dirs nicht gemacht!" Alles O-Ton, alles schon gehoert als ich noch davon erzaehlte, bevor ich meine Klappe siegelte im Leben, alles eine Frechheit. Und alles nicht mal entfernt mit den Fakten verwandt. Und um das in Zukunft zu vermeiden, wird auch kein Mensch die Geschichte von dem Beknackten erzaehlt bekommen. Denn dazu muss man DIE GANZE Geschichte kennen, oder man kommt eben zu diesen falschen Schluessen. Die mich brav und tapfer und edel dastehen lassen. So als existiere ich ueberhaupt nicht. Obwohl ich an dem Beknackten in Wirklichkeit EINE GANZ SCHLIMME SCHULD BEGANGEN HABE, und - ja - STOLZ DARAUF BIN, WEIL MAN DARAN MEINEN WAHREN (BOESEN!!!) CHARAKTER ERKENNEN KANN. Wenn man es denn nicht versucht, abzuleugnen und umzuschreiben.
Was mache ich nur falsch. Es muss an meiner Ausstrahlung liegen. Ich komme irgendwie zu harmlos herueber, und die Menschen gehen automatisch davon aus, dass ich ein Harmloschen bin. Wenn ich dem nur erfolgreich entgegentreten koennte! Alles "Boese" was ich dann tue oder von mir gebe, wird ja doch wieder herumgetrudelt werden, bis es "brav" aussieht. Mensch, ich koche vor Wut. Es gibt einen Grund, warum es immer die "Harmlosen" sind, die auf einmal ausrasten, und in den Nachrichten erscheinen. Die waren eben nie wirklich "harmlos". Das hat die Menschheit nur faelschlicherweise ueber sie gedacht, weil sich die Menschheit nicht mit komplizierten Menschen auseinandersetzen will, und daher Eigenschaften fuer solche erfindet, mit denen sie besser umgehen kann.
Nachtrag: Schon oft im Leben habe ich den hochoriginellen Ratschlag bekommen, ich koenne die Leute nicht aendern, man soll sie reden lassen, Hauptsache ICH weiss, wie es fuer mich wirklich ist. Freundlich nicken und laecheln, und sich seinen Teil denken, so soll man mit solchen Situationen umgehen. Evtl. sogar noch hoeflich und unverbindlich sagen "danke fuer die Anteilnahme", und dann stillschweigend weiterhin machen, was ich will. Um ihren Punkt zu untermauern, bringen diese wohlmeindenden Freunde und Bekannten manchmal noch Beispiele aus ihrem eigenen Leben, wo ueber/an sie auch mal dumm geredet wurde, SIE aber ganz gelassen da drueber standen, und dass AUCH ICH lernen koennte, gelassen ueber dummem Geschwaetz zu stehen. Aber eines stimmt und passt immer irgendwie nicht bei diesen Beispielen, die wohl hilfreich gemeint sind: Denn denen wurde in der Regel etwas BOESES angedichtet. Ueber die wird ABGELAESTERT. Die werden KRITISIERT. Das kann man irgendie nicht mit dem vergleichen, was ueber MICH gedacht/geredet wird. Denn die Kritisierten werden doch IRGENDWIE ALS BEDROHLICH ANGESEHEN, ihnen alles Moegliche BOESE zugetraut und nachgesagt, waehrend ich einfach als Harmloschen abgetan und GAR NICHT ERST FUER VOLL GENOMMEN WERDE, nicht als INDIVIDUUM WAHRGENOMMEN WERDE. Angeblich noch nie eine Entscheidung getroffen habe, sonderm brav das mache, was mir irgendein dubioeses "Schicksal" angeblich vorschreibt. Also irgendwie nicht das Gleiche. Wenn ich den Unterschied dann zu erklaeren versuche, werden diese meinige hoeheren Gedankengaenge meist nicht verstanden.
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Tuesday, April 6, 2010
Ich arme, aufopfernde Sau
Edit: Bild entfernt
Aha. Ein Selbstbildnis in dem Starbucks mit dem guten Licht. Manche wissen, was das bedeutet, und der Rest wird es jetzt gleich erfahren.
Heute habe ich mich aufgrund von Zahnschmerzen krankgemeldet, und dann den halben Tag bei meiner alten Freundin, der Zahnaerztin, zugebracht. Das ist immer so ein aufbauendes Erlebnis, und ich meine noch nicht mal die schmerzhafte Behandlung und meinen armen Geldbeutel damit. Das ist ja alles zu erwarten. Gut, was sein muss, muss sein. Dieses Starbucks ist dort nebenan. Sonst komme ich da nicht hin, weil ich sonst selten Grund habe, in diese spezielle Nachbarschaft zu gehen.
Meine Zahnaerztin hat eine ganz besondere Macke. Wenn ich dort weggehe, komme ich mir immer wie ein halber Mensch vor. Und auch heute ging es wieder los. Und zwar ganz gewaltig diesmal. Es faengt immer ganz harmlos an. Sie fragt nach meinem Sohn (der dort auch jahrelang hingegangen ist). Ich sage "danke, alles bestens". Damit habe ich ihr leider Tuer und Tor geoeffnet, denn... DAS VERHOER GING LOS. Was er denn jetzt so mache, fragte sie. Ich sagte es ihr. Kurz zusammenfassend seinen beruflichen Werdegang, bla bla bla. Und sie: "Du hast einen guten Job gemacht. Kannst stolz auf dich sein." Aha. Jetzt geht es los. Wenn es an diesem Punkt aufgehoert haette, waere es ja okay gewesen. Alles ganz harmlos.
Aber die Dame kam gerade erst so richtig in Fahrt: Ich koenne stolz auf mich sein, es habe sich wohl gelohnt, was ich die ganzen Jahre so getan habe (oooooooh. Gott.) All die VERZICHTE, all die OPFER haetten sich wohl gelohnt. Ich: Ich habe keine Opfer gebracht, und auf nichts VERZICHTET. Sie teilte diese Meinung offenbar nicht. Und warum auch. SIE muss es ja wissen. Was weiss ICH schon ueber mein eigenes Leben. Das kann ich doch gar nicht beurteilen. Sie: Aaaaaber... NATUERLICH haette ich Verzichte gebracht, ansonsten koennte ich doch EIN GANZ ANDERES LEBEN HABEN. Etwas anderes haette ich tun koennen die ganzen Jahre, als das, was ich getan habe. Ich (mich zur Hoeflichkeit zwingend, aber innerlich durch die Decke wie das HB Maennchen): WAS denn fuer ein anderes Leben???? Ich habe immer genau das gemacht, was ich machen wollte. Ich bin wirklich ganz egoistisch, ich.... Sie, mir ins Wort fallend: "Aber dann haettest du vielleicht nicht dein ganzes Leben arbeiten muessen, um deinen Sohn grosszuziehen, haettest ganz andere Dinge tun koennen..." Ich: "Aber ich habe mir das doch bewusst und absichtlich so eingerichte, WILL DOCH ARBEITEN *AUS SELBSTVERWIRKLICHUNG*, wollte es IMMER SCHON, und was hat ein Kind damit zu tun, auch ohne Kind muesste man sich doch schliesslich auch selber ernaehren...." (Diesen Spruch, dass man arbeitet, UM SEINE KINDER GROSSZUZIEHEN, habe ich noch nie verstanden, aus genau diesem Grund. Auch ohne Kinder muss man sich doch schliesslich selber ernaehren.)
Die Dame war jetzt in ihrem Element, hat meine dezenten Abschmetterungen von ihren Quatsch dampfwalzenhaft ueberrollt. Ich war diesmal gar nicht darauf vorbereitet gewesen auf die 'arme, tapfere, aufopfernde alleinerziehende Mutter' Nummer. Heute, wo mein Sohn gross ist, hoere ich die naemlich nur noch aeusserst selten bis gar nicht mehr. (In NY, wo man vieles ein bischen lockerer sieht, habe ich sowieso noch kaum gehoert, ausser eben von Madame Zahnaerztin.) Was nicht heisst, dass ich nicht noch genauso allergisch auf die Leier reagiere, wie eh und je, WENN ich sie hoere. Kind inzwischen erwachsen hin oder her. Ungeachtet meiner Diskomforts hat sie unbeirrt weiter gemacht: Es sei doch soooo schwierig und BEWUNDERNSWERT, ein Kind alleine grosszuziehen. Mit zwei Eltern ist immer jemand da, man kann die Belastung durch zwei teilen, und ueberhaupt haette sie wegen meiner Selbstaufgabe den allergroessten Respekt vor mir sowie vor allen alleinerziehenden Mamas, denn das sei doch eine GANZ GROSSE AUFGABE, DAS GANZ ALLEIN.... bla bla bla.
Ich hasse das Chrysler Building. Denn das sehe ich immer direkt an durch das Fenster dort, wenn ich flach auf dem Ruecken liege, und mir diese Seelenpruegel, dieses AUFBAUENDE LOBGESAEUSEL anhoere. Ist naemlich nur ein paar Blocks entfernt. Und nach zehn Jahren habe ich recht unangenehme Assoziationen mit dem, worauf mein Auge starrt, wenn ich mir diese gequirlte Scheisse anhoere. Und meine abweisende Haltung gegen das Gesalbe ist sicher eh nur die falsche Bescheidenheit einer gebeugten, leidgeprueften Mutti. Dafuer allein gebuehrt mir noch mal eine extra Portion Respekt.
Dass mich die Implikation, ich haette mein ganzes Leben fremdbestimmt gelebt und auf das, WAS ICH WIRKLICH HAETTE MACHEN WOLLEN (was das genau haette sein sollen, konnte mir die Dame allerdings nicht beantworten), EDEL VERZICHTET, fuer mich vielleicht beleidigend sein koennten, DAS.... geht der Dame nicht auf. Warum sollte es auch. So ist es doch schliesslich fuer alle Alleinerziehenden. Dass es fuer mich eben NICHT so ist (mein Sohn geht aus genau diesem Grund nicht mehr hin, weil sie ihm naemlich auch immer auf aehnliche Art den Kopf zugesaeuselt hat), DAS will sie nicht kapieren. Das KANN sie nicht kapieren. Ich winde mich vor hilfloser Wut auf dem Behandlungsstuhl. Wo mir gerade die Selbstbestimmtheit abgesprochen wurde. Mal wieder. Sohn weiss, dass ich in Wirklichkeit faul und egoistisch bin, und alles andere als aufopfernd. Er war naemlich DABEI die ganzen Jahre. Aber die Dame weigert sich, mir das zuzugestehen. Es hat nur noch gefehlt, dass sie mir raet, mal nach meinem INNEREN KIND zu suchen, welches bei so einem Scheiss Leben voller Fremdbestimmtheit und Pflichten doch zweifelsohne abhanden gekommen sein muss.
