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Friday, December 7, 2012

Die Angst der Schafe

Einige von denen, die gestern kein Rot getragen haben, weil sie es nicht rechtzeitig mitbekommen hatten, tragen heute noch "nachtraeglich" was Rotes, quasi als "Entschuldigung" und Zeichen von gutem Willen. Es ist unglaubbar, was fuer Laengen die Leute gehen, um sich Lieb Kind zu machen. Wie verlogen kann man eigentlich sein. Das sind die selben Leute, die jeden Tag unwitzige "Witze" machen, wie sie die Lotterie gewinnen muessten bla bla bla. Damit sie nicht mehr arbeiten muessten. Und dann machen sie so einen verlogenen Scheiss im Sinne des Firmen Spirits. Nicht nicht zu fassen, die Angst der Schafe (ich glaube, ich werde den Titel dieses Posts in das veraendern - genial: Die Angst der Schafe. Ich bin mal wieder in Hochform.)

Was mich immer wieder umhaut, ist, dass irgendwelcher Quatsch, der eigentlich fuer die Schafe gedacht ist, demonstrativ von hoeher Gestellten mitgemacht wird, die das gar nicht noetig haetten. Aber sie machen's. Sie machen's, um mit gutem Beispiel voranzugehen.  Bin ich eigentlich die Einzige, die solch plumpe Manipulation nicht nur durchschaut, sondern auch noch den Mut zur Verweigerung hat??? Halt - das war eine rhetorische Frage. Ich kenne die Antwort ja. :/


Schwarz-graue (anderes Outfit als gestern, selbe Farben) Gruesse aus dem Grottoleum.

PS am Mittag: Frau Zipperlein hat mich uebrigens mal wieder so richtig ins Herz geschlossen. :) Das strahlt sie naemlich unverbluemt und unterschwellig aus - schon tagelang. Heute Morgen wurde es wieder ganz besonders deutlich. Wahrscheinlich hat ihr eine ihrer Tratschen gesteckt, wie ich  ueber sie hergezogen bin, als sie sich in der Woche nach dem Hurrikan Sandy (wo Chef im Ausland fest hing weil sein Flug nicht ging), jeden Tag krank oder anderweitig arbeitsunfaehig gemeldet hat.^^ Gut so. Ich wuerde ihr das ja alles selber sagen, wenn ich nicht so feige waere. Wir bieten leider nur passiv-aggressiven Aufstand, hier im Hause hsm. :-D



Thursday, December 6, 2012

Das ist mir doch zu, zu bloed...

Als schwarzes Schaf im Saftladen haette sich mir heute eine Gelegenheit praesentiert, bei der ich ohne Umstaende haette zeigen koennen, dass ich eben DOCH ein KUMPEL bin, eine VOM TEAM. Egal, was letzte Woche und auch davor vorgefallen ist.

Ich habe mich aber bewusst dagegen entschieden. Ich krieche doch denen nicht in den Arsch.

Komme ich heute morgen an meinen Schreibtisch, ziehe meinen Mantel aus, sagt der Kollege neben mir ganz leutselig "Ach, du gehst auch zur PARTY!?" Ach ja, faellt mir ein. Heute abend um halb 6 geht ja die doofe Firmen-Weihnachtsfeier los. Ganz vergessen. Auf die gehe ich eh nicht, hab sowieso schon um 4 frei, gute Ausrede also. "Nee, habe ich eigentlich nicht vor" lautete meine Antwort. Der guckt verwirrt.

Im Laufe des Morgens faellt mir auf, dass heute zufaellig sehr viele Leute einen roten Pullover tragen. Da ich heute REIN ZUFAELLIG (ICH SCHWOER'S!!!!!!!!!) ebenfalls einen roten Pullover anhabe (hatte), faellt mir das auf. Long story short ... nach und nach kommt heraus, dass die rote-Pullover-Wirtschaft ......... ABSICHTLICH ist!!!! Und ICH HABE DA AHNUNGLOS "MITGEMACHT", anstatt stolz zu meiner Rolle als schwarzes Schaf und Revoluzzer zu stehen! Gestern ging so ein Kaertchen rum, auf dem stand naemlich, dass man zur Weihnachtsfeier ETWAS ROTES ANZIEHEN soll. Das Kaertchen hab ich gestern natuerlich zur Seite gelegt, ohne es mir genau anzusehen. Heute morgen gucke ich dann noch mal hin (es liegt noch auf meinem Schreibtisch herum), und da steht tatsaechlich was von roter "festive attire" (deutsch????????) Ich gucke wie ein Auto. Da hab ich mich doch bei meiner Kleiderwahl heute morgen durch saubloeden Zufall unbeabsichtigt der "Kleidervorschrift" unterworfen. Und dazu auch noch mit einem Pullover als mein rotes Kleidungsstueck der Wahl. Also das selbe wie die Mehrheit meiner Abteilung. Mir wird ganz warm ums Herz, und es liegt nicht an der reinen Schurwolle. Ich bin also doch "eine angepasste" Kollegin. Nett, hilfsbereit, teamfaehig, rot. (Quadratisch, praktisch, gut).

