Da ich keine Tante Emma habe, und auch keine Tante Mathilde, wird mir wohl nichts anderes uebrig bleiben, als diese "Postkarte" als niveauvollen Blogeintrag auf die Welt loszulassen.
Sonntag morgen. Es ist saukalt in der Wohnung. Wtf. Da kommt man auch aus dem Bett, geht alles. Auch wenn's 7 Uhr an einem Sonntag ist.
Der Super (Hausmeister, die "feinen" Haeuser im Big Aeppel haben heute keinen "Super" mehr wie wir, der gleichzeitig Mieter und dein Nachbar ist, sondern nur noch "maintenance staff", das an Weihnachten die Hand fuer ein Trinkgeld aufhaelt) geht naemlich gerade in den Keller. Ich hoere ihn, weil die Kellertuer direkt gegenueber von meiner Wohnung ist. Ich fange ihn ab, und frage, was mit der Heizung ist. Ja, man hat uns mal wieder das Oel ausgehen lassen, meint er bekuemmert. Seit Mittwoch haette er den Manager viermal angerufen, dass das Oel fast alle waer, und die haetten gestern Heizoel liefern sollen, aber es kam keins, natuerlich ohne Erklaerung. Der Super meint, er wolle es so einstellen, dass wir wenigstens eine Weile heisses Wasser bekommen, so ein paar Troepfelchen Oel dafuer sind wohl noch uebrig.
Ich - nachdem ich dem Vermieter per Telefon eine Nachricht hinterlassen habe, die die Leitung fast in Flammen aufgehen laesst - sprinte mir den Arsch ab. Mal sehen. Was muss ich alles ganz ganz schnell hinkriegen in den paar Minuten, wo wir heisses Wasser haben werden? Duschen und Haarewaschen wird morgen frueh nicht drin sein, es sei denn, die liefern bis dahin Oel, aber darauf kann man sich nicht verlassen, kann boes ins Auge gehen. Also jetzt vorduschen, dann ist es wenigstens morgen frueh nur einen Tag alt. Schnell schnell. Nass in der eiskalten Wohnung? Fuer solche Luxusbedenken ist keine Zeit. NOrmalerweise haette ich am Sonntag nicht bis spaeter geduscht, und ohne Hetze. Haare waschen, sonst puffen die wieder so Margaret-Thatcher-haft heraus, auch wenn sie kurz genug sind. Scheiss Wirbel. Schnell schnell. Was noch? Geschirr spuelen. Habe ich die ganze Woche nicht gemacht, der Spuelstein stapelt sich, nichts ist sauber. NICHTS. Und es kann ja sein, dass ich mir heute irgendwann was zu Essen zubereiten will. Klar kann man sich im Big Aeppel alles fertig bestellen, das mache ich auch - WENN ICH ES KANN. Man muss fuer solchen Luxus natuerlich auch die entsprechnde Kohle bereit haben, inklusive Trinkgeld fuer den Hand-auhaltenden Lieferer, denn solche wie ich - DIE HABEN'S JA.
Ich schaffe gerade alles, was heisses Wasser braucht, bis es wieder ausgeht, das heisse Wasser. Ich habe wohl das letzte bisschen Oel fuer heisses Wasser fuer's Haus alleine aufgebraucht, aber wenn die anderen Mieter noch alle im Bett liegen, sind sie selber schuld. Das ist so im Big Aeppel: Genauso gnadenlos, wie man behandelt wird - so gnadenlos wird man selber irgendwann. "The early bird gets the worm." Und der Wurm, der ist gewaltig in allem drin.
So habe ich mir meinen Sonntag Morgen nicht vorgestellt. Jetzt bin ich aber voll drin im "Mach" Modus, und zusaetzlich von moerderischer Wut angefeuert. Da kann ich auch gleich staubsaugen, ne? Muesste ja sowieso mal wieder gemacht werden. Mein wunderschoener, idyllischer Sonntag Morgen geht weiter. Inzwischen ist kein Lebewesen mehr sicher um mich herum, denn ich bin unberechenbar. Wer macht denn da so einen Laerm am Sonntag Morgen? In Deutschland wuerde da glatt das Ordnungsamt kommen. Die Katze sitzt in einem Raum, wo ich - Staubsauger hinter mir her zerrend - gerade die Tuer zu machen will. Ich zu Katze: "OUT!" Katze: *wandert ab mit beleidigtem Miau*. Ich: "SHUT UP!" Auf einmal zieht es mir den Stecker aus der Steckdose, weil sich das Kabel an was verfangen hat. Staubsauger ploetzlich aus. Ich: ".... What... the.... fuck?? .... Fuck! FUCK! FUCK!!" Und so geht es noch eine Weile weiter mit dem Geklapper und dem lauten Gefluche, da wuerde sich jeder Ordnungsamt-Beamte genuesslich die Haende reiben.
