Heute Morgen musste ich echt schmunzeln. Nun ja, man soll ja jeden Tag mit einem Schmunzeln anfangen, aber wie oft kann man von der Situation, die einen schmunzeln laesst, zusaetzlich auch noch etwas Wertvolles LERNEN?
Ich habe das unverschaemte Glueck, gerade so eine Situation habe erleben zu duerfen. Am Fruchtstand auf dem Weg von der Subway zum Buero holte ich mir drei Bananen. Vor mir war eine junge Frau von etwa 25 dran. Der mittelalte Mann vom Fruchtstand hat mit der jungen Frau lange geflirtet, hat sie extra lang und langsam bedient, gezwinkert, gelaechelt, rundum zuvorkommend behandelt. Dann kam ich, nahm drei Bananen und legte ihm einen Dollar Schein hin. Wollte ihm gerade einen schoenen Tag wuenschen und weitergehen. Dann drehe ich mich noch mal nach ihm um und frage ihn hoeflich nach einer kleinen Plastiktuete fuer die Bananen. Er gibt mir mit launischer Miene eine Tuete, macht sie nicht auf, tut die Bananen nicht rein, hier mach's selber.
Da musste ich doch sehr lachen, als ich den Unterschied zwischen seinem Verhalten mir gegenueber und seinem Verhalten der jungen Frau gegenueber feststellte. Tja, wenn man aelter ist, wird man halt nicht mehr so angeflirtet, dachte ich schmunzelnd. Die Zeit hatte ich auch mal, jetzt ist halt die naechste Generation dran. Das ist der Lauf der Welt. Ich will ja auch schliesslich gar nicht nach meinem Aeusseren beurteilt werden, sondern nach dem, was ich sonst so zu bieten habe, und das ist recht viel.
Ich musste immer mehr schmunzeln als ich ueber die Gelassenheit des Alters nachdachte. Ich habe nicht etwa grimmig geguckt und den Bananenmann angefahren mit den zornigen Worten: "Aha, die Junge vor mir bekommt den Service With a Smile und ich Alte krieg die Tuete vor den Latz geknallt nach dem Motto Mach's Doch Selber. Unverschaemtheit. Mich haben Sie zum letzten Mal gesehen!". Nein, das waere die alte hsm gewesen. Die neue hsm musste schmunzeln ueber ihre Unsichtbarkeit im Vergleich zur juengeren Generation. Ich hatte meine Jugend, jetzt sind halt die Naechsten dran. Dank meiner Therapeutin sehe ich es mal so: Ich bin nicht traurig, dass die Jugend vorbei ist, sondern dankbar, dass ich sie ueberhaupt erleben durfte. Das musste ich auch erst lernen. Nun freue ich mich am Anblick junger Menschen, denen der Hof gemacht wird, waehrend so Alte wie ich genervt abgefertigt werden. So ist der Lauf der Dinge halt. Da kann man gegen wettern, oder man kann es als Gelegenheit begruessen, als Chance. Ich habe mich fuer mich fuer letzteres entschieden, denn Glueck ist schliesslich ein Tuwort.
Das Leben ist so vergaenglich wie mein Loewenzahn da oben. Der steht ja schliessllich als Symbol fuer meine Einstellung, der ist nicht durch Zufall da gelandet.
Ich wuensche allen einen wunderschoenen Montag!
Schreibtischheldin speit Feuer. Jetzt mit Regenmotiv. Denn das Leben ist ein Traenenmeer. Mein Lebensmotto: ALSO DEN GANZEN TAG AM SCHREIBTISCH SITZEN, DAS KOENNTE ICH NICHT. DAFUER BIN ICH EIN VIEL ZU SENSIBLES, KREATIVES PFLAENZCHEN. DA WUERDE ICH EINGEHEN.
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Monday, October 22, 2012
Sunday, October 21, 2012
Ein Besuch im Zoo
Ich weiss nicht mehr ob, ich's schon erwaehnt habe, aber seit einiger Zeit bin ich ehrenamtlich bei so einer Sozialstelle (will jetzt aus Privatsphaere Gruenden nicht naeher darauf eingehen, um welche es sich handelt) taetig. Die vermittelt einen halt kurzfristig wo gerade jemand gebraucht wird. So Sachen wie mal fuer eine Omm ... aeh aeltere alleinstehende Frau, die schlecht laufen kann, den Hund ausfuehren, mal fuer eine alleinerziehende Mama kurzfristig als Babysitterin einspringen... so Sachen halt.
Mir macht das ungeheuer Spass. Ich helfe grundsaetzlich gerne, fuehle mich gerne gebraucht, und die langen, einsamen Wochenenden, an denen ich mir nur selber leid tue, vor allem seit meine letzte Beziehung in die Brueche gegangen ist, vergehen recht schnell. Und ich lerne unendlich viele Leute kennen, die ich sonst nie kennengelernt haette.