Ich kann's im Moment nicht so richtig herueberbringen (stehe gerade unter einem Schmerzmittel, und die Haende zittern mir, auch wenn das eher an der Wut, als an dem Vicodin liegt). Aber ich verliess die Zahnarztpraxis MAL WIEDER mich ganz klein fuehlend. Wie der letzte Loser: Die arme Frau, die nie an sich selber denkt, und gebueckt und schicksalsgeschlagen (meinen Einwand, dass ich ABSICHTLICH es so eingerichtet habe, und ueberhaupt nicht schicksalsgeschlagen bin und es gar nicht anders wuerde haben wollen ueberrollte sie, wie immer) durch ihr armseliges Leben latscht.
Irgendwie habe ich mein angeschlagenes Ego abgestaubt, und bin dann noch in das Starbucks. Das ist uebrigens eine weite Hippiebluse, ich bin genauso schlank wie immer. Aber darauf kommt es jetzt auch nicht mehr an. Ich koennte genausogut 200 Kilo wiegen. Das wuerde dann wenigstens zu dem Bild von der armen Sau passen. Der armen Sau, die sich schon jahrzehntelang selber vernachlaessigt und fuer andere aufopfert.
So eine uebergriffige, unverschaemte Salberei war genau das, was ich im Moment brauchte. Wo mein Selbstbewusstsein wegen der ganzen Wohnungsgeschichte und den damit verbundenen Implikationen eh schon im Keller ist. Ja doch. Immer feste drauf.
Aha. Ein Selbstbildnis in dem Starbucks mit dem guten Licht. Manche wissen, was das bedeutet, und der Rest wird es jetzt gleich erfahren.
Heute habe ich mich aufgrund von Zahnschmerzen krankgemeldet, und dann den halben Tag bei meiner alten Freundin, der Zahnaerztin, zugebracht. Das ist immer so ein aufbauendes Erlebnis, und ich meine noch nicht mal die schmerzhafte Behandlung und meinen armen Geldbeutel damit. Das ist ja alles zu erwarten. Gut, was sein muss, muss sein. Dieses Starbucks ist dort nebenan. Sonst komme ich da nicht hin, weil ich sonst selten Grund habe, in diese spezielle Nachbarschaft zu gehen.
Meine Zahnaerztin hat eine ganz besondere Macke. Wenn ich dort weggehe, komme ich mir immer wie ein halber Mensch vor. Und auch heute ging es wieder los. Und zwar ganz gewaltig diesmal. Es faengt immer ganz harmlos an. Sie fragt nach meinem Sohn (der dort auch jahrelang hingegangen ist). Ich sage "danke, alles bestens". Damit habe ich ihr leider Tuer und Tor geoeffnet, denn... DAS VERHOER GING LOS. Was er denn jetzt so mache, fragte sie. Ich sagte es ihr. Kurz zusammenfassend seinen beruflichen Werdegang, bla bla bla. Und sie: "Du hast einen guten Job gemacht. Kannst stolz auf dich sein." Aha. Jetzt geht es los. Wenn es an diesem Punkt aufgehoert haette, waere es ja okay gewesen. Alles ganz harmlos.
Aber die Dame kam gerade erst so richtig in Fahrt: Ich koenne stolz auf mich sein, es habe sich wohl gelohnt, was ich die ganzen Jahre so getan habe (oooooooh. Gott.) All die VERZICHTE, all die OPFER haetten sich wohl gelohnt. Ich: Ich habe keine Opfer gebracht, und auf nichts VERZICHTET. Sie teilte diese Meinung offenbar nicht. Und warum auch. SIE muss es ja wissen. Was weiss ICH schon ueber mein eigenes Leben. Das kann ich doch gar nicht beurteilen. Sie: Aaaaaber... NATUERLICH haette ich Verzichte gebracht, ansonsten koennte ich doch EIN GANZ ANDERES LEBEN HABEN. Etwas anderes haette ich tun koennen die ganzen Jahre, als das, was ich getan habe. Ich (mich zur Hoeflichkeit zwingend, aber innerlich durch die Decke wie das HB Maennchen): WAS denn fuer ein anderes Leben???? Ich habe immer genau das gemacht, was ich machen wollte. Ich bin wirklich ganz egoistisch, ich.... Sie, mir ins Wort fallend: "Aber dann haettest du vielleicht nicht dein ganzes Leben arbeiten muessen, um deinen Sohn grosszuziehen, haettest ganz andere Dinge tun koennen..." Ich: "Aber ich habe mir das doch bewusst und absichtlich so eingerichte, WILL DOCH ARBEITEN *AUS SELBSTVERWIRKLICHUNG*, wollte es IMMER SCHON, und was hat ein Kind damit zu tun, auch ohne Kind muesste man sich doch schliesslich auch selber ernaehren...." (Diesen Spruch, dass man arbeitet, UM SEINE KINDER GROSSZUZIEHEN, habe ich noch nie verstanden, aus genau diesem Grund. Auch ohne Kinder muss man sich doch schliesslich selber ernaehren.)
Die Dame war jetzt in ihrem Element, hat meine dezenten Abschmetterungen von ihren Quatsch dampfwalzenhaft ueberrollt. Ich war diesmal gar nicht darauf vorbereitet gewesen auf die 'arme, tapfere, aufopfernde alleinerziehende Mutter' Nummer. Heute, wo mein Sohn gross ist, hoere ich die naemlich nur noch aeusserst selten bis gar nicht mehr. (In NY, wo man vieles ein bischen lockerer sieht, habe ich sowieso noch kaum gehoert, ausser eben von Madame Zahnaerztin.) Was nicht heisst, dass ich nicht noch genauso allergisch auf die Leier reagiere, wie eh und je, WENN ich sie hoere. Kind inzwischen erwachsen hin oder her. Ungeachtet meiner Diskomforts hat sie unbeirrt weiter gemacht: Es sei doch soooo schwierig und BEWUNDERNSWERT, ein Kind alleine grosszuziehen. Mit zwei Eltern ist immer jemand da, man kann die Belastung durch zwei teilen, und ueberhaupt haette sie wegen meiner Selbstaufgabe den allergroessten Respekt vor mir sowie vor allen alleinerziehenden Mamas, denn das sei doch eine GANZ GROSSE AUFGABE, DAS GANZ ALLEIN.... bla bla bla.
Ich hasse das Chrysler Building. Denn das sehe ich immer direkt an durch das Fenster dort, wenn ich flach auf dem Ruecken liege, und mir diese Seelenpruegel, dieses AUFBAUENDE LOBGESAEUSEL anhoere. Ist naemlich nur ein paar Blocks entfernt. Und nach zehn Jahren habe ich recht unangenehme Assoziationen mit dem, worauf mein Auge starrt, wenn ich mir diese gequirlte Scheisse anhoere. Und meine abweisende Haltung gegen das Gesalbe ist sicher eh nur die falsche Bescheidenheit einer gebeugten, leidgeprueften Mutti. Dafuer allein gebuehrt mir noch mal eine extra Portion Respekt.
Dass mich die Implikation, ich haette mein ganzes Leben fremdbestimmt gelebt und auf das, WAS ICH WIRKLICH HAETTE MACHEN WOLLEN (was das genau haette sein sollen, konnte mir die Dame allerdings nicht beantworten), EDEL VERZICHTET, fuer mich vielleicht beleidigend sein koennten, DAS.... geht der Dame nicht auf. Warum sollte es auch. So ist es doch schliesslich fuer alle Alleinerziehenden. Dass es fuer mich eben NICHT so ist (mein Sohn geht aus genau diesem Grund nicht mehr hin, weil sie ihm naemlich auch immer auf aehnliche Art den Kopf zugesaeuselt hat), DAS will sie nicht kapieren. Das KANN sie nicht kapieren. Ich winde mich vor hilfloser Wut auf dem Behandlungsstuhl. Wo mir gerade die Selbstbestimmtheit abgesprochen wurde. Mal wieder. Sohn weiss, dass ich in Wirklichkeit faul und egoistisch bin, und alles andere als aufopfernd. Er war naemlich DABEI die ganzen Jahre. Aber die Dame weigert sich, mir das zuzugestehen. Es hat nur noch gefehlt, dass sie mir raet, mal nach meinem INNEREN KIND zu suchen, welches bei so einem Scheiss Leben voller Fremdbestimmtheit und Pflichten doch zweifelsohne abhanden gekommen sein muss.
Ich kann's im Moment nicht so richtig herueberbringen (stehe gerade unter einem Schmerzmittel, und die Haende zittern mir, auch wenn das eher an der Wut, als an dem Vicodin liegt). Aber ich verliess die Zahnarztpraxis MAL WIEDER mich ganz klein fuehlend. Wie der letzte Loser: Die arme Frau, die nie an sich selber denkt, und gebueckt und schicksalsgeschlagen (meinen Einwand, dass ich ABSICHTLICH es so eingerichtet habe, und ueberhaupt nicht schicksalsgeschlagen bin und es gar nicht anders wuerde haben wollen ueberrollte sie, wie immer) durch ihr armseliges Leben latscht.
Irgendwie habe ich mein angeschlagenes Ego abgestaubt, und bin dann noch in das Starbucks. Das ist uebrigens eine weite Hippiebluse, ich bin genauso schlank wie immer. Aber darauf kommt es jetzt auch nicht mehr an. Ich koennte genausogut 200 Kilo wiegen. Das wuerde dann wenigstens zu dem Bild von der armen Sau passen. Der armen Sau, die sich schon jahrzehntelang selber vernachlaessigt und fuer andere aufopfert.
So eine uebergriffige, unverschaemte Salberei war genau das, was ich im Moment brauchte. Wo mein Selbstbewusstsein wegen der ganzen Wohnungsgeschichte und den damit verbundenen Implikationen eh schon im Keller ist. Ja doch. Immer feste drauf.