Nun denn, denke ich mir. Vielleicht hat's so sollen sein. Auch wenn ich nicht auf die Feier gehe (wie viele andere hier auch nicht), zeige ich durch mein Rot-sein, dass ich eben doch ein Kumpel bin.Dass ich gar nicht mehr beleidigt bin wegen letztem Freitag. Nein, ich stehe vielmehr drueber und mache im Sinne des Teamgeistes diesen Bloedsinn halt mit. Be true to your school. Let your colors fly. Rah, rah.

Das geht gut bis etwa halb 10. Dann auf einmal kann ich das Rot nicht mehr sehen. Ich sage laut "Sorry, aber ich komme mir vor wie in Uniform. Der Pullover kommt weg." Und seit mehreren Stunden nun stehe ich voll zum meinem duennen, schwarz-grau gestreiften Rollkragenpulli, den ich drunter hatte. Der an sich schoene, und auch warme, rote Pullover ruht gerade in einer Plastiktuete ganz unten in meinem Rucksack. Der muss halt jetzt auf einen unverfaenglicheren Tag warten, bis er wieder zum Einsatz kommt. Leider ist mir saukalt in dem duennen Ding, aber was kann man tun :/

PS. Mir faellt auf, dass es viel leichter ist, einfach mitzumachen, als dagegen zu machen. Kann es sein, dass DESHALB die meisten Leute brave Schafe sind? Aus REINER BEQUEMLICHKEIT?
Fuer mich hat der Saftladen nur einen Zweck: Ich mache meine Arbeit, nehme mein Gehalt entgegen, und gehe nach Hause. Alles andere ist Quatsch. Habe sicher mal anders gedacht, bin aber inzwischen zu desillusioniert.

PSS. Die Leute machen wirklich ALLES mit! Nicht zu fassen, diese Schafwirtschaft. Wenn man denen sagen wuerde, sie sollen morgen mit einer Kaffeehaube auf'm Kopp antanzen, taeten die meisten das auch. Ohne mit der Wimper zu zucken. Hoffentlich trage ich an dem entsprechenden Tag nicht zufaellig meine schicke Kaffeehaube, ha-ha.

Tuesday, November 1, 2011

Snowkalypse doch? (Oder: Big Aeppel im Schneematschfieber)


Drei Tage nach dem letzten Sturm im Wassergl... aeh, dem "historischen Oktober Schneefall" (s. u.) sind Medien und Co. noch immer aufgeregt. Tja. Ich versteh's nicht. Echt nicht.

Das Ganze war aus meiner Sicht ein relativ leichter Schneefall, und Ende Oktober ist zwar frueh, aber soooooo frueh nun auch wieder nicht. Es ist ja nicht so, als ob jetzt rechtzeitig zum 4. Juli Picknick ein Blizzard eingetroffen waere. Ich kann mich z. B. erinnern, dass es in meiner Kindheit in Deutschland mal am 18. Oktober leicht geschneit hat. Damals in der Steinzeit gab es allerdings noch keine Medien. Jedenfalls nicht im heutigen Sinne. Da war man schon fortschrittlich, wenn man einen Farbfernseher hatte, und/oder das 3. Programm empfangen konnte.