Mir faellt irgendwann auf, dass ich gerade eine recht, aeh, einsilbige Fluch-Tirade von mir gebe heute morgen, und ich bin fast aufgeheitert von dem Gedanken, gekuppelt mit dem Gedanken an die Deutschen und ihr "Ordnunsgamt"^^. Aber nur fast. Denn es ist Sonntag. Und ein ganz neuer Aspekt in meinem Leben (seit weniger als 2 Jahren, stetig intensivierend) ist, dass es mir vor Montag graust. Letzte Woche hatte ich gedacht, einiges wuerde sich legen im Saftladen. Ich bekam ganz ganz zaghaft mein Gefuehl von Kontrolle ueber mein Los zurueck. Dann - aus dem Blauen heraus - ist am Donnerstag etwas langwierig Schwelendes uebergekocht, es gab eine Riesen Szene. (NICHT von mir inszeniert, ich habe "nur" reagiert, allerdings gewaltig...) Sagen wir nur, ich wurde mal wieder (wie immer) nicht gehoert, meine Belange beiseitegefegt. Frau Z., die vom gleichen betroffen ist, zu feige, das Maul aufzumachen. Ich noch den ganzen Tag versucht (nachdem sich die unmittelbaren Wogen geglaettet hatten), mit ihr darueber zu sprechen, was wir ansprechen muessen beim Chef, was erkannt werden muss, was sich aendern muss, wer nicht qualifiziert ist, uns in die Arbeit zu reden und zu micromanagen, und warum. Wer wem gegenueber weisungsbefugt sein soll auf einmal ohne offizielle Ankuendigung und ohne Qualifikation. Frau Z. feige den Schwanz eingezogen. Ich alleine wollte es dann machen, aber Chef nicht verfuegbar, und dann war zu viel Zeit vergangen. Zuhoeren tut unseren Belangen ja doch keiner. Als mittelalterliche, erwachsenen Frau, und langjaehrige Angestellte, die sich am besten tut, wenn sie autark arbeiten kann, muss ich mir die Unwuerde gefallen lassen, dass da eine kommt und meine Papiere ohne zu fragen angrabscht, und sich erdreistet, zu beurteilen, wer was wie wann in welcher Zeit...... ich komme gerade in Rage. Deeeeeeeeep breath.
Also sagen wir nur, mir graust es vor der neuen Woche (am Freitag hatte ich Urlaub), und die Scheisse hier in der Wohnung macht's auch nicht besser. Die koennte man ja noch etragen, wenn man nicht von schwelenden Jobproblemen, die wohl nie geloest werden, unterschwellig permanent angespannt waere... Deeeeep breath....
Namaste und FUCK.
Schreibtischheldin speit Feuer. Jetzt mit Regenmotiv. Denn das Leben ist ein Traenenmeer. Mein Lebensmotto: ALSO DEN GANZEN TAG AM SCHREIBTISCH SITZEN, DAS KOENNTE ICH NICHT. DAFUER BIN ICH EIN VIEL ZU SENSIBLES, KREATIVES PFLAENZCHEN. DA WUERDE ICH EINGEHEN.