Thursday, February 18, 2010
Ein Projekt fuer hsm
Heute, mit 50, bin ich ganz gross angekommen im Leben. Das habe ich gestern morgen wieder gemerkt. Als Kollegin G., die gar nicht meine Vorgesetzte ist, aber der ich laut Chef zu gehorchen habe, ploetzlich auf mich zukam, als ich nichtsahnend an meinem Schreibtisch sass. Sie knallte einen Berg Papiere hin, und sagte zu mir: "hsm, ich habe ein PROJEKT fuer dich! Leg mal AKTEN AN fuer all das, und sortiere es ordentlich in diese Schublade da."
Dass ich mit diesen Papieren gar nichts zu tun habe, tut nicht zur Sache. Dass das eigentlich gar nicht meine Aufgabe ist, ebenfalls nicht. Ich bin ja so niedergestellt, wenn mal Not am Mann ist, und EINE DRECKARBEIT gemacht werden muss, dann bin ich die natuerliche Auswahl.
Ein Projekt.
Andere Leute in meinem Alter arbeiten auch an Projekten. Kreativen Projekten, Projekten, die sie selber bestimmen.
hsm legt Akten an fuer eine alte Schachtel als ihr Projekt.
Und so war es immer schon, mein ganzes Arbeitsleben. Ich war immer der Trottel, der "Lehrling". Muss an meiner Persoenlichkeit liegen. Ich bekomme das Leben einfach nicht gerafft.
Wenigstens bin ich jetzt wuetend. Letzte Woche war ich einfach nur fertig. Heute bin ich wuetend. Die Wut kocht immer mehr hoch. Jeden Tag kocht sie mehr hoch. Schade eigentlich, dass den Leuten um mich herum das nicht auffaellt. Schade fuer die.
Dass ich mit diesen Papieren gar nichts zu tun habe, tut nicht zur Sache. Dass das eigentlich gar nicht meine Aufgabe ist, ebenfalls nicht. Ich bin ja so niedergestellt, wenn mal Not am Mann ist, und EINE DRECKARBEIT gemacht werden muss, dann bin ich die natuerliche Auswahl.
Ein Projekt.
Andere Leute in meinem Alter arbeiten auch an Projekten. Kreativen Projekten, Projekten, die sie selber bestimmen.
hsm legt Akten an fuer eine alte Schachtel als ihr Projekt.
Und so war es immer schon, mein ganzes Arbeitsleben. Ich war immer der Trottel, der "Lehrling". Muss an meiner Persoenlichkeit liegen. Ich bekomme das Leben einfach nicht gerafft.
Wenigstens bin ich jetzt wuetend. Letzte Woche war ich einfach nur fertig. Heute bin ich wuetend. Die Wut kocht immer mehr hoch. Jeden Tag kocht sie mehr hoch. Schade eigentlich, dass den Leuten um mich herum das nicht auffaellt. Schade fuer die.
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Alltag,
Saftladen,
Unverschaemtheiten gegen mich
Wednesday, February 17, 2010
Ghost Writer
1997 hatte ich meinen ersten "richtigen" (also nicht Umzugs-Aushilfe/Moebelpackerin u. Co.) "Job" in NY.
Als Buerohilfe in einem italienischen Restaurant, das inzwischen schon seit vielen Jahren Bankrott gegangen ist. Die krochen damals schon auf dem Zahnfleisch, aber sie waren noch "open for business".
Und sie waren sehr um Publicity bemueht. So sehr, dass sie immer mal wieder Artikel shreiben liessen ueber ihr tolles Restaurant. Die grossen Medien waren nicht interessiert, aber so Nachbarschaftsblaettchen ("The Villager" u. Co.) schon.
Eines Tages kam mal wieder so eine PR Tusse vorbei, und meine damalige Chefin wollte der einen schoenen Artikel ueber das Restaurant geben, damit diese es an die entsprechenden "Reporter" zur Veroeffentlichung weiterleiten wuerde. Und die brauchten die Publicity, die Restaurant-Inhaber. Gott, wie sehr brauchten sie die. Denn sie krochen auf dem Zahnfleisch. Dieses tolle Restaurant, das mal sogar in einem Film benutzt wurde ("Moonstruck" mit Nicholas Cage und Cher, oder irgend so was).
Der Laden war also BERUEHMT, und ich hatte dort einen Job. Teilzeit. Als Buerohilfe. Ganz grosses Kino (no pun intended). Da ging auch der Typ, der "Angela's Ashes" (was haben wir nur heute mit den Aschen) geschrieben hat, regelmaessig hin. Ich war also unter Beruehmten. Wenn man mal davon absieht, dass ich taeglich im winzigen Buero im Hintergrund eingeschlossen war, und mit den Beruehmten so viel zu tun hatte, dass ich genauso gut in Castrop-Rauxel haette sein koennen. Kratzte mich nicht. Ich war in NEW YORK! Mensch, war das toll. Ich war auf dem Weg zur Beruehmtheit. Jawollja. War nur eine Frage der Zeit, bis ich entdeckt wuerde. Fuer was genau, weiss ich nicht. Ist ja auch egal. ENTDECKT halt, Jessesgott! Wat fragste denn so bloed.
Als die Public Relations Tante mal wieder auftauchte, sagte mir die Chefin, dass sie der kurzfristig Material fuer einen Artikel ueber das Restaurant geben muesse. Und zwar AUF DER STELLE. Es musste die ganze Geschichte des Restaurants erzaehlt sein, inklusive Film Kredite, und sonst noch einen Haufen Scheisse. Chefin gab mir ein paar Stichpunkte, die ich mir mit dem blauaeugigen Eifer des NYC-Newbies hinkritzelte. So, und nun, WEIL ICH SO SCHOEN SCHREIBEN KANN, soll ich die in verstaendlichen Saetzen zusammenfassen. Damit sie repraesentatabel waeren.
Ich war ganz aufgeregt. ENDLICH - endlich - nach x Monaten, hatte ich meinen kreativen Durchbruch IN NEW YORK! Durfte WAS SCHREIBEN! Das war eine ganz andere Welt vom Kassenzettel-vom-Vorabend-Abrechnen, was mein eigentlicher Job war. Endlich wurde mein eigentliches Talent anerkannt. Ja. Das war mein grosser Anfang. Aus mir wuerde noch mal was werden. Zwar im fortgeschrittenen Alter von 37 Jahren, aber IMMERHIN!
Ich schrieb. Nahm die hingekritzelten Stichpunkte beim Schopf, und formte sie tatsaehlich in schoene Saetze, schone Paragraphen. Denn - BEI GOTT - ich SCHREIBE DOCH SO GUT!
Gab mein Kunstwerk voller Stolz an die Chefin weiter.
Und die beeindruckte Chefin gab mein Kunstwerk an die Public Relations Tusse weiter. Als ihr eigenes.
Und die Public Relations Tusse gab mein Kunstwerk an die Reporterin weiter. Entweder als ihr eigenes, oder das der Chefin. An diesem Punkt wirds schwammig.
Dann - ein paar Tage spaeter - kam das Nachbarschafts-Blaettchen heraus. Und der Artikel stand drin.
Unter dem Namen der Reporterin.
Was ist nun daran falsch, fragt sich der vereinzelte Leser, der bisher noch nicht eingenickt ist.
Der Artikel erschien WORT FUER WORT, KOMMA FUER KOMMA, PUNKT FUER PUNKT...
genau so, wie ICH ihn geschrieben hatte.
Veroeffentlicht.
Unter dem Namen der Reporterin. Habe ich das schon erwaehnt? Also ich hatte den ganzen Text geschrieben, aber der Name der Reporterin stand darueber.
???
Kein Wort war veraendert von dem, was ich geschrieben hatte.
Auch kein Satzzeichen.
Nein. Er erschien genau so, wie ICH ihn geschrieben hatte.
Bis auf eines.
Mein Name.
Die Reporoterin wurde voll fuer meine Schreibe kreditiert.
Und was dachte ich Trottel mir damals? Ich dacchte "Ist doch GUT. Ich kann so gut schreiben, dass EINE REPORTERIN es als ihr Werk ausgeben kann. Ist ein Anfang. Immerhin. Ich werde noch mal ganz beruehmt. Man muss eben klein anfangen".
Dann habe ich viele Jahre nicht mehr an diese Sache gedacht. Aber in letzter Zeit faellt sie mir immer oefter wieder ein.
Kann es sein, dass ich damals ausgenutzt wurde?
Nun denn. Ich schreibe immer noch. Nach 13 Jahren. Und ich weiss inzwischen, dass ich mich gegen die Aasgeier in NYC nicht behaupten kann. Eine klitzekleine Kleinigkeit, die meinem 37-Jaehrigen, jungen Selbst damals nicht bewusst war.
Aber schreiben tue ich trotzdem noch.
Im Internet, auf grottigem Deutsch.
Wenn ich so darueber nachdenke, haben diese Schweine eigenttlich Glueck, dass ich mich so gar nicht kreativ DURCHSETZEN kann. Sonst wuerden sie naemlich ihr blaues - BLAUES - Wunder jetzt erleben duefen. Inzwischen.
Gelle, ihr Schweine?
Das war jetzt eine weitere Lektion zum Thema "NYC, wie es leibt und lebt. Von einer, die RICHTIG hier lebt. Bestohlen, belaechelt".
Die Schule ist aus.
Als Buerohilfe in einem italienischen Restaurant, das inzwischen schon seit vielen Jahren Bankrott gegangen ist. Die krochen damals schon auf dem Zahnfleisch, aber sie waren noch "open for business".
Und sie waren sehr um Publicity bemueht. So sehr, dass sie immer mal wieder Artikel shreiben liessen ueber ihr tolles Restaurant. Die grossen Medien waren nicht interessiert, aber so Nachbarschaftsblaettchen ("The Villager" u. Co.) schon.
Eines Tages kam mal wieder so eine PR Tusse vorbei, und meine damalige Chefin wollte der einen schoenen Artikel ueber das Restaurant geben, damit diese es an die entsprechenden "Reporter" zur Veroeffentlichung weiterleiten wuerde. Und die brauchten die Publicity, die Restaurant-Inhaber. Gott, wie sehr brauchten sie die. Denn sie krochen auf dem Zahnfleisch. Dieses tolle Restaurant, das mal sogar in einem Film benutzt wurde ("Moonstruck" mit Nicholas Cage und Cher, oder irgend so was).