Heute aber. Hallo, hallo! Eine Riesenkrise, wie jede Naturerscheinung im Big Aeppel. Manche Leute in den Vororten haben keinen Strom, und werden ihn auch nicht so bald wiederbekommen. Erzaehlen uns jetzt die Medien immer und immer wieder seit 3 Tagen. Von was, frage ich mich. Schaut Euch mal die Bilder unten an. DAVON geht der Strom aus???? Nee, ne? 3 Schneeflocken im Big Aeppel und Umgebung, und die Welt kommt schlagartig zum Stillstand. Baeume haette es ausgerissen und auf Haeuser und Stromkabel umgehauen. Wovon, bitte? Sind wir hier so sehr unvorbereitet, dass uns sogar zwei Schneeflocken aus den Latschen kippen koennen, oder ist den Medien nur mal wieder langweilig. Ich habe auch Sorgen. Ich habe keine Heizung, und werde noch mind. eine Woche lang keine haben, aber darueber berichten die Medien nicht. Natuerlich nicht. Hat ja nix mit dem grossen Schneesturm zu tun, nur mit meinem Slumlord von Vermieter. Ueber solche und ihre Machenschaften duerfen die Medien aber nicht berichten, obwohl das viel relevanter ist, als das Wetter. Aber die Medien sind in deren Tasche, und werden sich schoen hueten, daranzuruehren, was zum Thema Housing in dieser Stadt so alles abgeht. Stattdessen gibt es kein Entrinnen der Medien-Hype ueber das bisschen Schnee. Da trat sogar Halloween in den Hintergrund. Die sich-immer-wiederholenden Bilder von horizontalen Baeuemen verfolgen sogar einen eingefleischten TV-Verweigerer wie mich, wie ein immer wiederkehrender Albtraum: Im Wartezimmer des Arztes, auf dem Bildschirm im Taxi. Mich gruselt. Vlt. ist das ja Sinn der Sache an Halloween. Aber bitte, BITTE: make it stop!

Heute morgen im Radio hiess es, im Central Park sind am Samstag mehr Baeume umgefallen, als von dem beruehmten Hurrikan Irene damals, der - wenn ich und Sie uns recht erinnern, meine Heerscharen - ja nie so ganz ein richtiger Hurrikan wurde, jedenfalls nicht mehr zu dem Zeitpunkt, als er lustig durch den Big Aeppel fegte. Haeh? fragte ich mich da, auf dem Boden liegend meine Pilates machend heute morgen (Gleichgewichtsuebungen sind wichtig, was sich gestern beim entsprechenden Test beim MS Doc wieder mal bestaetigt hat :) Ich also "Haeh?" Ich wohne 5 Min. vom Central Park und war waehrend der ganzen Schneezeit am Samstag daheim. Wind war da keiner. Jedenfalls kein aussergewoehnlich heftiger. Nee. Wovon sollen also bitte Rekordzahlen von Baeumen ausgerissen worden sein? Wovon denn? Sicherlich nicht von diesem sauselnden Lueftchen. Also dann von den schweren Schneemassen, die sich auf den Baeumen ansammelten. Ja sicher. (Sehen Sie nur, wie das Baeuemchen bei mir gegenueber sich unter der Last biegt. Da schmerzt ja schon das Zusehen!) Alles recht zerbrechliche alte Damen, diese Baeume im Central Park und Umgebung: Von einer Schneeflocke und einer leichten Herbstbrise in die Knie gezwungen. Da wuerde ich an Herrn "Bloombird"'s Stelle die Touristen schon aus Sicherheitsgruenden nicht mehr hinlassen. Tja. Aber es liegt sicher an mir und meiner ewig-zynischen Sicht der Dinge. Ohne Zweifel bin ich der Geisterfahrer hier. Und - Vlt. ist das Klima 10 Blocks von mir ja anders. Ich konnte jedenfalls nur lustige weisse Haeubchen auf den Blaettern feststellen. Und aus diesem Grunde zitiere ich jetzt zum allerletzten Mal noch einen Spruch von Vattern: Ach, heern mer doch uff!

Ich stell dann mal das Bild der von neckisch-grauem Schneematsch sanft umspielten Muelltonne rein. Da kann sich jeder seine eigene Interpretation zu ausdenken. :)

Wednesday, February 2, 2011

Was tun, was tun? :-O

Weil wir heutzutage alle so gehorsam und artig sind im Big Aeppel und sonstwo, ist mir gerade etwas eingefallen:

Es ist ein Donnerstag, der 14. August, halb fuenf nachmittags. Ich sitze brav an meinem Computer im Job, und ploetzlich geht der Computer aus, die ganzen Deckenlichter, alles. Alles, was Strom braucht, um zu funktionieren. Aus. Futsch. Eine Person erreicht jemanden am Telefon, und verkuendet, dass die Lichter an der gesamten Ostkueste, und teilweise bis zum Midwest aus sind. Kein Strom. Und keine Hoffnung, dass der HEUTE noch mal irgendwann angeht.