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Sunday, February 13, 2011
Wednesday, January 26, 2011
Schweigen ist Silber, Handeln ist Gold
So, jetzt wieder in meinem "normalen" Ton, genug mit dem "Niveau"^^:
Jetzt sind die doch noch gekommen, zumindest einer, und ich frage mich zum zigtausendsten mal, warum ich mir nicht die Muehe gemacht habe, spanisch zu lernen, als ich noch neu in NY war, und es damals schon zu massiven Verstaendnisproblemen mit den verschiedensten Dienstleistern kam. Es ist also nicht so, dass ich nicht von Anfang an erkannt haette, was Sache ist. Es hat schon einen guten Grund, dass fast jeder im Big Aeppel sich zumindest ein paar Woertchen spanisch angeeignet hat. Jetzt ist es zu spaet fuer mich, das nachzuholen. Es lohnt sich nicht mehr, ich habe keine Lust, bin zu alt. Ausserdem haette es inzwischen so einen Beigeschmack von mutwillig "was Neues lernen", um "das Hirn fit zu halten" in Anbetracht des "Aelterwerdens". Obwohl es ja bei mir einen praktischen Zweck haette, und gar nichts mit "Hirn fit halten" zu tun. Es kaeme mir trotzdem so vor. Ja, ja, ich weiss: Es ist nie zu spaet. Hinz und Kunz hat eine lebenslustige Nachbarin, oder was weiss ich, die noch mit 81 angefangen hat, das Trompetenspiel zu lernen. Genau solche "Erfahrungsberichte" lassen meinen Trotz hochkochen, und hindern mich daran, es einfach zu tun (das spanisch-Lernen, nicht das Trompetenspielen^^). Fuer mich gibt es nichts Laehmenderes, nichts Druckerzeugenderes, als solche "Mutmacher"- Weisheiten. Damit spornt man MICH nicht an, sondern erreicht eher das Gegenteil. Und das ist bei mir schon immer so gewesen. Und ueberhaupt- gibt es etwas Klischeehafteres, als ausgerechnet EINE NEUE SPRACHE zu lernen "in meinem Alter"? DAS ist doch der Trend schlechthin fuer den mittelalterlichen Menschen. Schon alleine aus dem Grund kommt es fuer mich nicht in Frage. Trotzdem wuerde ich gern Spanisch koennen. Aber ich will nicht im Meer der "Lebenslustigen" und "Neugierig-gebliebenen" untergehen, das sich gerade bildet in der Welt da draussen (wie in meinem Eintrag vor ein paar Tagen im Detail beschrieben), igitt! Da fehlt ja nur noch das Fettwerden, das Grauwerden, und die beruehmten bunten Armreifchen. Eher nicht.
Mal von all dem abgesehen, bin ich im Moment nur froh, dass mein Kram jetzt doch noch repariert wird. Und zwar unabhaengig davon, ob ich mich mit demjenigen, der's tut, verstaendigen kann, oder nicht. Das Gute an der Sprachbarriere ist, ich brauche keinen Smalltalk zu machen. Na also. Auch wenn ich nicht im "Niveau"-Modus bin, kann ich manchmal etwas Positives entdecken. :)
Nachtrag Donnerstag: Vielleicht koennte ich auch selber ein bisschen handwerkeln lernen, wenigstens ein paar grundsaetzliche Dinge. Muss ja nicht gleich ein Haus bauen koennen. Das kaeme mir zu Gute, und was Neues lernen ist gut fuer's Hirn.^^ Ja, doch, ich werde mich gleich mal nach einem Kurs umsehen, selbst ist die Frau^^..... So, genug herumgealbert, jetzt freue ich mich darauf, mich in den frischen Schnee zu stuerzen, der offenbar den Weltuntergang bedeutet. Mir hat Schnee schon immer Spass gemacht...