Zu dieser ehrenamtlichen Taetigkeit hat mir meine Therapeutin geraten. Und ich muss sagen, es ist das Beste, was mir seit langer Zeit passiert ist. Ich liebe meine "Kunden", die gar nicht wissen koennen, dass sie mir so viel mehr geben, als ich ihnen. Heute z. B. war ich mit den zwei Knirpsen einer Lieblings"kundin" (alleinerziehende Mutti, zwei Jobs, wenig Zeit, wenig Geld) im Zoo, um sie mal ein wenig zu entlasten. Ich muss sagen, wenn man sieht, wie die grossen, runden Kinderaugen an einer Giraffe hochstaunen, dann hat Selbstmitleid keinen Raum mehr. Dann ist alles weg, was Stress bereitet. Die Mama, die am WE in Nachtschicht Telefondienst macht, konnte mal ausschlafen. Mir ist fast peinlich, wie sehr sie sich bedankt, wenn ich mit ihren zwei erschoepften aber gluecklichen Knirpsen zurueckkomme. "Mama, wir haben einen Alpaca gesehen!" Ach wie suess. Ich musste mich wegdrehen, um meine Ruehrung zu verbergen.
Morgen kaufe ich fuer einen gehbehinderten Mann Lebensmittel ein nach Feierabend. Und vergesse nie, dankbar zu sein, dass ich (noch) nicht wirklich gehbehindert bin. "Meine" Menschen koennen nie erahnen, wie viel ich von ihnen lerne, wie viel sie mir geben.
Einen schoenen Restsonntag noch in die Runde
Mir macht das ungeheuer Spass. Ich helfe grundsaetzlich gerne, fuehle mich gerne gebraucht, und die langen, einsamen Wochenenden, an denen ich mir nur selber leid tue, vor allem seit meine letzte Beziehung in die Brueche gegangen ist, vergehen recht schnell. Und ich lerne unendlich viele Leute kennen, die ich sonst nie kennengelernt haette.
Zu dieser ehrenamtlichen Taetigkeit hat mir meine Therapeutin geraten. Und ich muss sagen, es ist das Beste, was mir seit langer Zeit passiert ist. Ich liebe meine "Kunden", die gar nicht wissen koennen, dass sie mir so viel mehr geben, als ich ihnen. Heute z. B. war ich mit den zwei Knirpsen einer Lieblings"kundin" (alleinerziehende Mutti, zwei Jobs, wenig Zeit, wenig Geld) im Zoo, um sie mal ein wenig zu entlasten. Ich muss sagen, wenn man sieht, wie die grossen, runden Kinderaugen an einer Giraffe hochstaunen, dann hat Selbstmitleid keinen Raum mehr. Dann ist alles weg, was Stress bereitet. Die Mama, die am WE in Nachtschicht Telefondienst macht, konnte mal ausschlafen. Mir ist fast peinlich, wie sehr sie sich bedankt, wenn ich mit ihren zwei erschoepften aber gluecklichen Knirpsen zurueckkomme. "Mama, wir haben einen Alpaca gesehen!" Ach wie suess. Ich musste mich wegdrehen, um meine Ruehrung zu verbergen.
Morgen kaufe ich fuer einen gehbehinderten Mann Lebensmittel ein nach Feierabend. Und vergesse nie, dankbar zu sein, dass ich (noch) nicht wirklich gehbehindert bin. "Meine" Menschen koennen nie erahnen, wie viel ich von ihnen lerne, wie viel sie mir geben.
Einen schoenen Restsonntag noch in die Runde
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Friday, August 10, 2012
Zum Umbringen lebensfroh
Also ich habe mich ja mit allem angefreundet jetzt: Dem Altwerden, dem Fettwerden. Kann sogar ueber mich selber lachen und denken 'geht's noch klischeehafter', wenn ich fettleibig da sitze, und mit der Lesebrille die Zeitschrift von AARP durchblaettere. Bin im Grossen und Ganzen aber mit mir zufrieden, oder zumindest resigniert, wie ich vor einigen Tagen galgenhumorig feststellte. Merke gerade voller Staunen, wie entspannt das Leben sein kann, wenn man keine besonderen Ansprueche (mehr) an sich stellt.
Aber dann kommt wieder mal so ne tolle Olle daher und wirft das ganze zarte Keimchen von Selbstbewusstsein und Zufriedenheit wieder ueber den Haufen, indem sie mich mich fett, altschachtelig verbissen, und haesslich fuehlen laesst. Dabei bin ich die weitaus Schoenere, objektiv gesehen (trotz der im Moment merkwuerdigen Haarlaenge Marke Uebergang von kurz zu lang), und wenn dieser Ausstrahlungs/Alt ist toll- Wahn nicht bald aufhoert, schubse ich demnaechst jemanden vor den Bus!