Frau Z. und alle moeglichen Herrschaften wandern ziellos auf dem Stockwerk herum. Was tun? WAS tun? Warten auf irgendeine Autoritaet, die Anweissungen gibt. DAS tun. Auf Anweisungen von oben warten. Das tut man doch in solchen Faellen, oder?

Ich? Etwas anders, etwas eigen (und darauf, Leute, bin ich heute noch stolz): So, das sieht nicht danach aus, dass der Strom heute nochmal angeht, und ueberhaupt ist es halb fuenf an einem Donnerstag, ICH GEHE. Wir wissen schliesslich nicht, ob das schon wieder eine Terroristenattacke ist, oder nur irgendein anderer Scheiss, aber um sicher zu gehen, GEHE ICH. Guten Tag. Schoenen Abend noch, meine Herrschaften.

Ich gehe durch eine "verbotene" Tuer ins Treppenhaus, und wandere allein 14 Stockwerke runter, im Dunkeln. Darauf bin ich bestens vorbereitet, denn seit fast 2 Jahren habe ich immer wieder denselben Traum: Irgendwas passiert auf unserem - dem 14 - Stockwerk, und ich fluechte. Ich RENNE. Ich bin kein Held, mir geht es schlicht darum, mich in Sicherheit zu bringen. Und auf einmal ist es, wie in den Traeumen. Ich renne die 14 Stockwerke runter - allleine im Dukeln, mich tastend am Gelaender - waehrend die anderen Schafe noch herumwandernd auf Anweisungen von irgendwem warten.

Ich konnte nur an eines denken: Die Leute in dem zweiten Turm des WTC's KOENNTEN noch am Leben sein, wenn sie nicht so FOLGSAM gewesen waeren! Wenn sie nicht auf die Autoritaet gehoert haetten, die ihnen gesagt hat "Also, alle wieder hinein, nach oben, an den Schreibtisch! Das Problem ist im ANDEREN Turm!" Mir wird es nicht passieren, dass ich aus blindem Gehorsam den Loeffel abgebe, wie diese armen Schweine. Jeder andere Grund, bitteschoen. Aber nicht blinder Gehorsam.

Ich bin dann irgendwann auf der Strasse angelangt, und fing den langen Fussmarsch nach Hause an. Von unten in Manhattan durch mitten in Manhattan nach oben in Manhattan. Um ca. 7 Uhr abends war ich daheim. Keine grosse Sache, nein?

Oh doch! Da es mitten im Sommer war, hatte ich zufaellig in der darauffolgenden Woche Urlaub. War schoen. :)

Nach dem Urlaub macht mir meine damalige Superviserin die Hoelle heiss: Wo ich denn ploetzlich hingegangen sei, und warum ich nicht noch dieses und jenes am Computer bla bla bla fertig gearbeitet haette. Warum ich nicht GEWARTET haette, wie alle anderen auch! Ich - recht logisch - sage, das am Computer haette ich gar nicht koennen, da war naemlich KEIN STROM, und der Computer deshalb AUS! Ich haette recht eigenmaechtig gehandelt, meinte sie, und was mir eingefallen waere, einfach ZU GEHEN, wollte sie nachtraeglich wissen. Die hat also 10 Tage daran geknabbert, dass da jemand das eigene Hirn eingeschaltet und entsprechend GEHANDELT hat. Und sie musste das dann noch unbedingt an den Mann, bzw. mich, bringen.

Am Tag, nachdem das Licht ausging, hatte die Firma geschlossen gehabt, denn da war naemlich immer noch kein Stom. (In meiner Nachbarschaft schon, ich hatte den Freitag dann mit Shopping verbracht. :-O) In den meisten Gegenden ging er erst Tage spaeter wieder an.

Nach meinem Urlaub war der Strom zwar laengst wieder an, aber ich durfte mir noch Scheisse anhoeren, weil ich einfach fuer mich entschieden hattte, so jetzt GEHST du, ohne auf Erlaubnis von weiss-der-Geier-wem zu warten. Die Schafe waren neidisch darauf, dass da jemand das eigene Gehirn hat walten lassen. Die meisten waren erst um 1 Uhr nachts zu Hause, ich dagegen schon um 7 Uhr abends.

Die Flucht/Notfall Traeume hatte ich in den fast 8 Jahren seitdem nicht mehr. Sie haben wohl ihren Zweck erfuellt.