Jetzt sind die doch noch gekommen, zumindest einer, und ich frage mich zum zigtausendsten mal, warum ich mir nicht die Muehe gemacht habe, spanisch zu lernen, als ich noch neu in NY war, und es damals schon zu massiven Verstaendnisproblemen mit den verschiedensten Dienstleistern kam. Es ist also nicht so, dass ich nicht von Anfang an erkannt haette, was Sache ist. Es hat schon einen guten Grund, dass fast jeder im Big Aeppel sich zumindest ein paar Woertchen spanisch angeeignet hat. Jetzt ist es zu spaet fuer mich, das nachzuholen. Es lohnt sich nicht mehr, ich habe keine Lust, bin zu alt. Ausserdem haette es inzwischen so einen Beigeschmack von mutwillig "was Neues lernen", um "das Hirn fit zu halten" in Anbetracht des "Aelterwerdens". Obwohl es ja bei mir einen praktischen Zweck haette, und gar nichts mit "Hirn fit halten" zu tun. Es kaeme mir trotzdem so vor. Ja, ja, ich weiss: Es ist nie zu spaet. Hinz und Kunz hat eine lebenslustige Nachbarin, oder was weiss ich, die noch mit 81 angefangen hat, das Trompetenspiel zu lernen. Genau solche "Erfahrungsberichte" lassen meinen Trotz hochkochen, und hindern mich daran, es einfach zu tun (das spanisch-Lernen, nicht das Trompetenspielen^^). Fuer mich gibt es nichts Laehmenderes, nichts Druckerzeugenderes, als solche "Mutmacher"- Weisheiten. Damit spornt man MICH nicht an, sondern erreicht eher das Gegenteil. Und das ist bei mir schon immer so gewesen. Und ueberhaupt- gibt es etwas Klischeehafteres, als ausgerechnet EINE NEUE SPRACHE zu lernen "in meinem Alter"? DAS ist doch der Trend schlechthin fuer den mittelalterlichen Menschen. Schon alleine aus dem Grund kommt es fuer mich nicht in Frage. Trotzdem wuerde ich gern Spanisch koennen. Aber ich will nicht im Meer der "Lebenslustigen" und "Neugierig-gebliebenen" untergehen, das sich gerade bildet in der Welt da draussen (wie in meinem Eintrag vor ein paar Tagen im Detail beschrieben), igitt! Da fehlt ja nur noch das Fettwerden, das Grauwerden, und die beruehmten bunten Armreifchen. Eher nicht.
Mal von all dem abgesehen, bin ich im Moment nur froh, dass mein Kram jetzt doch noch repariert wird. Und zwar unabhaengig davon, ob ich mich mit demjenigen, der's tut, verstaendigen kann, oder nicht. Das Gute an der Sprachbarriere ist, ich brauche keinen Smalltalk zu machen. Na also. Auch wenn ich nicht im "Niveau"-Modus bin, kann ich manchmal etwas Positives entdecken. :)
Nachtrag Donnerstag: Vielleicht koennte ich auch selber ein bisschen handwerkeln lernen, wenigstens ein paar grundsaetzliche Dinge. Muss ja nicht gleich ein Haus bauen koennen. Das kaeme mir zu Gute, und was Neues lernen ist gut fuer's Hirn.^^ Ja, doch, ich werde mich gleich mal nach einem Kurs umsehen, selbst ist die Frau^^..... So, genug herumgealbert, jetzt freue ich mich darauf, mich in den frischen Schnee zu stuerzen, der offenbar den Weltuntergang bedeutet. Mir hat Schnee schon immer Spass gemacht...
Saturday, January 15, 2011
Da haben sie aber gestaunt
Gestern abend hing ein Zettel an allen Wohnungstueren, dass der Hausverwalter heute vormittag um halb 12 vorbeikommen wuerde, um sich saemtliche alt-anstehenden Probleme im Haus "anzugucken". Aha. So wie er sie sich schon monatelang "anguckt", um sich dann mit vagen "Vertroestungen" von dannen zu schleichen, und einen dann haengenlaesst, ja nicht mal erreichbar ist die meiste Zeit? SO wieder? Nein, diesmal nicht. Das glaube ich doch eher nicht. Mir hat die Ankuendigung dieser Visite ausserordentlich in den Kram gepasst. Aus offensichtlichen Gruenden. Gutes Timing. Denn ich war eine Dampfmaschine, die kurz vorm Explodieren stand.
Kommt der unfaehige Verwalter also tatsaechlich heute vormittag wie angekuendigt, und hat sogar den bisher noch nie gesehenen neuen Haus-Eigentuemer im Schlepptau. Das passte mir gerade. Denn ich war auf Krawall gebuerstet. Ich hatte gerade eine ausserordentlich ueble Woche hinter mir, schlafe seit besagter Woche in einem verschimmelten Regenwald, und die Herrschaften - vor allem der geheimnisvolle Eigentuemer - kamen mir sehr gelegen.