Also: Gehe ich heute zur Mittagspause raus, mir aus dem Deli gegenueber ein Sandwich holen. Natuerlich faengt es puenktlich um 12 an zu regnen, wie kann es anders sein. Ich komme leicht verbissen aus dem Aufzug. Denn - 1. hat er fast auf jedem Stockwerk angehalten, 2. muss ich erst noch schnell an den Geldautomaten und ich hasse Gaenge, vor allem im 3. REGEN!!
Ich also aus der Bank nebenan raus, mir die frisch gezogenen Scheine in die hintere Hosentasche wurschtelnd, und grummelnd den Schirm aufmachend. Die kurze Strecke werde ich laufen muessen so schnell es geht und trotzdem noch ein paar Tropfen abbekommen. Baeh! Ich HASSE es, nass zu werden, kann Regen nicht ertragen!
Auf einmal schneidet mir so eine Person ueber den Weg, die vlt so fast 60 ist, oder auch ein bisschen mehr. Also mehrere Jahre aelter als ich aber im Grossen und Ganzen in der selben Altersgruppe, Babyboomer all the way. Hat schulterlange wilde graue Haare, ist fit, hat knielange enge Jeansshorts an und ein lockeres buntes exotisches Haengerchen. Bleibt unaufgeregt stehen, waehrend ich mit grimmiger Miene meinen Schirm aufmache und sie gleichzeitig innerhalb dem Bruchteil einer Sekunde von oben bis unten mustere. Und mir schlagartig bewusst wird, wie KOTZIG meine Haare im Moment aussehen: Lockig, zwar naturlockig, aber: weder kurz noch lang genug, also im Moment im Stil dieser typischen Altschachtel-Dauerwelle von anno 1970. Macht mich gerade aelter. Und mein Wickel-Oberteil aus dem Fett-Laden, das ich eben noch toll gefunden habe, zeigt auf einmal wie FETT ich bin. Ich bin alt, haesslich, miesepetrig, Hilfe! Sogar mein hotpinker Schirm, den ich extra in dieser coolen Farbe gekauft habe, kommt mir auf einmal Omma-haft vor. Aber die Person ist noch nicht fertig mit mir, oh nein, sie muss noch das letzte bisschen Fleisch von meinem Kadaver picken: Sich wie ein junges Maedchen bewegend, holt sie ihre erwachsene Tochter und ihre ZWEI ENKELKINDER von hinten ein, lacht, huepft ohne Schirm weiter an meiner ueber-den-Regen-fluchenden Gestalt vorbei, nimmt das eine Enkelchen an der Hand und floetet ihm laut zu: "Der Regen MACHT SPASS, gell?!"
An so Leute werde ich niemals drankommen. Kill me now. Kann denen mal jemand die Lebensfreude nehmen, damit ich meine behalten darf? Danke.
:/
Aber dann kommt wieder mal so ne tolle Olle daher und wirft das ganze zarte Keimchen von Selbstbewusstsein und Zufriedenheit wieder ueber den Haufen, indem sie mich mich fett, altschachtelig verbissen, und haesslich fuehlen laesst. Dabei bin ich die weitaus Schoenere, objektiv gesehen (trotz der im Moment merkwuerdigen Haarlaenge Marke Uebergang von kurz zu lang), und wenn dieser Ausstrahlungs/Alt ist toll- Wahn nicht bald aufhoert, schubse ich demnaechst jemanden vor den Bus!
Also: Gehe ich heute zur Mittagspause raus, mir aus dem Deli gegenueber ein Sandwich holen. Natuerlich faengt es puenktlich um 12 an zu regnen, wie kann es anders sein. Ich komme leicht verbissen aus dem Aufzug. Denn - 1. hat er fast auf jedem Stockwerk angehalten, 2. muss ich erst noch schnell an den Geldautomaten und ich hasse Gaenge, vor allem im 3. REGEN!!
Ich also aus der Bank nebenan raus, mir die frisch gezogenen Scheine in die hintere Hosentasche wurschtelnd, und grummelnd den Schirm aufmachend. Die kurze Strecke werde ich laufen muessen so schnell es geht und trotzdem noch ein paar Tropfen abbekommen. Baeh! Ich HASSE es, nass zu werden, kann Regen nicht ertragen!