Der Laden war also BERUEHMT, und ich hatte dort einen Job. Teilzeit. Als Buerohilfe. Ganz grosses Kino (no pun intended). Da ging auch der Typ, der "Angela's Ashes" (was haben wir nur heute mit den Aschen) geschrieben hat, regelmaessig hin. Ich war also unter Beruehmten. Wenn man mal davon absieht, dass ich taeglich im winzigen Buero im Hintergrund eingeschlossen war, und mit den Beruehmten so viel zu tun hatte, dass ich genauso gut in Castrop-Rauxel haette sein koennen. Kratzte mich nicht. Ich war in NEW YORK! Mensch, war das toll. Ich war auf dem Weg zur Beruehmtheit. Jawollja. War nur eine Frage der Zeit, bis ich entdeckt wuerde. Fuer was genau, weiss ich nicht. Ist ja auch egal. ENTDECKT halt, Jessesgott! Wat fragste denn so bloed.
Als die Public Relations Tante mal wieder auftauchte, sagte mir die Chefin, dass sie der kurzfristig Material fuer einen Artikel ueber das Restaurant geben muesse. Und zwar AUF DER STELLE. Es musste die ganze Geschichte des Restaurants erzaehlt sein, inklusive Film Kredite, und sonst noch einen Haufen Scheisse. Chefin gab mir ein paar Stichpunkte, die ich mir mit dem blauaeugigen Eifer des NYC-Newbies hinkritzelte. So, und nun, WEIL ICH SO SCHOEN SCHREIBEN KANN, soll ich die in verstaendlichen Saetzen zusammenfassen. Damit sie repraesentatabel waeren.
Ich war ganz aufgeregt. ENDLICH - endlich - nach x Monaten, hatte ich meinen kreativen Durchbruch IN NEW YORK! Durfte WAS SCHREIBEN! Das war eine ganz andere Welt vom Kassenzettel-vom-Vorabend-Abrechnen, was mein eigentlicher Job war. Endlich wurde mein eigentliches Talent anerkannt. Ja. Das war mein grosser Anfang. Aus mir wuerde noch mal was werden. Zwar im fortgeschrittenen Alter von 37 Jahren, aber IMMERHIN!
Ich schrieb. Nahm die hingekritzelten Stichpunkte beim Schopf, und formte sie tatsaehlich in schoene Saetze, schone Paragraphen. Denn - BEI GOTT - ich SCHREIBE DOCH SO GUT!
Gab mein Kunstwerk voller Stolz an die Chefin weiter.
Und die beeindruckte Chefin gab mein Kunstwerk an die Public Relations Tusse weiter. Als ihr eigenes.
Und die Public Relations Tusse gab mein Kunstwerk an die Reporterin weiter. Entweder als ihr eigenes, oder das der Chefin. An diesem Punkt wirds schwammig.
Dann - ein paar Tage spaeter - kam das Nachbarschafts-Blaettchen heraus. Und der Artikel stand drin.
Unter dem Namen der Reporterin.
Was ist nun daran falsch, fragt sich der vereinzelte Leser, der bisher noch nicht eingenickt ist.
Der Artikel erschien WORT FUER WORT, KOMMA FUER KOMMA, PUNKT FUER PUNKT...
genau so, wie ICH ihn geschrieben hatte.
Veroeffentlicht.
Unter dem Namen der Reporterin. Habe ich das schon erwaehnt? Also ich hatte den ganzen Text geschrieben, aber der Name der Reporterin stand darueber.
???
Kein Wort war veraendert von dem, was ich geschrieben hatte.
Auch kein Satzzeichen.
Nein. Er erschien genau so, wie ICH ihn geschrieben hatte.
Bis auf eines.
Mein Name.
Die Reporoterin wurde voll fuer meine Schreibe kreditiert.
Und was dachte ich Trottel mir damals? Ich dacchte "Ist doch GUT. Ich kann so gut schreiben, dass EINE REPORTERIN es als ihr Werk ausgeben kann. Ist ein Anfang. Immerhin. Ich werde noch mal ganz beruehmt. Man muss eben klein anfangen".
Dann habe ich viele Jahre nicht mehr an diese Sache gedacht. Aber in letzter Zeit faellt sie mir immer oefter wieder ein.
Kann es sein, dass ich damals ausgenutzt wurde?
Nun denn. Ich schreibe immer noch. Nach 13 Jahren. Und ich weiss inzwischen, dass ich mich gegen die Aasgeier in NYC nicht behaupten kann. Eine klitzekleine Kleinigkeit, die meinem 37-Jaehrigen, jungen Selbst damals nicht bewusst war.
Aber schreiben tue ich trotzdem noch.
Im Internet, auf grottigem Deutsch.
Wenn ich so darueber nachdenke, haben diese Schweine eigenttlich Glueck, dass ich mich so gar nicht kreativ DURCHSETZEN kann. Sonst wuerden sie naemlich ihr blaues - BLAUES - Wunder jetzt erleben duefen. Inzwischen.
Gelle, ihr Schweine?
Das war jetzt eine weitere Lektion zum Thema "NYC, wie es leibt und lebt. Von einer, die RICHTIG hier lebt. Bestohlen, belaechelt".
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Saturday, February 13, 2010
Scheiss drauf
Labereintrag ueber Muttern geloescht... bis auf diesen einen Satz, der ihn kurz und buendig zusammenfasst:
SIE HAT MIR ALLE MEINE BESONDERHEITEN, DIE MICH *MICH* MACHEN - ABGESPROCHEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
... und der jetzt - aus dem Zusammenhang gerissen - nicht soo viel Sinn macht, es sei denn, man hat die letzten 5 Jahrzehnte in meiner Haut verbracht. Also... fuer mich macht er Sinn. Und es ist mein Blog, wo ICH mich auskotze. Mein persoenlicher Kotzkuebel, sozusagen. Trotzdem will ich meine werte Leserschaft nicht zu Tode langweilen mit irgendwelchem wirren bla bla bla.
SIE HAT MIR ALLE MEINE BESONDERHEITEN, DIE MICH *MICH* MACHEN - ABGESPROCHEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
... und der jetzt - aus dem Zusammenhang gerissen - nicht soo viel Sinn macht, es sei denn, man hat die letzten 5 Jahrzehnte in meiner Haut verbracht. Also... fuer mich macht er Sinn. Und es ist mein Blog, wo ICH mich auskotze. Mein persoenlicher Kotzkuebel, sozusagen. Trotzdem will ich meine werte Leserschaft nicht zu Tode langweilen mit irgendwelchem wirren bla bla bla.
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Wednesday, October 28, 2009
Alte Frechheit wiedergekaeut... kann man ruhig ueberspringen
Habe gerade mal meine E-Mail im Buero ausgemistet, und bin noch mal ueber diese unverschaemte Zielgruppen E-Mail gestolpert (Blogeintrag vom 17.10.)
Damit niemand denkt, ich uebertreibe oder erfinde das nur, habe ich sie mal kurz hier reinkopiert. Menno, ich wollte, ich haette die gar nicht erst noch mal angeklickt. Jetzt aergere ich mich schon wieder darueber.
___________________________________________________
Ladies!!
I would like to invite you to a working lunch session tomorrow at 1pm in [...] to discuss some ideas for a [...] business pitch. We have specifically chosen you to attend as you are our ideal target audience, so it is really important to us that we hear your point of view. [...] Business is everyone's business so we'd really appreciate if you could make yourself available for one hour.
I will send out an invitation in a moment, so please reply to that invite so I'll know how many to order lunch for.
____________________________________________________
Besonders die Sache, die ich fett hervorgehoben habe (bla bla bla YOU ARE OUR IDEAL TARGET AUDIENCE bla bla bla) finde ich eine bodenlose Frechheit. Die Abteilung, von der das kommt, die PERSON, die diesen Mist verfasst hat - KENNT MICH DOCH UEBERHAUPT NICHT! Weiss nicht, dass ich existiere. Woher will die also wissen, ob ich ein "ideales Zielpublikum" fuer IRGENDWAS bin???????
Wie haben die wohl ihre Liste von 20 alten Schachteln bekommen? Wahrscheinlich bei Human Resources angefragt, dass man eine Liste von Mitarbeiterinnen zwischen 40 und 60 braucht. Und dann 20 Namen aus dem Hut gezogen. Und - woher wissen die eigentlich, WER zu dieser Altersgruppe gehoert? Nicht jeder sieht man an, wenn sie "in dem Alter" ist.
Was da ja nicht dabeisteht, und sich erst spaeter herausstellte, war, dass es sich um irgendein Mittelchen handelte, welches irgendwas mit Menopause zu tun hat. DAFUER ist natuerlich jede Frau zwischen 40 und 60 eine "ideal target audience". Am Geburtsjahr alleine kann man so manches festmachen. Da braucht man die Leute gar nicht persoenlich zu kennen. Fuer Frauen "in dem Alter" ist Menopuase entweder Thema, oder wird es in nicht zu ferner Zukunft werden. Ideale Zielgruppe also fuer den Muell (was es genau war, weiss ich nicht, bin ja nicht hingegangen.) Da kann man sich nett mit Gleichgesinnten austauschen. Macht ja nix, dass manche den ganzen Zauber schon fruehzeitig hinter sich gebracht haben. Macht nichts, dass andere NOCH DABEI SIND, SICH FORTZUPFLANZEN. Apropos.... die Schwangere ist da ganz selbstbewusst mitgegangen. An der ihrer Stelle haette mich mich noch mehr aufgeregt, als ich es sowieso schon tat. Aber ungleich mir, hat die auch ein natuerliches, stilles Selbstbewusstsein, und eine relativ hohe Stellung innerhalb der Abteilung. Die hat es nicht noetig, die Klappe aufzureissen, und sich demonstrativ ausgrenzen damit man merkt, dass sie keine alte Schachtel ist. Denn das merkt man auch so. Und das weiss sie auch. Aber so ein Selbstbewusstsein hat halt nicht jeder. Mancher wird regelrecht davon traumatisiert, fuer sowas auserwaehlt worden zu sein. Ich zum Beispiel.