Sagen wir nur, kurze Zeit nach deren Eintritt wurde ein Klempner auf der Stelle herbeizitiert ("Das will ich HEUTE repariert bekommen, nein GESTERN, nein, LETZTE WOCHE!"). Der alte, gebueckte Klempner, den die auf die Schnelle greifen konnten, hat sich zwei Stunden in meiner Zimmerdecke zu schaffen gemacht aus der Wohung ueber meiner. (Alleine das war schon ein Erfolgserlebnis, denn die Nachbarn von oben lassen normalerweise keinen rein, weil der Mann muss tagsueber schlafen weil er nachts Taxi faehrt. Da scheiss ich jetzt drauf, kommt mir nicht wieder mit dieser Ausrede. Ich war zur Furie mutiert.)
Jetzt tropft es nicht mehr. Ja, es faengt langsam an, auszutrocknen in meinem Zimmer hier, und der Schimmelgestank hat schon sehr nachgelassen. Das muss jetzt ein paar Tage austrocknen, dann wird der Deckenputz repariert.
Den Hausverwalter habe ich vor dem Eigentuemer richtig blamiert wegen dem lausigen Job, den der seit 9 Monaten macht, und da bin ich auch stolz drauf. Der mit seinen Luegen und leeren Versprechungen. Ich bekam den Eindruck, dass der Eigentuemer gar nicht wusste, in welchem Ausmass sein Verwalter seinen Job vernachlaessigt hat. Als ich dem Eigentuemer ohne Umschweife darlegte, dass dieses menschenunwuerdige Gesundheitsproblem hier seit einer Woche besteht, und ich immer nur "abgespeist" werde, hat der Verwalter mich unterbrechen, beschwichtigen, "beruhigen" wollen, mit entsprechenden Handbewegungen nach dem Motto "jetzt reg dich doch mal ab". Ich, von angesammeltem Frust angefeuert, komme dadurch erst richtig in Fahrt, denn so was kann ich gar nicht ab. Mache denen ohne Umschweife klar, dass NEIN, jetzt wird mal gefaelligst MIR zugehoert, und ich lasse mir nicht den Mund verbieten, schon gar nicht in meiner eigenen Wohnung! Und dass ich mich ausserdem weigere, in solch menschenunwuerdigen, gesundheitsschaedlichen Verhaeltnissen zu leben. Mensch, tat das gut. Ich wusste gar nicht, dass ich das noch in mir hatte. So war ich frueher immer. Frueher, in prae-Big-Aeppel Zeiten. Der Verwalter wurde vor seinem Chef immer kleinlauter. Hass spruehte aus seinen Augen, aber er sagte nix mehr. Ich dagegen war nicht mehr zu bremsen. Das fuehlte sich fast orgasmisch an.
In ein paar andere Wohnungen mit Problemen sind die auch noch gegangen, aber da der eilig herbeizitierte Klempner/Handyman die ganze Zeit mit mir beschaeftigt war (die Heizung im ganzen Haus musste fuer die Dauer der Reparatur abgestellt werden, ha-ha), wurde in denen heute nichts gemacht. Deren Probleme wurden wieder mit "mal angucken" und vagen Vertroestungen abgetan. Haben mir Nachbarn hinterher erzaehlt. Ich habe denen gesagt, von diesem Verein duerft ihr euch nicht abspeisen lassen, sondern muesst auf den Putz hauen. Stark auftreten. Was diese Nachbarn nie genug tun, weil ihnen das hsm-hafte Anspruchsdenken nicht gegeben ist. Ich hatte die Schnauze voll. Ein Punkt fuer mich. Was fuer ein Erfolgserlebnis das ist, das kann man sich nur vorstellen, wenn man seit 14 Jahren im Big Aeppel immer wieder auf alle moeglichen Arten auf Granit beisst, aber im Grunde was Besseres gewoehnt ist.
Im Big (Ver-) Aeppel muss man genauso werden wie die. Hat 14 Jahre gedauert, bis ich das kapiert habe. Auf den Tag.