Auf einmal schneidet mir so eine Person ueber den Weg, die vlt so fast 60 ist, oder auch ein bisschen mehr. Also mehrere Jahre aelter als ich aber im Grossen und Ganzen in der selben Altersgruppe, Babyboomer all the way. Hat schulterlange wilde graue Haare, ist fit, hat knielange enge Jeansshorts an und ein lockeres buntes exotisches Haengerchen. Bleibt unaufgeregt stehen, waehrend ich mit grimmiger Miene meinen Schirm aufmache und sie gleichzeitig innerhalb dem Bruchteil einer Sekunde von oben bis unten mustere. Und mir schlagartig bewusst wird, wie KOTZIG meine Haare im Moment aussehen: Lockig, zwar naturlockig, aber: weder kurz noch lang genug, also im Moment im Stil dieser typischen Altschachtel-Dauerwelle von anno 1970. Macht mich gerade aelter. Und mein Wickel-Oberteil aus dem Fett-Laden, das ich eben noch toll gefunden habe, zeigt auf einmal wie FETT ich bin. Ich bin alt, haesslich, miesepetrig, Hilfe! Sogar mein hotpinker Schirm, den ich extra in dieser coolen Farbe gekauft habe, kommt mir auf einmal Omma-haft vor. Aber die Person ist noch nicht fertig mit mir, oh nein, sie muss noch das letzte bisschen Fleisch von meinem Kadaver picken: Sich wie ein junges Maedchen bewegend, holt sie ihre erwachsene Tochter und ihre ZWEI ENKELKINDER von hinten ein, lacht, huepft ohne Schirm weiter an meiner ueber-den-Regen-fluchenden Gestalt vorbei, nimmt das eine Enkelchen an der Hand und floetet ihm laut zu: "Der Regen MACHT SPASS, gell?!"
An so Leute werde ich niemals drankommen. Kill me now. Kann denen mal jemand die Lebensfreude nehmen, damit ich meine behalten darf? Danke.
:/
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Friday, July 13, 2012
Sind Sie eine alte Schachtel - Teil 2
1. Es ist Freitag, der 13. Sie stehen morgens auf, und Ihr erster Gedanke ist
A. Heute breche ich mir bestimmt wieder einen Knochen. Das Datum bettelt ja geradezu darum. Dass Ihr Bruch von vor 3 einhalb Monaten wieder soweit veheilt ist, und das auch noch relativ schnell und gut, faellt Ihnen nicht ein.
B. Ach, noch einen Tag in den Saftladen, dann habe ich Wochenende!
C. Ein Tag wie jeder andere: Die Lebensfreude und die Neugier auf den neuen Tag lassen gar nicht erst zu, auf den Kalender zu schauen.
2. Ihre Kollegin redet wie immer ziemlich wirr daher, und lacht laut und kuenstlich. Sie...
A. Stimmen sofort in das froehliche Geplauder ein. Auch Sie lachen manchmal zu laut. Na und? Geteilte Lebensfreude ist doppelte Lebensfreude!
B. Ignorieren den Laerm, und versuchen, sich auf Ihre Arbeit zu konzentrieren.
C. Machen Ihre Mordfantasie nicht wahr, weil Sie zu feige sind, und spinnen selbige deshalb auf Ihrem deutschen Blog aus.
3. Sie befinden sich im 8. Gespraech dieses Monats am Telefon mit der Telefongesellschaft, um ein kleines Missverstaendnis ausgebuegelt zu bekommen - bisher leider ohne Erfolg. Sie
A. Bitten hoeflich und professionell darum, einen Vorgesetzten zu sprechen. Schliesslich ist der Mitarbeiter nicht schuld, auch der 8. nicht.
B. Machen mit dem 8. Mitarbeiter ein bisschen Small Talk und plaudern ein bisschen. Und flugs ist das Problem geloest fuer Sie nette Kundin!
C. Drohen mit koerperlicher Gewalt falls das Problem nicht augenblicklich geloest wird, denn es sei das 8. Gespraech, mit dem 8. Telefonroboter, und Sie seien langsam an Ihrer Grenze. Mord sei nicht ausgeschlossen.
4. Sie wandeln nach einem langen Freitag vom Buero an die U-Bahn. Auf einer eher engen Seitenstrasse eilt Ihrem MS-gebeutelten Selbst eine junge Frau entgegen. Wie immer, weil Sie so nett sind, weichen Sie aus. Diesmal treten Sie leider auf eine Ritze und verlieren das Gleichgewicht. Sie landen auf beiden Knien und Haenden. Die junge Frau geht einfach weiter ohne sich nach Ihnen umzusehen. Sie
A. lachen ueber Ihre Dusseligkeit, und sind dankbar, dass Sie sich nicht schon wieder was gebrochen haben. Wie peinlich. Sie rappeln sich auf und gehen weiter. Das kann doch jedem mal passieren, na und?
