Nein, nicht weil ich mich ueber Frau Zipperlein lustig mache. Die hat das naemlich nicht anders verdient.
Sondern wegen dem Kaetzchen. Dem Katzenkind, das ich zu retten nicht die Welt aus den Angeln gehoben habe bzw. hebe... :/
Heute hat es den GANZEN Tag geregnet im Big Aeppel. Meistens ziemlich heftig. Den. Ganzen. Tag. Ununterbrochen. Deshalb hab ich es mir heute den ganzen Tag daheim gemuetlich gemacht. War eine gute Ausrede, nix tun zu muessen.
Nun hoere ich seit HEUTE MORGEN hintenraus (aus dem Kuechenfenster) ein Katzenkind miauen. Klaeglich und jaemmerlich. Mal eine Zeitlang Pause, dann geht es wieder los. Jetzt ist es 9 Uhr abends, und ich bin gerade kurz in die Kueche, das Fenster ist noch auf, und ich hoerte es immer noch. Was mich daran besonders verstoert, ist, dass das Miauen schon die ganze Zeit aus genau der gleichen Stelle, der gleichen Richtung irgendwo in den Gaerten dahinten kommt. Die genaue Stelle ist mir nicht bekannt, weil man es nicht sehen kann. Ist es irgendwo festgefangen (zweifellos), von der Mutter verlassen (da hinten sind ganze Kolonien von streunenden Katzen, die sich bei dem Regen alle durch ein Kellerfenster in ein leerstehendes Haus um die Ecke retten).
Nun schreit dieses Kaetzchen, wahrscheinlich voellig durchnaesst, schon viele viele Stunden im Regen. Ich habe als es noch hell war geguckt, mir fast das Genick ausgerenkt, konnte es in all dem gruenen Gestruepp und Gabaeum nicht sehen. Nur hoeren. Immer und immer wieder. Es hoert sich so an, als ob es noch mal einen Zaun weiter im Nachbargarten (zweites Haus um die Ecke, neben dem leeren, das sind alles Brownstones da hinten - Einfamilenhaeusser) ist. Immer an genau der gleichen Stelle. Sicher festgefangen irgendwie. Ich ueberlege den ganzen Tag, ob ich da irgendwie hin kann und soll, gucken, suchen, RETTEN. Es heimbringen (hoffentlich erst mal finden), abtrocknen, liebhaben, behalten. Ich habe ja jetzt sowieso nur noch die eine Katze, seit ich meine alte Tinkerbell im Oktober einschlaefern lassen musste, eine zweite waere also kein Problem.
Soll ich vlt. zu den Leuten um die Ecke gehen, klingeln, sagen, dass in deren Garten ein verlorenes festgefangenes Kaetzchen ist, ob sie mich mal gucken lassen. Ansonsten kaeme man da nicht hin, die Haeuser sind ja alle verbunden. Und der Zaun ist zu hoch zum drueberklettern. Meine Ausreden sind genauso bloed, wie die meiner Mutter waeren. Ach, die Leute werden dich noch fuer verrueckt halten, das kann man doch nicht machen. Ob ich mal unseren Super hole, dass er mich durch den Keller laesst, und erst mal gucke, ob es vlt. doch in unserem Hinterhof ist? Ach, der denkt sicher, ich spinne. Lass es lieber.
Dabei weiss ich, dass das Katzenkind schon den ganzen Tag vom Regen durchtraenkt wird, und wahrscheinlich sterben wird. Heute abend denke ich, ach, inzwischen wird es schon so krank sein, da kannst du gleich noch beim Tierarzt ein paar Hundert Dollar hinblaettern. Alles Ausreden. Voller Ausreden. Und wenn du es nicht findest, bzw. es waehrend du nach ihm suchst, gerade eine seiner "stillen" Phasen hat, und du es nicht findest, jetzt im Dunkeln wirst du es erst recht nicht finden, bla bla bla, und die Nachbarn werden denken, du hast ne Schraube locker, bist so ne verrueckte "Cat Lady", oder machst Ausreden um bei denen aufs Grundstueck zu kommen (manche Leute hier sind so ein bisschen paranoid). Diese streunenden Katzen sind ja sowieso zum Tode verurteilt, und es gibt so viele, die kann man eh nicht alle retten, koennte sich ja auch jemand anderes drum kuemmern, die bloede Katzenmutter koennte sich ja auch mal kuemmern um ihr Baby, bla bla bla macht die Ausreden Machine in meinem Kopf weiter. Die hat schon immer gut funktioniert. Leider.