Nachtrag... Dabei liegt mir das ueberhaupt nicht. Ich bin eher der Mensch, der durch sanftes Manipulieren, Mitleiderregen, und ueberzeugendes Beschwaetzen andere dazu bringt, das zu tun, was sie tun sollten. Damit war ich bis zu 37 immer vorzueglich gefahren. Und dann waren meine ganzen Bezugspunkte auf einmal weg, die einzigen Methoden, die ich lebenslang kannte, um auf meine Beduerfnisse eingegangen zu bekommen, funktionierten nicht mehr. Und ich kam ins Schleudern, und nicht mehr heraus. Im Grunde ist das immer noch so. Ein Erfolgserlebnis wird das auch nicht aendern. NY hat mich in eine chronische Depression gestuerzt, und ein Wrack aus mir gemacht. Schlimm.
Kommt der unfaehige Verwalter also tatsaechlich heute vormittag wie angekuendigt, und hat sogar den bisher noch nie gesehenen neuen Haus-Eigentuemer im Schlepptau. Das passte mir gerade. Denn ich war auf Krawall gebuerstet. Ich hatte gerade eine ausserordentlich ueble Woche hinter mir, schlafe seit besagter Woche in einem verschimmelten Regenwald, und die Herrschaften - vor allem der geheimnisvolle Eigentuemer - kamen mir sehr gelegen.
Sagen wir nur, kurze Zeit nach deren Eintritt wurde ein Klempner auf der Stelle herbeizitiert ("Das will ich HEUTE repariert bekommen, nein GESTERN, nein, LETZTE WOCHE!"). Der alte, gebueckte Klempner, den die auf die Schnelle greifen konnten, hat sich zwei Stunden in meiner Zimmerdecke zu schaffen gemacht aus der Wohung ueber meiner. (Alleine das war schon ein Erfolgserlebnis, denn die Nachbarn von oben lassen normalerweise keinen rein, weil der Mann muss tagsueber schlafen weil er nachts Taxi faehrt. Da scheiss ich jetzt drauf, kommt mir nicht wieder mit dieser Ausrede. Ich war zur Furie mutiert.)
Jetzt tropft es nicht mehr. Ja, es faengt langsam an, auszutrocknen in meinem Zimmer hier, und der Schimmelgestank hat schon sehr nachgelassen. Das muss jetzt ein paar Tage austrocknen, dann wird der Deckenputz repariert.
Den Hausverwalter habe ich vor dem Eigentuemer richtig blamiert wegen dem lausigen Job, den der seit 9 Monaten macht, und da bin ich auch stolz drauf. Der mit seinen Luegen und leeren Versprechungen. Ich bekam den Eindruck, dass der Eigentuemer gar nicht wusste, in welchem Ausmass sein Verwalter seinen Job vernachlaessigt hat. Als ich dem Eigentuemer ohne Umschweife darlegte, dass dieses menschenunwuerdige Gesundheitsproblem hier seit einer Woche besteht, und ich immer nur "abgespeist" werde, hat der Verwalter mich unterbrechen, beschwichtigen, "beruhigen" wollen, mit entsprechenden Handbewegungen nach dem Motto "jetzt reg dich doch mal ab". Ich, von angesammeltem Frust angefeuert, komme dadurch erst richtig in Fahrt, denn so was kann ich gar nicht ab. Mache denen ohne Umschweife klar, dass NEIN, jetzt wird mal gefaelligst MIR zugehoert, und ich lasse mir nicht den Mund verbieten, schon gar nicht in meiner eigenen Wohnung! Und dass ich mich ausserdem weigere, in solch menschenunwuerdigen, gesundheitsschaedlichen Verhaeltnissen zu leben. Mensch, tat das gut. Ich wusste gar nicht, dass ich das noch in mir hatte. So war ich frueher immer. Frueher, in prae-Big-Aeppel Zeiten. Der Verwalter wurde vor seinem Chef immer kleinlauter. Hass spruehte aus seinen Augen, aber er sagte nix mehr. Ich dagegen war nicht mehr zu bremsen. Das fuehlte sich fast orgasmisch an.