B. Sind leicht peinlich beruehrt und hoffen, dass es nicht allzu viele Leute mitbekommen haben.
C. Schreien laut "FUCK! FUCK!!!!! Geh nur weiter, du olle Fotze, ich steh auch alleine wieder auf!!"
5. Die U-Bahn ist proppenvoll wie immer um halb fuenf. Sie humpeln hinein und sind froh und dankbar, dass wenigstens die Knie Ihrer Lieblingshose (die dehnbare, bei der der Knopf noch nicht abgesprungen ist) bei dem Aufprall auf den Gehsteig nicht zerrissen ist. Sie
A. Stellen sich bescheiden an die Tuer und halten die Klappe. Schliesslich sind die anderen Leute nicht schuld, dass Sie einen schlechten Tag hatten. Die wollen - genau wie Sie - auch nur nach Hause.
B. Sehen, dass 3 Sitzplaetze von KINDERN eingenommen wurden waehrend Erwachsene stehen muessen, und bemerken lautstark-sarkastisch, dass das ja wohl in Ordnung ist im heutigen politsch korrekten Klima, wo alle gleich sein muessen, Kinder die selben Rechte haben wie Alte, ja doch.
C. Ueberlassen einer etwa 10-Jaehrigen mit einem wohlwollenden Laecheln Ihren Sitzplatz. Sie koennen schliesslich laenger stehen, die kleinen Beinchen dagegen werden soooo schnell muede!
6. Sie wollen schnell noch ein paar Einkaeufe erledigen. Im Aufzug Ihres Supermarktes will eine Mutter ihrem Kleinkind beibringen, auf den richtigen Knopf zu druecken. Das Kind gibt sich Muehe. Sie
A. schauen dem lustigen Treiben mit einem milden Laecheln zu. Und machen mit dem kleinen Wuermchen ein paar wohlwollende Witzchen. Waehrend Sie geduldig warten, dass es den richtigen Knopf findet. Kinder sind doch so was Tolles! Da lohnt es sich schon, zwei Minuten zu warten, Sie sind schliesslich nicht auf der Flucht.
B. Halten still waehrend des Aufzug-Unterrichts. Begeistert sind Sie nicht von der Verzoegerung, aber najaa, schliesslich waren wir alle mal klein. Und der Zwerg ist sooooo stolz auf sein Koennen, dass das Zuschauen eine Wonne ist.
C. Greifen aggressiv ueber die suchende Hand des Winzlings und die protestierend-hysterischen Toene der Mutter, hinweg zum richtigen Knopf, druecken mit aller Gewalt drauf, und belehren die Mutter in aggressivem Ton, dass hier schliesslich nicht die Schule ist.
7. Endlich zu Hause agekommen
A. goennen Sie sich ein ausgiebiges Schaumbad. Das haben Sie sich jetzt so richtig verdient. Denn Sie sind heute nicht ein einziges mal ausgerastet, obwohl genug Anlass bestanden haette.
B. Rufen Sie eine gute Freundin an und klagen ihr das Leid Ihres Tages. Abwechselnd hoeren Sie aufmerksam zu, waehrend sie Ihnen das Leid ihres Tages klagt. Ein Geben und Nehmen. Das ist die Definition von Freundschaft schliesslich.
C. Kippen Sie sich ein paar Dosen Bier hinter die Binde. Jessesgott, wie verkorkst ist die Menschheit doch. Und da soll man auch noch dauernd Verstaendnis haben?!? Lasst mir bloss endlich meine Ruhe!
A. Heute breche ich mir bestimmt wieder einen Knochen. Das Datum bettelt ja geradezu darum. Dass Ihr Bruch von vor 3 einhalb Monaten wieder soweit veheilt ist, und das auch noch relativ schnell und gut, faellt Ihnen nicht ein.
B. Ach, noch einen Tag in den Saftladen, dann habe ich Wochenende!
C. Ein Tag wie jeder andere: Die Lebensfreude und die Neugier auf den neuen Tag lassen gar nicht erst zu, auf den Kalender zu schauen.
2. Ihre Kollegin redet wie immer ziemlich wirr daher, und lacht laut und kuenstlich. Sie...
A. Stimmen sofort in das froehliche Geplauder ein. Auch Sie lachen manchmal zu laut. Na und? Geteilte Lebensfreude ist doppelte Lebensfreude!
B. Ignorieren den Laerm, und versuchen, sich auf Ihre Arbeit zu konzentrieren.
C. Machen Ihre Mordfantasie nicht wahr, weil Sie zu feige sind, und spinnen selbige deshalb auf Ihrem deutschen Blog aus.
3. Sie befinden sich im 8. Gespraech dieses Monats am Telefon mit der Telefongesellschaft, um ein kleines Missverstaendnis ausgebuegelt zu bekommen - bisher leider ohne Erfolg. Sie
A. Bitten hoeflich und professionell darum, einen Vorgesetzten zu sprechen. Schliesslich ist der Mitarbeiter nicht schuld, auch der 8. nicht.