Jemand anderes - ein wertvollerer Mensch - wuerde die Welt aus den Angeln heben. Aber ich bin da wie meine Mutter. Marke "Dakannmanjadochnichtsmachen". Obwohl man es koennte. Wenn man denn wirklich wollte.
Ich weiss, dass ich ein Feigling bin. Ich fuehle mich total schlecht und habe ein voll schlechtes Gewissen.
So, das musste ich jetzt mal loswerden. Was ich damit bezwecken will, weiss ich eigentlich auch nicht. Scheisse. :(
Nachtrag Montag: Ich hoere das Katzenbaby nicht mehr. Ohgottogott :(( Ich stelle mir jetzt einfach mal vor, dass es sich doch noch irgendwie retten konnte bzw. dass die Mama es doch noch geholt hat. Alles andere stelle ich mir lieber nicht vor.:((( Habe heute Urlaub, mal sehen, ob sich da noch was tut. Sieht so aus, als wuerde es wieder zu regnen anfangen.
Schreibtischheldin speit Feuer. Jetzt mit Regenmotiv. Denn das Leben ist ein Traenenmeer. Mein Lebensmotto: ALSO DEN GANZEN TAG AM SCHREIBTISCH SITZEN, DAS KOENNTE ICH NICHT. DAFUER BIN ICH EIN VIEL ZU SENSIBLES, KREATIVES PFLAENZCHEN. DA WUERDE ICH EINGEHEN.
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Sunday, August 14, 2011
Wednesday, July 7, 2010
Es scheint sich zu erholen....


.... GOTTSEIDANK!
Auch wenn es keine tiefhaengenden Zweige mit Gluehwuermchen mehr geben wird. Mit den Gluehwuermchen ist im Juli sowieso generell Sense, obwohl man ab und zu noch zwei oder so zu Gesicht bekommt. (WER in diesen seelenlosen Gefilden wuerde das wissen, oder sich nur einen feuchten Scheissdreck darum scheren?)
Letzten Endes gewinnt die Natur immer. Beruhigender Gedanke, nein?
PS. Ihren Muell haben diese Arschloecher auch noch dazu geschmissen. Denen wuensche ich sonstwas an den Hals...
PPS. Die Zweige konnte ich vor ein paar Tagen noch von meinem fire-escape (deutsch??) aus anruehren. Jetzt nicht mehr. Aber wenigstens leben die verbleibenden Zweige. Und sind GRUEN... Das war vor ein paar Tagen noch wie ein allumfassender Sonnenschirm. Jetzt nicht mehr...
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Momente, wo mich die Menschheit noch mehr ankotzt, als sowieso schon
Gestern haben irgendwelche Handwerker im Nebenhaus irgend etwas schweres, rostig-metalliges vom Dach (oder aus einem hohen Fenster) geschmissen. Illegale. Immer diese Mexikaner, die einen, wenn man laengere Zeit in NYC verbringt, irgendwann ankotzen. Nicht urteilen, einfach mir glauben, dass ich weiss, wovon ich rede. Und dabei haben sie meinem kleinen Baeumchen da hinten raus, das ich schon jahrlang beobachte (habe irgendwann im Mai mal ein Bild reigestellt) drei grosse Zweige abgeschlagen. Es sieht jetzt auf einer Seite vollkommen nackt aus, kein schoener Schatten mehr, aber das nur nebenbei. Ich hoffe, dass es von der Verletzung nicht ganz eingeht, sondern sich wieder erholt.