Ganz was anderes waere es gewesen, wenn die ganz offen die gesamten Mitarbeiter angemailt haetten, und gesagt haetten "Wir suchen Frauen zwischen 40 und 60 fuer eine Zielgruppe. Wer interessiert ist, bitte da und dort melden". Oder noch besser: "Wir suchen Frauen, fuer die Menopause im Moment ein Thema ist." Einfach so, OHNE Alterangabe. DAS waere dann was anderes gewesen. So wurde es bisher immer gehandhabt, wenn sie eine bestimmte Zielgruppe fuer etwas suchen. Und die suchen staendig irgendwelche Zielgruppen. Letztens wurden z. B. junge Muttis unter 30 gesucht. Auch Leute, die oft fliegen, junge Maenner unter 25, Hunde-und Katzenbesitzer wurden auf diese Weise schon gesucht und gefunden.* Und wer sich nicht angesprochen fuehlt, meldet sich halt nicht, und gut ist. Aber - speziell namentlich Leute anschreiben, und ihnen erzaehlen, sie waeren das IDEALE ZIEL PUBLIKUM, und dann ist es auch noch "SO WAS" (Menopause Mittelchen), das halte ich fuer eine Unverschaemtheit wie man sie nur selten antrifft.
*Nachtrag: Ich habe selber schon mehr als einmal an solchen Zielgruppen in der Firma teilgenommen. Aber da war es immer etwas Unverfaengliches, und vor allem war es allgemein gehalten, also an alle Mitarbeiter gerichtet mit der Bitte, dass man sich melden soll, falls es auf einen zutrifft und Interesse besteht. Wenn allerdings andere Leute sich erdreisten, fuer mich zu entscheiden, was fuer mich interessant sein soll aufgrund von "Tatsache" XY, DANN werde ich unangenehm.
Damit niemand denkt, ich uebertreibe oder erfinde das nur, habe ich sie mal kurz hier reinkopiert. Menno, ich wollte, ich haette die gar nicht erst noch mal angeklickt. Jetzt aergere ich mich schon wieder darueber.
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Ladies!!
I would like to invite you to a working lunch session tomorrow at 1pm in [...] to discuss some ideas for a [...] business pitch. We have specifically chosen you to attend as you are our ideal target audience, so it is really important to us that we hear your point of view. [...] Business is everyone's business so we'd really appreciate if you could make yourself available for one hour.
I will send out an invitation in a moment, so please reply to that invite so I'll know how many to order lunch for.
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Besonders die Sache, die ich fett hervorgehoben habe (bla bla bla YOU ARE OUR IDEAL TARGET AUDIENCE bla bla bla) finde ich eine bodenlose Frechheit. Die Abteilung, von der das kommt, die PERSON, die diesen Mist verfasst hat - KENNT MICH DOCH UEBERHAUPT NICHT! Weiss nicht, dass ich existiere. Woher will die also wissen, ob ich ein "ideales Zielpublikum" fuer IRGENDWAS bin???????
Wie haben die wohl ihre Liste von 20 alten Schachteln bekommen? Wahrscheinlich bei Human Resources angefragt, dass man eine Liste von Mitarbeiterinnen zwischen 40 und 60 braucht. Und dann 20 Namen aus dem Hut gezogen. Und - woher wissen die eigentlich, WER zu dieser Altersgruppe gehoert? Nicht jeder sieht man an, wenn sie "in dem Alter" ist.
Was da ja nicht dabeisteht, und sich erst spaeter herausstellte, war, dass es sich um irgendein Mittelchen handelte, welches irgendwas mit Menopause zu tun hat. DAFUER ist natuerlich jede Frau zwischen 40 und 60 eine "ideal target audience". Am Geburtsjahr alleine kann man so manches festmachen. Da braucht man die Leute gar nicht persoenlich zu kennen. Fuer Frauen "in dem Alter" ist Menopuase entweder Thema, oder wird es in nicht zu ferner Zukunft werden. Ideale Zielgruppe also fuer den Muell (was es genau war, weiss ich nicht, bin ja nicht hingegangen.) Da kann man sich nett mit Gleichgesinnten austauschen. Macht ja nix, dass manche den ganzen Zauber schon fruehzeitig hinter sich gebracht haben. Macht nichts, dass andere NOCH DABEI SIND, SICH FORTZUPFLANZEN. Apropos.... die Schwangere ist da ganz selbstbewusst mitgegangen. An der ihrer Stelle haette mich mich noch mehr aufgeregt, als ich es sowieso schon tat. Aber ungleich mir, hat die auch ein natuerliches, stilles Selbstbewusstsein, und eine relativ hohe Stellung innerhalb der Abteilung. Die hat es nicht noetig, die Klappe aufzureissen, und sich demonstrativ ausgrenzen damit man merkt, dass sie keine alte Schachtel ist. Denn das merkt man auch so. Und das weiss sie auch. Aber so ein Selbstbewusstsein hat halt nicht jeder. Mancher wird regelrecht davon traumatisiert, fuer sowas auserwaehlt worden zu sein. Ich zum Beispiel.
Ganz was anderes waere es gewesen, wenn die ganz offen die gesamten Mitarbeiter angemailt haetten, und gesagt haetten "Wir suchen Frauen zwischen 40 und 60 fuer eine Zielgruppe. Wer interessiert ist, bitte da und dort melden". Oder noch besser: "Wir suchen Frauen, fuer die Menopause im Moment ein Thema ist." Einfach so, OHNE Alterangabe. DAS waere dann was anderes gewesen. So wurde es bisher immer gehandhabt, wenn sie eine bestimmte Zielgruppe fuer etwas suchen. Und die suchen staendig irgendwelche Zielgruppen. Letztens wurden z. B. junge Muttis unter 30 gesucht. Auch Leute, die oft fliegen, junge Maenner unter 25, Hunde-und Katzenbesitzer wurden auf diese Weise schon gesucht und gefunden.* Und wer sich nicht angesprochen fuehlt, meldet sich halt nicht, und gut ist. Aber - speziell namentlich Leute anschreiben, und ihnen erzaehlen, sie waeren das IDEALE ZIEL PUBLIKUM, und dann ist es auch noch "SO WAS" (Menopause Mittelchen), das halte ich fuer eine Unverschaemtheit wie man sie nur selten antrifft.
*Nachtrag: Ich habe selber schon mehr als einmal an solchen Zielgruppen in der Firma teilgenommen. Aber da war es immer etwas Unverfaengliches, und vor allem war es allgemein gehalten, also an alle Mitarbeiter gerichtet mit der Bitte, dass man sich melden soll, falls es auf einen zutrifft und Interesse besteht. Wenn allerdings andere Leute sich erdreisten, fuer mich zu entscheiden, was fuer mich interessant sein soll aufgrund von "Tatsache" XY, DANN werde ich unangenehm.
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zwickt's mi
Wednesday, October 21, 2009
Erste Eindruecke
Es stimmt wohl wirklich, dass sich ein erster Eindruck niemals wirklich loeschen laesst, genauso wenig wie ein Formfehler in einem Blogspot Posting (ich sage nur Cache).
Mir war noch nie so voll bewusst, wie viele Leute, mit denen ich heute zu tun habe, ich waehrend meiner FETTPHASE (Bild habe ich am letzten Donnerstag oder Freitag hier hereingestellt) zum ersten Mal kennengelernt habe. Oder in den Jahren danach, als ich zwar wieder schlank war, aber immer noch ein paar Kilo mehr wog als jetzt. Jetzt bin ich seit ca einem Jahr wieder bei dem Gewicht, der Figur angelangt, die fuer mich schon Zeit meines Lebens NORMAL waren. Deshalb kann ich es bald nicht mehr hoeren. Die Kommentare darueber (lobend oder kritisch), wie duenn ich doch geworden sei. Nein, ich habe mich am Anfang darueber gefreut, aber langsam macht es mich aergerlich, und ich habe mich gefragt, woran das wohl liegt, und die Antwort gefunden:
Langsam habe ich es satt, immer wieder zu sagen: "Das ist fuer mich normal. Das Fette, das ich hatte, als du mich zum ersten Mal gesehen hast, WAR EINE ABSOLUTE AUSNAHME-PHASE. So wie ich jetzt bin, ist normal. Das wuesstest du, wenn du mich mit 10, 15, 25, 37, 40 GEKANNT HAETTEST! Dann wuerdest du mich naemlich nach dem Gesamtmenschen beurteilen, der ich bin, und nicht nach dieser Freakphase, die aber dein erster Eindruck war, und die du deshalb als Standard siehst."
Ich habe es satt, das IMMER WIEDER ZU ERKLAEREN. Weil es ja doch auf taube Ohren faellt. Man nimmt die Worte zwar wahr, verinnerlicht aber den Inhalt nicht. Und ich werde immer wieder daran erinnert, dass wirklich so gar kein Mensch in meinem Leben ist, der mich schon immer, oder zumindest ganz lange kennt. Gestern ist es wieder passiert. Ich kann mir den Mund fusselig reden. Jemand hat Anfang dieser Dekade eine fette Sau kennengelernt, die etwa 4 Jahre lang so aussah. Das wird dann wohl als normal wahrgenommen. Dass die vorher mal ein schoener Mensch war, und auch WIEDER ein schoener Mensch werden wuerde und geworden ist - das wird abgeblockt. Komischerweise machen Leute, die ich erst, ALS ICH SCHON WIEDER DUENN WAR, kennenlernte, solche Bemerkungen nicht. Denn die kannten ja meine fette Version nicht, und halten diese also auch nicht als Standard hin. Fuer die ist das, wie ich aussehe, ganz normal. Ich glaube, ich muss mal wieder aufraeumen. Mir gehen Leute dermassen auf den Geist.
Menno, das ist alles ziemlich wirr. Ich habe noch kein Koffein intus heute, aber ein Aergerniss vom Vortag laesst mich deswegen doch nicht los. Und editieren ist ja zwecklos, weil es im Cashe immer noch in der Originalversion (mit Fehlern) erscheint. Also scheiss drauf. Es bleibt so, wie's ist.