B. Machen mit dem 8. Mitarbeiter ein bisschen Small Talk und plaudern ein bisschen. Und flugs ist das Problem geloest fuer Sie nette Kundin!
C. Drohen mit koerperlicher Gewalt falls das Problem nicht augenblicklich geloest wird, denn es sei das 8. Gespraech, mit dem 8. Telefonroboter, und Sie seien langsam an Ihrer Grenze. Mord sei nicht ausgeschlossen.
4. Sie wandeln nach einem langen Freitag vom Buero an die U-Bahn. Auf einer eher engen Seitenstrasse eilt Ihrem MS-gebeutelten Selbst eine junge Frau entgegen. Wie immer, weil Sie so nett sind, weichen Sie aus. Diesmal treten Sie leider auf eine Ritze und verlieren das Gleichgewicht. Sie landen auf beiden Knien und Haenden. Die junge Frau geht einfach weiter ohne sich nach Ihnen umzusehen. Sie
A. lachen ueber Ihre Dusseligkeit, und sind dankbar, dass Sie sich nicht schon wieder was gebrochen haben. Wie peinlich. Sie rappeln sich auf und gehen weiter. Das kann doch jedem mal passieren, na und?
B. Sind leicht peinlich beruehrt und hoffen, dass es nicht allzu viele Leute mitbekommen haben.
C. Schreien laut "FUCK! FUCK!!!!! Geh nur weiter, du olle Fotze, ich steh auch alleine wieder auf!!"
5. Die U-Bahn ist proppenvoll wie immer um halb fuenf. Sie humpeln hinein und sind froh und dankbar, dass wenigstens die Knie Ihrer Lieblingshose (die dehnbare, bei der der Knopf noch nicht abgesprungen ist) bei dem Aufprall auf den Gehsteig nicht zerrissen ist. Sie
A. Stellen sich bescheiden an die Tuer und halten die Klappe. Schliesslich sind die anderen Leute nicht schuld, dass Sie einen schlechten Tag hatten. Die wollen - genau wie Sie - auch nur nach Hause.
B. Sehen, dass 3 Sitzplaetze von KINDERN eingenommen wurden waehrend Erwachsene stehen muessen, und bemerken lautstark-sarkastisch, dass das ja wohl in Ordnung ist im heutigen politsch korrekten Klima, wo alle gleich sein muessen, Kinder die selben Rechte haben wie Alte, ja doch.
C. Ueberlassen einer etwa 10-Jaehrigen mit einem wohlwollenden Laecheln Ihren Sitzplatz. Sie koennen schliesslich laenger stehen, die kleinen Beinchen dagegen werden soooo schnell muede!
6. Sie wollen schnell noch ein paar Einkaeufe erledigen. Im Aufzug Ihres Supermarktes will eine Mutter ihrem Kleinkind beibringen, auf den richtigen Knopf zu druecken. Das Kind gibt sich Muehe. Sie
A. schauen dem lustigen Treiben mit einem milden Laecheln zu. Und machen mit dem kleinen Wuermchen ein paar wohlwollende Witzchen. Waehrend Sie geduldig warten, dass es den richtigen Knopf findet. Kinder sind doch so was Tolles! Da lohnt es sich schon, zwei Minuten zu warten, Sie sind schliesslich nicht auf der Flucht.
B. Halten still waehrend des Aufzug-Unterrichts. Begeistert sind Sie nicht von der Verzoegerung, aber najaa, schliesslich waren wir alle mal klein. Und der Zwerg ist sooooo stolz auf sein Koennen, dass das Zuschauen eine Wonne ist.
C. Greifen aggressiv ueber die suchende Hand des Winzlings und die protestierend-hysterischen Toene der Mutter, hinweg zum richtigen Knopf, druecken mit aller Gewalt drauf, und belehren die Mutter in aggressivem Ton, dass hier schliesslich nicht die Schule ist.
7. Endlich zu Hause agekommen
A. goennen Sie sich ein ausgiebiges Schaumbad. Das haben Sie sich jetzt so richtig verdient. Denn Sie sind heute nicht ein einziges mal ausgerastet, obwohl genug Anlass bestanden haette.
B. Rufen Sie eine gute Freundin an und klagen ihr das Leid Ihres Tages. Abwechselnd hoeren Sie aufmerksam zu, waehrend sie Ihnen das Leid ihres Tages klagt. Ein Geben und Nehmen. Das ist die Definition von Freundschaft schliesslich.
C. Kippen Sie sich ein paar Dosen Bier hinter die Binde. Jessesgott, wie verkorkst ist die Menschheit doch. Und da soll man auch noch dauernd Verstaendnis haben?!? Lasst mir bloss endlich meine Ruhe!