Am Tag davor hatte ich noch gedacht, ich sollte mal wieder ein Bild von ihm machen, jetzt, wo es in voller Sommerpracht steht. War dann aber zu faul. Haette ich es doch getan!!!
Diese feigen Wuermer, diese UNTERMENSCHEN, wissen, dass sie damit davonkommen. Denn technisch steht das Baeumchen auf einem unbewohnten Grundstueck, direkt an der Grenze zwar, aber noch dort drauf um ein paar Zentimeter. Deshalb wissen sie, dass sich niemand beschweren wird. Schoenheit, Gruen, Natur, Entspannung. All diese Dinge gehen den hargesottenen Arbeiterklassen in NYC ab. Zu abgestumpft. Deshalb ist das auch jedem egal. Dass die Zweige sterbend in der Hitze auf dem Boden liegen, beruehrt ausser mir auch niemanden. Kann man genug Traenen weinen, damit sie noch ein Weilchen benetzt werden und weiterleben?
Nachtrag: Sorry, dass das letzte sich kitschig anhoert, aber das waren genau meine Gefuehle in dem Moment wo ich es geschrieben habe. Vollkommen ernst gemeint.
Nochmal Nachtrag: Vor zwei Jahren wurden irgendwelche Mexikaner - Tageloehner, illegal, von der Strasse aufgelesen - "eingestellt", um bei uns den Hinterhof von Unkraut zu befreien. Bei dieser Taetigkeit haben die den schoenen gruenen Ranken, die die rotbacksteinige Hauswand ganz hoch raufwachsen, die Wurzeln abgeschnitten. Obwohl die Ranken strenggenommen nicht zum Programm gehoerten, sondern nur das Unkraut auf dem Boden. Letzten Sommer sind sie dann halbwegs zurueckgewachsen. Diesen Sommer stehen sie wieder in voller Pracht. Mal gespannt, wie lange das anhaelt...
Am Tag davor hatte ich noch gedacht, ich sollte mal wieder ein Bild von ihm machen, jetzt, wo es in voller Sommerpracht steht. War dann aber zu faul. Haette ich es doch getan!!!
Diese feigen Wuermer, diese UNTERMENSCHEN, wissen, dass sie damit davonkommen. Denn technisch steht das Baeumchen auf einem unbewohnten Grundstueck, direkt an der Grenze zwar, aber noch dort drauf um ein paar Zentimeter. Deshalb wissen sie, dass sich niemand beschweren wird. Schoenheit, Gruen, Natur, Entspannung. All diese Dinge gehen den hargesottenen Arbeiterklassen in NYC ab. Zu abgestumpft. Deshalb ist das auch jedem egal. Dass die Zweige sterbend in der Hitze auf dem Boden liegen, beruehrt ausser mir auch niemanden. Kann man genug Traenen weinen, damit sie noch ein Weilchen benetzt werden und weiterleben?
Nachtrag: Sorry, dass das letzte sich kitschig anhoert, aber das waren genau meine Gefuehle in dem Moment wo ich es geschrieben habe. Vollkommen ernst gemeint.
Nochmal Nachtrag: Vor zwei Jahren wurden irgendwelche Mexikaner - Tageloehner, illegal, von der Strasse aufgelesen - "eingestellt", um bei uns den Hinterhof von Unkraut zu befreien. Bei dieser Taetigkeit haben die den schoenen gruenen Ranken, die die rotbacksteinige Hauswand ganz hoch raufwachsen, die Wurzeln abgeschnitten. Obwohl die Ranken strenggenommen nicht zum Programm gehoerten, sondern nur das Unkraut auf dem Boden. Letzten Sommer sind sie dann halbwegs zurueckgewachsen. Diesen Sommer stehen sie wieder in voller Pracht. Mal gespannt, wie lange das anhaelt...
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