In ein paar andere Wohnungen mit Problemen sind die auch noch gegangen, aber da der eilig herbeizitierte Klempner/Handyman die ganze Zeit mit mir beschaeftigt war (die Heizung im ganzen Haus musste fuer die Dauer der Reparatur abgestellt werden, ha-ha), wurde in denen heute nichts gemacht. Deren Probleme wurden wieder mit "mal angucken" und vagen Vertroestungen abgetan. Haben mir Nachbarn hinterher erzaehlt. Ich habe denen gesagt, von diesem Verein duerft ihr euch nicht abspeisen lassen, sondern muesst auf den Putz hauen. Stark auftreten. Was diese Nachbarn nie genug tun, weil ihnen das hsm-hafte Anspruchsdenken nicht gegeben ist. Ich hatte die Schnauze voll. Ein Punkt fuer mich. Was fuer ein Erfolgserlebnis das ist, das kann man sich nur vorstellen, wenn man seit 14 Jahren im Big Aeppel immer wieder auf alle moeglichen Arten auf Granit beisst, aber im Grunde was Besseres gewoehnt ist.
Im Big (Ver-) Aeppel muss man genauso werden wie die. Hat 14 Jahre gedauert, bis ich das kapiert habe. Auf den Tag.
Nachtrag... Dabei liegt mir das ueberhaupt nicht. Ich bin eher der Mensch, der durch sanftes Manipulieren, Mitleiderregen, und ueberzeugendes Beschwaetzen andere dazu bringt, das zu tun, was sie tun sollten. Damit war ich bis zu 37 immer vorzueglich gefahren. Und dann waren meine ganzen Bezugspunkte auf einmal weg, die einzigen Methoden, die ich lebenslang kannte, um auf meine Beduerfnisse eingegangen zu bekommen, funktionierten nicht mehr. Und ich kam ins Schleudern, und nicht mehr heraus. Im Grunde ist das immer noch so. Ein Erfolgserlebnis wird das auch nicht aendern. NY hat mich in eine chronische Depression gestuerzt, und ein Wrack aus mir gemacht. Schlimm.
Wednesday, January 12, 2011
Doch wieder gelogen?
Heute habe ich dem Vermieter noch mal zwei Nachrichten auf dem AB hinterlassen. Es tropft gewaltig, der Kochtopf muss staendig ausgeschuettet werden, meine Buecher sind wieder nass, und es liegen neue neckisch weisse Kalkstuecke auf dem Boden. Und ein grosses steinartiges Ding, das so aussieht, als waere es aus dem Weltall hier gelandet, liegt auch da.
Ich sagte mir im Voraus, nun bis Mittwoch warte ich. Er wollte angeblich am Montag anrufen wegen einem Klempner, und ich habe ihm 2 Tage Galgenfrist gegeben. Jetzt werde ich zum Telemarketer, ha-ha.
Als er am Samstag da war, hat er mir erzaehlt, er koenne manchmal nicht so schnell (monatelang??) reagieren, weil er naemlich Krebs haette. Ich natuerlich erst mal geschockt "oh Gott, das tut mir aber schrecklich leid! Oh Gott, SORRY!"
Inzwischen - wenn man die ganzen Luegengespinste bedenkt, die ich und alle anderen Mieter von dem schon ertragen mussten - zweifle ich an der Wahrheit dieser Story. Falls sie doch wahr sein sollte, dann halte ich es fuer ziemlich schaebig, dass er das auf diese Art und Weisse zu seinem Vorteil ausnutzt.
Hier riecht es nach Schimmel, es tropft, Kalk liegt auf dem Teppich, und mein Mitleid haelt sich deswegen ploetzlich erst mal in Grenzen. Ich Unmensch, ich.
Ich sagte mir im Voraus, nun bis Mittwoch warte ich. Er wollte angeblich am Montag anrufen wegen einem Klempner, und ich habe ihm 2 Tage Galgenfrist gegeben. Jetzt werde ich zum Telemarketer, ha-ha.
Als er am Samstag da war, hat er mir erzaehlt, er koenne manchmal nicht so schnell (monatelang??) reagieren, weil er naemlich Krebs haette. Ich natuerlich erst mal geschockt "oh Gott, das tut mir aber schrecklich leid! Oh Gott, SORRY!"
Inzwischen - wenn man die ganzen Luegengespinste bedenkt, die ich und alle anderen Mieter von dem schon ertragen mussten - zweifle ich an der Wahrheit dieser Story. Falls sie doch wahr sein sollte, dann halte ich es fuer ziemlich schaebig, dass er das auf diese Art und Weisse zu seinem Vorteil ausnutzt.