Friday, November 5, 2010
Gestatten, Normalo-hsm :)





Mir ist bewusst geworden, dass alle, gegen die ich mich immer so wehre, Recht haben: Ich bin nichts Besonderes. Im Gegenteil, ich bin auf viele (alle?) Arten ein erschuetternd normaler Normalo. Das sieht Jeder, merkt Jeder, und es hat keinen Zweck mehr, mich dagegen aufzubaeumen. Damit mache ich mir nur selber Stress. Und was ist so schlimm daran, ein Normalo zu sein? Dazuzugehoeren? Im Grunde ist das ein grosser Segen.
Schluss mit dem hausgemachten Stress! Farbe bekennen ist jetzt angesagt.
Mal sehen, auf welche Arten ich ein Normalo bin: Ich bin geschieden, habe allein meinen Sohn gossgezogen. Erschuetternd normal. Bieder verantwortungsvoll. Nix Abartiges da. Ich arbeite im wahrsten Sinne des Wortes seit Jahrzehnten, um Geld zu verdienen. Toll. Normalo. Stell dich an, damit bist du beileibe nicht allein. Was noch? Ich werde jetzt langsam aelter. Mir tun morgens die Knochen weh. Und abends auch.
Ich merke, wie meine Sehkraft nachlaesst. Alles normal. Seit ein paar Tagen trage ich im Alltag meine Brille, welche ich solange es ging, nur fuer spezielle Dinge trug. Aber jetzt kann ich mir nichts mehr vormachen. Ich bin ueber 50. Ich sehe schlechter. Na und. Damit bin ich nicht allein. Ist doch normal alles. Ich rage nicht heraus. Gestern habe ich sogar eine kleine Verbindung zu meinen Kolleginnen hergestellt, indem ich spontan laut feststellte "Mensch, diese kleine Schrift! Ohne Brille geht bei mir ueberhaupt nichts mehr! Ich glaube, ich werde alt." Und sofort kam die ersehnte Zuwendung, das Verstaendnis von Mitbetroffenen. Es umarmte mich, wie ein warmer Wollpullover im Winter, gab mir das im Grunde so ersehnte Gefuehl der Zugehoerigkeit: "Hihi, tja, davon ist keiner gefeit. Alt werden wir alle", kicherte eine Kollegin kameradschaftlich. Und eine andere meinte weise: "Solange wir uns nicht alt benehmen...". Tja, das tut gut, diese Gruppenzugehoerigkeit. Diese ewige krampfhafte Abgenzung macht doch nur Stress.
Es ist so viel stressfreier, normal zu sein. Ehrlich. Und meine verschwurbelte Innenwelt, meine komischen Ansichten - all das sieht man mir ja nicht an. Die habe ich im Alltag sowieso herzlich wenig Gelegenheit, auszuleben, diese komischen Ansichten. Und die haben dort auch nichts verloren. Die kennen nur ganz wenige Leute, und das ist auch gut so. Anpassung ist angesagt, ansonsten macht man sich selber nur kaputt.
Im Grunde hebt mich nichts von der Masse ab. Das merke ich verstaerkt, seit ich mich offen zur Brille bekenne. Endlich sehe ich klar (ha-ha, kleiner Scherz, klarsehen, Brille, koestlich, den muss ich mir merken): Ich bin eine ganz durchschnittliche mittelalterliche Frau mit einem ganz durchschnittlichen Leben, und Leute moegen mich deswegen manchmal. Ist doch in Ordnung. Vor zwei Tagen in der U-Bahn hat mich ein mittelalterlicher Mann angelaechelt. Warum, weiss ich nicht. Vielleicht habe ich ihn an seine Frau erinnert, oder an die "Maedels" seiner Frau. Meine Arroganz, dass der mich irgendwie fuer eine Tolle Junge gehalten haben wuerde, ist vorbei. Ich weiss, das bin ich nicht mehr, und da mache ich mir nichts mehr vor. Es ist so entspannend, sich den Tatsachen zu stellen. Und ebenfalls diese Woche: Ich will die Strasse ueberqueren, und gucke, ob's frei wird. Blinzle in die Sonne. Meine Sonnenbrille fehlt mir, aber mit der "richtigen" Brille sehe ich viel besser. Neben mir steht eine Frau von Mitte-Ende 50. Graue Haare, voll dazu stehend. Sie laechelt mich an. Sie hat mich als eine ebenfalls mittelalterliche Frau erkannt, und non-verbal unser Verbuendnis bestaetigt: Ja, auch wenn die Welt uns nicht mehr sieht, WIR erkennen uns gegenseitig als Mitglieder des ein und desselben Clubs! Fuehlt sich gut an. Ich laechele zurueck. So ein Erlebnis haette ich nicht gehabt, wenn ich arrogant die Welt ausschliessend und meine Augen versteckend weiterhin mit Sonnenbrille durch die Welt gestiefelt waere. Das waere dann mein Verlust gewesen.