Mir war noch nie so voll bewusst, wie viele Leute, mit denen ich heute zu tun habe, ich waehrend meiner FETTPHASE (Bild habe ich am letzten Donnerstag oder Freitag hier hereingestellt) zum ersten Mal kennengelernt habe. Oder in den Jahren danach, als ich zwar wieder schlank war, aber immer noch ein paar Kilo mehr wog als jetzt. Jetzt bin ich seit ca einem Jahr wieder bei dem Gewicht, der Figur angelangt, die fuer mich schon Zeit meines Lebens NORMAL waren. Deshalb kann ich es bald nicht mehr hoeren. Die Kommentare darueber (lobend oder kritisch), wie duenn ich doch geworden sei. Nein, ich habe mich am Anfang darueber gefreut, aber langsam macht es mich aergerlich, und ich habe mich gefragt, woran das wohl liegt, und die Antwort gefunden:
Langsam habe ich es satt, immer wieder zu sagen: "Das ist fuer mich normal. Das Fette, das ich hatte, als du mich zum ersten Mal gesehen hast, WAR EINE ABSOLUTE AUSNAHME-PHASE. So wie ich jetzt bin, ist normal. Das wuesstest du, wenn du mich mit 10, 15, 25, 37, 40 GEKANNT HAETTEST! Dann wuerdest du mich naemlich nach dem Gesamtmenschen beurteilen, der ich bin, und nicht nach dieser Freakphase, die aber dein erster Eindruck war, und die du deshalb als Standard siehst."
Ich habe es satt, das IMMER WIEDER ZU ERKLAEREN. Weil es ja doch auf taube Ohren faellt. Man nimmt die Worte zwar wahr, verinnerlicht aber den Inhalt nicht. Und ich werde immer wieder daran erinnert, dass wirklich so gar kein Mensch in meinem Leben ist, der mich schon immer, oder zumindest ganz lange kennt. Gestern ist es wieder passiert. Ich kann mir den Mund fusselig reden. Jemand hat Anfang dieser Dekade eine fette Sau kennengelernt, die etwa 4 Jahre lang so aussah. Das wird dann wohl als normal wahrgenommen. Dass die vorher mal ein schoener Mensch war, und auch WIEDER ein schoener Mensch werden wuerde und geworden ist - das wird abgeblockt. Komischerweise machen Leute, die ich erst, ALS ICH SCHON WIEDER DUENN WAR, kennenlernte, solche Bemerkungen nicht. Denn die kannten ja meine fette Version nicht, und halten diese also auch nicht als Standard hin. Fuer die ist das, wie ich aussehe, ganz normal. Ich glaube, ich muss mal wieder aufraeumen. Mir gehen Leute dermassen auf den Geist.
Menno, das ist alles ziemlich wirr. Ich habe noch kein Koffein intus heute, aber ein Aergerniss vom Vortag laesst mich deswegen doch nicht los. Und editieren ist ja zwecklos, weil es im Cashe immer noch in der Originalversion (mit Fehlern) erscheint. Also scheiss drauf. Es bleibt so, wie's ist.
Saturday, October 17, 2009
Sind die noch bei Trost!?! Ich bin doch keine "Zielgruppe"!
Ich lasse mich ungern in Kategorien stecken, denn ich passe in keine Kategorie. Ich bin nicht darauf "sozialisiert", dass man mich in eine bestimmte Gruppe einordnen kann. Ich gehoere keiner Gruppe an, viele Jahrzehnte lang ist das automatisch/unbewusst abgelaufen, heute passe ich bewusst darauf auf, dass das auch so bleibt: Ihr wolltet mich mein ganzes Leben lang nicht, als ich immer mal wieder versuchte, eine Zugehoerigkeit zu dieser oder jender Identitaet herzustellen, ihr hattet Eure Chance, jetzt KOENNT ihr mich (nicht haben), lautet meine Philosphie.
Aus mir unerklaerlichen Gruenden wurde ich trotzdem in der vergangenen Woche als Mitglied einer "Zielgruppe" spezial-auserkoren.
Kam eine Email auf dem Buero am Donnerstag: Sie war an ca. 20 Personen gerichtet (Gesamtzahl der Mitarbeiter ist mehrere Hundert), alle weiblich: Eine "Einladung". Wir seien zu einem speziellen Lunch am Freitag auserwaehlt worden, sollten bitte rueckmelden ob wir kommen oder nicht. Es ging um irgendein neues Produkt (welches, wurde nicht gesagt), das fuer uns als Zielgruppe interessant sein koennte, und man wolle unser Feedback darueber, bevor man damit an die Oeffentlichkeit geht.
Mehr wurde nicht gesagt. Schon gar nicht das, was mich am meisten interessierte, und zwar: WAS (ausser dem Geschlecht) HABEN WIR ALLE GEMEINSAM, DASS WIR EINE "ZIELGRUPPE" AUSMACHEN????? Bei genauerem Studieren der Liste von Empfaengern fing das Bild sich an zu verschaerfen: Einige der Damen kannte ich nicht, oder nur dem Namen nach, weil sie aus anderen Abteilungen stammten. Aber eine unproportionell grosse Anzahl der "Auserkorenen" war AUS MEINER ABTEILUNG, die ja bekannterweise eine ALTSCHACHTEL-Abteilung ist. Es brauchte keinen Einstein, sofort EINE Gemeinsamkeit festzustellen: DAS SIND ALLES MITTELALTERLICHE FRAUEN, aus der diese Zielgruppe besteht. Aber Moment: Da muss doch noch mehr sein: N. ist gerade mal 40, falls ueberhaupt, verheiratet, und mit ihrem 3. Kind schwanger. Was hat SIE z. B. gemeinsam mit J., einer alten Jungfer (nie verheiratet, keine Kinder) von 59? Irgendwie erschliesst sich mir das nicht. Es muss doch noch eine andere Gemeinsamkeit geben hier?
Was auch immer die Gemeinsamkeit(en), mir schwante nichts Gutes, zu ausgerechnet dieser Zielgruppe "auserwaehlt" worden zu sein, und ich sagte erstmal fuer mich ab. Dieses Lunch wuerde ohne mich stattfinden muessen. Und es war die richtige Entscheidung. Es stellte sich heraus, dass es um eine Zielgruppe VON FRAUEN UEBER 40 ging. Aber unter 60. DAS war die einzige Gemeinsamkeit. Das lasse man sich mal auf der Zunge zergehen: Typische FRAUEN UEBER 40 ALS ZIELGRUPPE. Mit MIR als potentieller Teilnehmer dabei! Ich denke, mich trifft der Schlag. Wer bin ich denn? Und was bitte, haben 40-Jaehrige und 59-Jaehrige denn als "Altergruppe" gemeinsam???? Das koennten ja fast Mutter und Tochter sein bei dem Altersunterschied. Geht. Es. Noch.
Es stellte sich hinterher heraus, dass es um irgendeinen medizinischen Quatsch ging, der interessant sein koennte "fuer die Frau ueber 40." Muss ich mir DEN Schuh wirklich anziehen? Nein. Deshalb habe ich auch abgesagt, weil ich mir dachte, dass es so was ist. Ich bin naemlich keine normale 50-Jaehrige. (Koennte fast schwoeren, dass ich das schon mehrmals gesagt habe, aber die Welt, die mich erst seit ein paar Jahren kennt, scheint das irgendwie nicht schnallen zu wollen.)
Ich fuehle mich von Produkten und Dienstleistungen - vor allem solchen MEDIZINISCHER Natur - die sich speziell "an die Frau ueber 40" richten, NICHT ANGESPROCHEN. Nicht nur das - ich lehne so etwas AKTIV AB. Jetzt mit 50 noch mehr, als mit Anfang 40. Nein, ich wuerde keine zielgruppengeeignete Ueber-40erin hergeben. Ich finde es vielmehr beleidigend und diskriminierend, zu so einem Haufen dazugezaehlt zu werden. Ich sehe weder wie 50 aus (na ja, vlt. wie 40, was mich ja auch qualifizieren wuerde), noch benehme ich mich, noch lebe ich wie eine "typische" Person dieser Altersgruppe. Noch habe ich deren Sorgen. Nichts gemeinsam. Rein gar nichts. Aber die wissen nur mein ungefaehres Alter (Geburtsdaten darf man ja hierzulande gottseidank nicht fragen im Job), und SCHWUPPS, schon bin ich eine Zielgruppe fuer die Durchschnittsfrau ueber 40. Denn wir Ueber-40-Jaehrigen haben ja schliesslich alle aehnliche Sorgen, viele Gemeinsamkeiten, oder?
Ich finde es eine glatte Unverschaemtheit, eine bodenlose Frechheit, in so einen Alt-Schachtel-Club eingeschlossen zu werden VON LEUTEN, DIE MICH GAR NICHT KENNEN, nur aufgrund EINER EINZIGEN EIGENSCHAFT. Meinen Protest habe ich ausgedrueckt, indem ich das Ding boykottiert habe. Meine Absagung erfolgte schneller, als die ihren Muell abschicken konnten. Die meisten eingeladenen Schachteln in meiner Abteilung sind hingegangen. Das sind halt Gruppentiere, typische Zielgruppenmitglieder. Da haben die Betreiber schon richtig ausgesucht. Nur, als sie meinen Namen auserwaehlten, haben sie ins Klo gegriffen.
Aus mir unerklaerlichen Gruenden wurde ich trotzdem in der vergangenen Woche als Mitglied einer "Zielgruppe" spezial-auserkoren.
Kam eine Email auf dem Buero am Donnerstag: Sie war an ca. 20 Personen gerichtet (Gesamtzahl der Mitarbeiter ist mehrere Hundert), alle weiblich: Eine "Einladung". Wir seien zu einem speziellen Lunch am Freitag auserwaehlt worden, sollten bitte rueckmelden ob wir kommen oder nicht. Es ging um irgendein neues Produkt (welches, wurde nicht gesagt), das fuer uns als Zielgruppe interessant sein koennte, und man wolle unser Feedback darueber, bevor man damit an die Oeffentlichkeit geht.