Hier riecht es nach Schimmel, es tropft, Kalk liegt auf dem Teppich, und mein Mitleid haelt sich deswegen ploetzlich erst mal in Grenzen. Ich Unmensch, ich.
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Tuesday, January 11, 2011
Leise rieselt der Kalk

Bis jetzt schneit es noch nicht - jedenfalls nicht draussen. Soll erst so um Mitternacht anfangen, und ich werde morgen antanzen wie angekuendigt, denn ich habe ja eine leichte Anfahrt, da ich in MANHATTAN lebe, oh Gott wie privilegiert kann man nur sein.
Zur Sache: Was passiert, wenn ein Heizungsrohr von innerhalb der Zimmerdecke irgendeinen dunkelbraunenen, waessrigen Scheiss tropft, und zwar seit April?
Na klar: Spaetestens im Januar kommt die Decke herunter.
Genaugenommen am vergangenen Freitag.
Es ist jetzt nicht so, dass ich dem neuen (und auch schon dem vorhergehenden) Vermieter nicht Bescheid gebruellt haette. Vielmehr habe ich viele Monate lang auf den Putz (ha-ha) gehauen. Und dann komme ich am Freitag heim, und die Decke liegt auf dem Boden, auf meinen Buechern, meinen Videospielen, in voller Naesse. Teppich, ade (den anderen Kram konnte ich wundersamerweise noch retten).
Am Samstag morgen kommt Vermieter mit seinem leicht debilen Helfer auf meine aeh... etwas intensiveren.. Anrufe hin angetanzt. Er und Helfer machen meinen Boden sauber. Ich sage, darum geht es gar nicht, es soll GRUNDSAETZLICH repariert werden, und zwar IN DER DECKE, ich sehe das schon lange, laaaaaange kommen, und Sie haben meine Warnunngen monatelang nicht ernst genommen.
Er muesse sich um eine Firma kuemmern, die das richtet, sagt er. Und er wuerde mich am Montag anrufen wegen einem Termin.
Jetzt ist es Dienstag Abend, und um den Vermieter herrscht unheimliche Stille.
Die Decke hat immer noch ein Loch, das Heizungsrohr tropft immer noch (jetzt freizuegiger, weil von keiner Zimmerdecke mehr blockiert), aber auf Vermieters weisen Rat hin steht jetzt wenigstens ein Kochtopf darunter, und faengt das meiste davon auf.
In meinem Big Schmelztiegel schmilzt nur die Wohnungsdecke. Mit Schimmelgestank als extra Zugabe.
Der etwas weniger verklaerte Blick.
PS halb elf: ES SCHNEIT!!! Ganz fest, und es bleibt liegen! Das kann ich genau feststellen, weil ich direkt auf die Strasse gucke vom Erdgeschoss, und nicht aus dem 36. Stock auf das Dach des Madison Square Gardens, oder so was. Eben sind zwei von den Muellauto-Schneeschaufeln hier durchgekratzt. Das Geraeusch hat mich ans Fenster gehen lassen. Waren naemlich lauter, als das heimelige Getropfe in den Kochtopf von der Decke.^^
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Friday, January 7, 2011
Kurz und buendig
Unser neuer Vermieter ist ein Untermensch. Ein dreister, gleichgueltiger, verlogener, feiger Untermensch. Seit 9 Monaten mache ich ihn auf dieses kleine Problem aufmerksam (das letzte mal so vor 14 Tagen), und sagte voraus, was passieren wird, wenn es weiterhin ignoriert wird. Und genau das ist jetzt passiert. So was ist mir in meinem ganzen Leben noch nicht vorgekommen. Der wusste doch, was Sache war. Noch heute morgen habe ich ihn noch mal angerufen. Jetzt habe ich die Scheisse hier.
So. Details spare ich mir jetzt, damit ich's nicht hinterher wieder loeschen muss. Am 15. Jan. sind's 14 Jahre (!!!), dass ich vom Big Aeppel veraeppelt werde.
So. Details spare ich mir jetzt, damit ich's nicht hinterher wieder loeschen muss. Am 15. Jan. sind's 14 Jahre (!!!), dass ich vom Big Aeppel veraeppelt werde.
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