Das Leben ist so reich! Wie blind bin ich gewesen, mich gegen die Tatsachen und die tollen Menschen, mit denen ich so viel gemeinsam habe, aufzubaeumen! Ich bin normal! Hurra! Ich muss nicht mehr kaempfen. Ich darf mich jetzt endlich entspannen. Eine ungeheure Erleichterung.
[Ab, mit Luftsprung ins Wochenende]
(PS. Das erste Bild kommt mir im Nachhinein bekannt vor. Ich glaube, das habe ich schon mal bei BrigitteWoman gesehen...)
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ist doch okay,
Lebensfreude
Wednesday, July 14, 2010
Glueckspilz am Hudson
Guten Morgen meine lieben Freunde! :)
Wie ist das Leben schoen. Ich bin fuer vieles so dankbar. Am Samstag werde ich in netter Runde grillen gehen. Wir machen uns nichts aus der Hitze. Denn wir denken positiv. Die gehoert nun mal zum Sommer dazu.
Mit einer guten Freundin habe ich ein Projekt angefangen: Einen NYC Blog! Sie macht die Fotos, und ich werde die Texte verfassen. Es wird mir gut tun, mal zum Ausgleich fuer das harte Arbeiten, meiner Kreativitaet ein POSITIVES Ventil zu geben! Wenn es so weit ist, werde ich dann hier verlinken. Abends und an Wochenenden kann man ja soooo viel geschafft bekommen! Schoenes kreieren, und dabei noch mit netten Menschen zusammen sein. Was will man mehr? ;)
Naechste Woche habe ich meinen jaehrlichen Termin bei der Gyn. Macht keinen Spass :/, aber gehoert halt mit dazu. Gell, Maedels? Da muessen wir doch alle durch!
Bevor der Sommer vorbei ist, werde ich vielleicht einen 10-taegigen Heimaturlaub machen. Das mache ich viel zu selten, und meine Eltern werden nicht mehr ewig da sein. Ich darf sie nicht vernachlaessigen. Wenn ich das tue, bekomme ich immer ein ganz schlechtes Gewissen.
Aber erst mal das Grillwochenede, UND die Gyn. Ansonsten erfreue ich mich an den ganzen Attraktionen, die NY zu bieten hat. Die kleinen Maennchen in der uBahn sind besonders nett, und lassen jedes Touristenherz hoeher schlagen. Der Fotoblog wird auch diese enthalten. Meine Freundin und ich sind schon ganz aufgeregt. Das Leben ist schoen. Ich bin so dankbar.
Sonnige Gruesse in die Runde aus dem schwuelen aber toll aufregenden Big Apple!
Wie ist das Leben schoen. Ich bin fuer vieles so dankbar. Am Samstag werde ich in netter Runde grillen gehen. Wir machen uns nichts aus der Hitze. Denn wir denken positiv. Die gehoert nun mal zum Sommer dazu.
Mit einer guten Freundin habe ich ein Projekt angefangen: Einen NYC Blog! Sie macht die Fotos, und ich werde die Texte verfassen. Es wird mir gut tun, mal zum Ausgleich fuer das harte Arbeiten, meiner Kreativitaet ein POSITIVES Ventil zu geben! Wenn es so weit ist, werde ich dann hier verlinken. Abends und an Wochenenden kann man ja soooo viel geschafft bekommen! Schoenes kreieren, und dabei noch mit netten Menschen zusammen sein. Was will man mehr? ;)
Naechste Woche habe ich meinen jaehrlichen Termin bei der Gyn. Macht keinen Spass :/, aber gehoert halt mit dazu. Gell, Maedels? Da muessen wir doch alle durch!
Bevor der Sommer vorbei ist, werde ich vielleicht einen 10-taegigen Heimaturlaub machen. Das mache ich viel zu selten, und meine Eltern werden nicht mehr ewig da sein. Ich darf sie nicht vernachlaessigen. Wenn ich das tue, bekomme ich immer ein ganz schlechtes Gewissen.
Aber erst mal das Grillwochenede, UND die Gyn. Ansonsten erfreue ich mich an den ganzen Attraktionen, die NY zu bieten hat. Die kleinen Maennchen in der uBahn sind besonders nett, und lassen jedes Touristenherz hoeher schlagen. Der Fotoblog wird auch diese enthalten. Meine Freundin und ich sind schon ganz aufgeregt. Das Leben ist schoen. Ich bin so dankbar.
Sonnige Gruesse in die Runde aus dem schwuelen aber toll aufregenden Big Apple!
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