Mehr wurde nicht gesagt. Schon gar nicht das, was mich am meisten interessierte, und zwar: WAS (ausser dem Geschlecht) HABEN WIR ALLE GEMEINSAM, DASS WIR EINE "ZIELGRUPPE" AUSMACHEN????? Bei genauerem Studieren der Liste von Empfaengern fing das Bild sich an zu verschaerfen: Einige der Damen kannte ich nicht, oder nur dem Namen nach, weil sie aus anderen Abteilungen stammten. Aber eine unproportionell grosse Anzahl der "Auserkorenen" war AUS MEINER ABTEILUNG, die ja bekannterweise eine ALTSCHACHTEL-Abteilung ist. Es brauchte keinen Einstein, sofort EINE Gemeinsamkeit festzustellen: DAS SIND ALLES MITTELALTERLICHE FRAUEN, aus der diese Zielgruppe besteht. Aber Moment: Da muss doch noch mehr sein: N. ist gerade mal 40, falls ueberhaupt, verheiratet, und mit ihrem 3. Kind schwanger. Was hat SIE z. B. gemeinsam mit J., einer alten Jungfer (nie verheiratet, keine Kinder) von 59? Irgendwie erschliesst sich mir das nicht. Es muss doch noch eine andere Gemeinsamkeit geben hier?
Was auch immer die Gemeinsamkeit(en), mir schwante nichts Gutes, zu ausgerechnet dieser Zielgruppe "auserwaehlt" worden zu sein, und ich sagte erstmal fuer mich ab. Dieses Lunch wuerde ohne mich stattfinden muessen. Und es war die richtige Entscheidung. Es stellte sich heraus, dass es um eine Zielgruppe VON FRAUEN UEBER 40 ging. Aber unter 60. DAS war die einzige Gemeinsamkeit. Das lasse man sich mal auf der Zunge zergehen: Typische FRAUEN UEBER 40 ALS ZIELGRUPPE. Mit MIR als potentieller Teilnehmer dabei! Ich denke, mich trifft der Schlag. Wer bin ich denn? Und was bitte, haben 40-Jaehrige und 59-Jaehrige denn als "Altergruppe" gemeinsam???? Das koennten ja fast Mutter und Tochter sein bei dem Altersunterschied. Geht. Es. Noch.
Es stellte sich hinterher heraus, dass es um irgendeinen medizinischen Quatsch ging, der interessant sein koennte "fuer die Frau ueber 40." Muss ich mir DEN Schuh wirklich anziehen? Nein. Deshalb habe ich auch abgesagt, weil ich mir dachte, dass es so was ist. Ich bin naemlich keine normale 50-Jaehrige. (Koennte fast schwoeren, dass ich das schon mehrmals gesagt habe, aber die Welt, die mich erst seit ein paar Jahren kennt, scheint das irgendwie nicht schnallen zu wollen.)
Ich fuehle mich von Produkten und Dienstleistungen - vor allem solchen MEDIZINISCHER Natur - die sich speziell "an die Frau ueber 40" richten, NICHT ANGESPROCHEN. Nicht nur das - ich lehne so etwas AKTIV AB. Jetzt mit 50 noch mehr, als mit Anfang 40. Nein, ich wuerde keine zielgruppengeeignete Ueber-40erin hergeben. Ich finde es vielmehr beleidigend und diskriminierend, zu so einem Haufen dazugezaehlt zu werden. Ich sehe weder wie 50 aus (na ja, vlt. wie 40, was mich ja auch qualifizieren wuerde), noch benehme ich mich, noch lebe ich wie eine "typische" Person dieser Altersgruppe. Noch habe ich deren Sorgen. Nichts gemeinsam. Rein gar nichts. Aber die wissen nur mein ungefaehres Alter (Geburtsdaten darf man ja hierzulande gottseidank nicht fragen im Job), und SCHWUPPS, schon bin ich eine Zielgruppe fuer die Durchschnittsfrau ueber 40. Denn wir Ueber-40-Jaehrigen haben ja schliesslich alle aehnliche Sorgen, viele Gemeinsamkeiten, oder?
Ich finde es eine glatte Unverschaemtheit, eine bodenlose Frechheit, in so einen Alt-Schachtel-Club eingeschlossen zu werden VON LEUTEN, DIE MICH GAR NICHT KENNEN, nur aufgrund EINER EINZIGEN EIGENSCHAFT. Meinen Protest habe ich ausgedrueckt, indem ich das Ding boykottiert habe. Meine Absagung erfolgte schneller, als die ihren Muell abschicken konnten. Die meisten eingeladenen Schachteln in meiner Abteilung sind hingegangen. Das sind halt Gruppentiere, typische Zielgruppenmitglieder. Da haben die Betreiber schon richtig ausgesucht. Nur, als sie meinen Namen auserwaehlten, haben sie ins Klo gegriffen.
Tuesday, October 6, 2009
Wirklich - es ist besser so. Ich verhure mich doch nicht.
Ja, es geht mir wieder gut genug, um aufs Buero zu gehen, aber sooooo doll geht es mir auch wieder nicht. Ich habe gestern noch ziemlich herumgeschnueffelt. Und mich herumgeschleppt, weil ich von dem dreitaegigen Nichtbewegen und dem Kranksein ueberhaupt allgemein erschoepft war. Im Nachhinein haette ich mir gestern noch mal einen Krank-Tag nehmen sollen. Aber da ich schon mal da war, blieb ich auch.
Ich bin also wie gesagt den ganzen Tag ziemlich wie eine jaemmerliche Gestalt herumgewandelt, habe Scheisse ausgesehen, erwartete, dass mich wenigstens der Eine oder Andere fragt, wie es mir geht, denn das ist normalerweise bei uns gang und gaebe, in diesem Fall jedoch...... nichts. Ob die erahnen, dass ich schon so viele Bogus-Krankentage gemeldet habe, nur weil ich mal einen Tag Ruhe wollte, oder etwas anderes tun wollte? DIESMAL IST ES RICHTIG!!!!! HALLO!!!!!!!! ES IST ECHT!!!!!!!!!!!
Alles ist jetzt anders. Der Stress der Firma ist voll in unsere Abteilung heruntergetroepfelt, und hat die Menschen verdorben. Wer sich in guten Zeiten nicht als eines der Maedels, eine der Gruppe bewaehrt hat, sondern immer arrogant war, wird in schlechten Zeiten entsprechend behandelt. Ich weiss, dass es daran liegt. Das muss reichen.
Die einzige, die etwas zu mir sagte, war natuerlich Frau Zipperlein. Lechzend fragte sie, ob ich DENN BEIM ARZT WAR. Als ich verneinte, verlor sie sofort das Interesse, und liess das Thema fallen.
Hallo. HALLLOOOOOOOOOOOO!!!!!!!!!!
Nur weil ich von sonst wem tagaus, tagein keine KRANKHEITSGESCHICHTEN hoeren will das ganze Jahr ueber, heisst das noch lange nicht, ich will nicht EIN BISCHEN BEMITLEIDET WERDEN, wenn ich erkaeltet bin. Nach meinem Wohlbefinden gefragt werden. Jammern duerfen. Denn Erkaeltung ist ja keine "Krankheit" im Sinne von den Krankheiten, die fuer diese Herrschaften normales Gespraechsthema sind. Wenn ich mal eine RICHTIGE Krankheit haette, wuerde ich das vor denen totschweigen, so gut es geht. Aber ein Schnupfen? Darueber will ich gerne reden, jammern. Da kann man doch mal ein bischen zuvorkommend sein, und wenigstens fragen, wie es mir geht. Oder? Denn DARUEBER wuerde ich schon gerne reden. Ist ja was Unverbindliches. Nicht so wie Zucker oder Krebs. Oder Plattfuesse.
Ach ja. Plattfuesse. NATUERLICH musste Frau Z. gestern mal wieder frueher gehen, weil sie einen Termin beim FUSSARZT hatte! (Inzwischen hat sie das Wort "Podiatrist" gelernt, und sagt nicht mehr "foot doctor". Na ja, meistens.) Aber macht nichts, ich bin ja da. Dass ich vielleicht auch frueher gehen will, weil ich mich doch noch sichtbar beschisswen fuehle, wird verhindert, indem mein momentanes Unwohlsein gar nicht erst erwaehnt, zur Kenntnis genommen, wird. Es kann ja gar nichts sein, wenn ich NOCH NICHT MAL BEIM ARZT WAR! Wer nicht mit Arztgeschichten dienen kann, wird als "krank" gar nicht fuer voll genommen.
Wer bekommt diese ganze Aufmerksamkeit, die eigentlich MIR gebuehrt? Richtig. Frau Zipperlein. Sie jammert ueber ihre Fuesse. Sie tun so weh. Jedenfalls wenn sie gerade daran denkt. Wenn sie nicht daran denkt, kann sie wundersamerweise mit Top-Geschwindigkeit stolz erhobenen Hauptes durch die Gegend flitzen. Sie hat einen festen Fanclub aufgebaut, der weiss, sie hat nichts im Leben, und gehorsam nach ihren Fuessen fragt. Ja, sie sind platt. Nicht VOLLKOMMEN platt, aber fast. Sie darf keine GANZ FLACHEN Schuhe tragen (dabei hat sie doch gerade vor 4 Jahren so tolle japanische Schlaeppchen fuer 99 Cent von einem Strassenverkaeufer ergattert. Da goennt man sich EINMAL IM LEBEN was Neues, und dann darf man es noch nicht mal tragen! Aber wenigstens gibt das Gespraechsstoff her, oh ja.) Man schart sich um Frau Z. und hoert ihren Geschichten zu. Sie bekommt rote Baeckchen, ist in ihrem Element. Die imaginaeren Fussprobleme sorgen fuer alle Aufmerksamkeit, die sie zur Selbsterhaltung braucht.
Mittlerweile haenge ich wie ein Leichnam an meinem Schreibtisch. Sogar mein kleiner Spiegel bestaetigt mir, dass ich halb tot bin. Blass und graugesichtig. Menno, fuehle ich mich Scheisse. Aber auf mich achtet keiner. Ich hatte ja jahrelang Zeit, mich in die Gruppe zu integrieren. Das habe ich nun davon.
Eine Kollegin: "Frau Zipperlein, du sieht so erschoepft aus!" (Ha-ha. Wer hier erschoepft aussieht, bin ICH. Aber ich bin ja nicht da.) Frau Z. ganz genuesslich: "Ja, ich bin auch sehr erschoepft. Sehr muede". (WOVON eigentlich????? Vom Herumrennen mit angeblich schlechten Fuessen und Aufmerksamkeit heischen?)
Uebrigens macht sie die Uebungen, die der Fussarzt ihr empfielt, nicht. Sie will nur die Aufmerksamkeit, ein Gebrechen zu haben, und detaillierte Berichte ueber die entsprechenden Arztbesuche geben zu koennen. Aber daheim, wo keiner ist ausser dem Hund? Das lohnt sich gar nicht.
Sie geht um halb vier. Alle "viel Glueck, Frau Zipperlein! Gute Besserung, Frau Zipperlein!"
Ich putze mir die Nase. Eine Kollegin: "Bist du KRANK!?!" Aus irgendeinem Grund fast vorwurfsvoll. Ja, wirklich. Was ist deren Problem? Ist es nicht professionell, so viel Radau zu machen? Hast du Angst, ich verbreite Keime? Ich sage nur JA. Die: "Ach so." Wendet sich wieder ihrer Arbeit zu, stellt keine weitern Fragen. Hallo! HALLOOOOOOOO! Hast du nicht gemerkt, dass ich am Freitag nicht da war? Ist dir nicht aufgefallen, dass ich am Donnerstag um drei Uhr ging, weil mir so elend war? NEIN??? Aber ueber Frau Z's Plattfuesse weisst du jedes Detail. Wenn man meine Existenz und meinen momentanen Zustand tatsaechlich *anerkennt*, muesste man ja evtl. gewisse Ruecksichten auf mich nehmen. Und dieses Privileg steht einem nur zu, wenn man sich in stressfreien Firmenzeiten als "eine der Maedels" etabliert hat. Wie Frau Z.
Heute wird Frau Z. mit ihrer neuesten Fussarzt Geschichte natuerlich wieder der Star sein, und ich werde links liegengelassen werden. Ist vielleicht besser so, was aergere ich mich.
Wisst ihr was, ihr alten Schachteln???? ICH WILL GAR NICHT TEIL EURES CLUBS SEIN! Diese Entscheidung habe ich irgendwann in "guten Zeiten" ganz bewusst getroffen. Ich will nicht den ganzen Tag Krankheitsgeschichten hoeren, nur damit ich, wenn ich selber mal ein bischen angeschlagen bin, ein Quaentchen Aufmerksamkeit von Euch bekomme. Ihr seid ja nur neidisch, weil ich normalerweise so ein gesunder, gut erhaltener Mensch bin in meinem fortgeschrittenen Alter. Ich werde nie eine von Euch sein.
LECKT MICH DOCH ALLE AM ARSCH!!!!!
Ich bin also wie gesagt den ganzen Tag ziemlich wie eine jaemmerliche Gestalt herumgewandelt, habe Scheisse ausgesehen, erwartete, dass mich wenigstens der Eine oder Andere fragt, wie es mir geht, denn das ist normalerweise bei uns gang und gaebe, in diesem Fall jedoch...... nichts. Ob die erahnen, dass ich schon so viele Bogus-Krankentage gemeldet habe, nur weil ich mal einen Tag Ruhe wollte, oder etwas anderes tun wollte? DIESMAL IST ES RICHTIG!!!!! HALLO!!!!!!!! ES IST ECHT!!!!!!!!!!!
Alles ist jetzt anders. Der Stress der Firma ist voll in unsere Abteilung heruntergetroepfelt, und hat die Menschen verdorben. Wer sich in guten Zeiten nicht als eines der Maedels, eine der Gruppe bewaehrt hat, sondern immer arrogant war, wird in schlechten Zeiten entsprechend behandelt. Ich weiss, dass es daran liegt. Das muss reichen.
Die einzige, die etwas zu mir sagte, war natuerlich Frau Zipperlein. Lechzend fragte sie, ob ich DENN BEIM ARZT WAR. Als ich verneinte, verlor sie sofort das Interesse, und liess das Thema fallen.
Hallo. HALLLOOOOOOOOOOOO!!!!!!!!!!
Nur weil ich von sonst wem tagaus, tagein keine KRANKHEITSGESCHICHTEN hoeren will das ganze Jahr ueber, heisst das noch lange nicht, ich will nicht EIN BISCHEN BEMITLEIDET WERDEN, wenn ich erkaeltet bin. Nach meinem Wohlbefinden gefragt werden. Jammern duerfen. Denn Erkaeltung ist ja keine "Krankheit" im Sinne von den Krankheiten, die fuer diese Herrschaften normales Gespraechsthema sind. Wenn ich mal eine RICHTIGE Krankheit haette, wuerde ich das vor denen totschweigen, so gut es geht. Aber ein Schnupfen? Darueber will ich gerne reden, jammern. Da kann man doch mal ein bischen zuvorkommend sein, und wenigstens fragen, wie es mir geht. Oder? Denn DARUEBER wuerde ich schon gerne reden. Ist ja was Unverbindliches. Nicht so wie Zucker oder Krebs. Oder Plattfuesse.
Ach ja. Plattfuesse. NATUERLICH musste Frau Z. gestern mal wieder frueher gehen, weil sie einen Termin beim FUSSARZT hatte! (Inzwischen hat sie das Wort "Podiatrist" gelernt, und sagt nicht mehr "foot doctor". Na ja, meistens.) Aber macht nichts, ich bin ja da. Dass ich vielleicht auch frueher gehen will, weil ich mich doch noch sichtbar beschisswen fuehle, wird verhindert, indem mein momentanes Unwohlsein gar nicht erst erwaehnt, zur Kenntnis genommen, wird. Es kann ja gar nichts sein, wenn ich NOCH NICHT MAL BEIM ARZT WAR! Wer nicht mit Arztgeschichten dienen kann, wird als "krank" gar nicht fuer voll genommen.
Wer bekommt diese ganze Aufmerksamkeit, die eigentlich MIR gebuehrt? Richtig. Frau Zipperlein. Sie jammert ueber ihre Fuesse. Sie tun so weh. Jedenfalls wenn sie gerade daran denkt. Wenn sie nicht daran denkt, kann sie wundersamerweise mit Top-Geschwindigkeit stolz erhobenen Hauptes durch die Gegend flitzen. Sie hat einen festen Fanclub aufgebaut, der weiss, sie hat nichts im Leben, und gehorsam nach ihren Fuessen fragt. Ja, sie sind platt. Nicht VOLLKOMMEN platt, aber fast. Sie darf keine GANZ FLACHEN Schuhe tragen (dabei hat sie doch gerade vor 4 Jahren so tolle japanische Schlaeppchen fuer 99 Cent von einem Strassenverkaeufer ergattert. Da goennt man sich EINMAL IM LEBEN was Neues, und dann darf man es noch nicht mal tragen! Aber wenigstens gibt das Gespraechsstoff her, oh ja.) Man schart sich um Frau Z. und hoert ihren Geschichten zu. Sie bekommt rote Baeckchen, ist in ihrem Element. Die imaginaeren Fussprobleme sorgen fuer alle Aufmerksamkeit, die sie zur Selbsterhaltung braucht.
Mittlerweile haenge ich wie ein Leichnam an meinem Schreibtisch. Sogar mein kleiner Spiegel bestaetigt mir, dass ich halb tot bin. Blass und graugesichtig. Menno, fuehle ich mich Scheisse. Aber auf mich achtet keiner. Ich hatte ja jahrelang Zeit, mich in die Gruppe zu integrieren. Das habe ich nun davon.
Eine Kollegin: "Frau Zipperlein, du sieht so erschoepft aus!" (Ha-ha. Wer hier erschoepft aussieht, bin ICH. Aber ich bin ja nicht da.) Frau Z. ganz genuesslich: "Ja, ich bin auch sehr erschoepft. Sehr muede". (WOVON eigentlich????? Vom Herumrennen mit angeblich schlechten Fuessen und Aufmerksamkeit heischen?)
Uebrigens macht sie die Uebungen, die der Fussarzt ihr empfielt, nicht. Sie will nur die Aufmerksamkeit, ein Gebrechen zu haben, und detaillierte Berichte ueber die entsprechenden Arztbesuche geben zu koennen. Aber daheim, wo keiner ist ausser dem Hund? Das lohnt sich gar nicht.
Sie geht um halb vier. Alle "viel Glueck, Frau Zipperlein! Gute Besserung, Frau Zipperlein!"
Ich putze mir die Nase. Eine Kollegin: "Bist du KRANK!?!" Aus irgendeinem Grund fast vorwurfsvoll. Ja, wirklich. Was ist deren Problem? Ist es nicht professionell, so viel Radau zu machen? Hast du Angst, ich verbreite Keime? Ich sage nur JA. Die: "Ach so." Wendet sich wieder ihrer Arbeit zu, stellt keine weitern Fragen. Hallo! HALLOOOOOOOO! Hast du nicht gemerkt, dass ich am Freitag nicht da war? Ist dir nicht aufgefallen, dass ich am Donnerstag um drei Uhr ging, weil mir so elend war? NEIN??? Aber ueber Frau Z's Plattfuesse weisst du jedes Detail. Wenn man meine Existenz und meinen momentanen Zustand tatsaechlich *anerkennt*, muesste man ja evtl. gewisse Ruecksichten auf mich nehmen. Und dieses Privileg steht einem nur zu, wenn man sich in stressfreien Firmenzeiten als "eine der Maedels" etabliert hat. Wie Frau Z.
Heute wird Frau Z. mit ihrer neuesten Fussarzt Geschichte natuerlich wieder der Star sein, und ich werde links liegengelassen werden. Ist vielleicht besser so, was aergere ich mich.
Wisst ihr was, ihr alten Schachteln???? ICH WILL GAR NICHT TEIL EURES CLUBS SEIN! Diese Entscheidung habe ich irgendwann in "guten Zeiten" ganz bewusst getroffen. Ich will nicht den ganzen Tag Krankheitsgeschichten hoeren, nur damit ich, wenn ich selber mal ein bischen angeschlagen bin, ein Quaentchen Aufmerksamkeit von Euch bekomme. Ihr seid ja nur neidisch, weil ich normalerweise so ein gesunder, gut erhaltener Mensch bin in meinem fortgeschrittenen Alter. Ich werde nie eine von Euch sein.
LECKT MICH DOCH ALLE AM ARSCH!!!!!
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