Edit: Bild entfernt
Mir ist aufgefallen, dass es schon lange nicht mehr vorgekommen ist, dass mich Touristen nach dem Weg fragen. Offenbar mache ich irgendetwas richtig.^^
Es ist ja eine bekannte Weisheit (nicht nur auf Touristen in NYC begrenzt), dass man wenn man sich verirrt hat, ganz gezielt entscheiden soll, was fuer eine Person man nach dem Weg fragt. An erster Stelle wird ja bekannterweise empfohlen: Eine Mutter mit Kindern: Unbedrohlichkeitsgrad Nummer Eins. Gleich danach auf der Harmlosigkeits-Skala kommt *trommelwirbel* eine MITTELALTERLICH AUSSEHNDE FRAU. Ebenfalls vollkommen risikofrei in der Regel. Also die sicherste Auswahl falls gerade keine Mutti Mit Kleinen Kindern zur Hand ist.
Ich habe festgestellt, dass diese Weisheiten der Allgemeinheit nicht nur bekannt sind, sondern dass sich besagte Allgemeinheit auch gehorsam an sie haelt. So kommt es, dass ich in meiner fetten Phase staendig Anfragen von verwirrten Touristen bekam, wo es denn nach X oder Y ginge. Und es ist ja auch kein Wunder: Ich hatte Muttchen praktisch auf die Stirn geschrieben: Fett, mittelalterlich, voller Ausstrahlung. Zusammenfassend: Harmlos und hilfsbereit. Mit meiner Gewichtsabnahme nahm auch die Anzahl der Anfragen proportionell ab. Huch, da staune ich jetzt.^^
Nun bin ich irgendwann dazu uebergegangen, immer bei Tageslicht meine Sonnenbrille zu tragen, egal ob die Sonne scheint oder nicht. Der urspruengliche Grund war, Augenfalten zu vermeiden, denn wenn es hell ist, zwinkert man immer unwillkuerlich. Irgendwann im letzen Jahr haben die Wegweiser-Anfragen vollkommen aufgehoert. Wer will sich schon in die Gnade so einer duerren Zicke unbestimmbaren Alters mit muerrischem Gesichtsausdruck den man erkennt obwohl sie IHRE AUGEN VERSTECKT, begeben? Die sieht irgendwie unfreundlich und unhilfsbereit aus. Wer weiss, wo die einen noch hinschickt. Wenn sie einen nicht sofort auf der Stelle ermordet.^^
Tja, durch dieses Feedback-durch-Unterlassung bekomme ich immer wieder bestaetigt, dass ich absolut nicht mehr mittelalterlich, harmlos, und muttchenhaft aussehe. Das beste Mass fuer so was sind naemlich Touristen. Heute werde ich vielmehr als potentiell gefaehrlich eingestuft, oder zumindest als nicht besonders vertauenswuerdig. Ich sehe gerade abweisend genug aus, um meine Ruhe zu haben. Und das tut gut. Ausserdem habe ich meine Koerpersprache leicht geaendert. Wenn ich irgendwelche verwirrt und mit Stadtplan herumstehen sehe, wende ich die bekannte Weg-Weg Strategie an (angelehnt an die Win-Win Strategie)^^: Erst SCHAUE ich weg (wenn du Augenkontakt zulaesst, hast du schon verloren), dann RENNE ich weg (habe es schrecklich eilig). Frueher habe ich manchmal zu lange gezoegert, und mich innerlich ueber die bloeden Touristen lustig gemacht. Der daraus resultierende Gesichtsausdruck wurde dann oft als Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft fehlinterpretiert. Die mittelalterliche Figur tat noch das Ihrige. Arme Saeue. Denn selbst in muttchenhaftem Zustand habe ich Touristen gerne in die Pampa geschickt. Man hilft ja gerne.^^ Das kommt halt davon, wenn man mich nach Aeusserlichkeiten in eine Kategorie steckt.
Nachtrag: Was sagt es eigentlich ueber meinen Charakter aus, dass ich auf solche Sachen auch noch stolz bin? :)
Schreibtischheldin speit Feuer. Jetzt mit Regenmotiv. Denn das Leben ist ein Traenenmeer. Mein Lebensmotto: ALSO DEN GANZEN TAG AM SCHREIBTISCH SITZEN, DAS KOENNTE ICH NICHT. DAFUER BIN ICH EIN VIEL ZU SENSIBLES, KREATIVES PFLAENZCHEN. DA WUERDE ICH EINGEHEN.
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Saturday, October 24, 2009
Wednesday, September 30, 2009
RUHE!!!!!!!!!!!!
Obwohl es mir weh tut, dass die schoene Jahreszeit jetzt ganz ernsthaft von dannen zieht, kann ich es andererseits NICHT ERWARTEN, DASS ES KALT WIRD. Denn dann ist hier RUHE! Kein Gelaber vor meinem Fenster jeden Morgen. Keine Nachbarn, die ihr ganzes Leben auf der Haustreppe und dem Gehsteig leben. Nur.... GOLDENE..... Ruhe.
Jetzt kann man wenigstens schon das Fenster geschlossen lassen, weil es kuehl genug dafuer ist. Aber ein gedaempftes Gebrummel hoert man immer noch. Menno, nervt das. Jede Art Laerm kann ich ertragen. Mir macht Hundegebell nichts aus, Autoalarme, Verkehrsgeraeusche, Kindergebruell, sogar laute Musik. All die Sachen, die die meisten Menschen als Laermbelaestigung empfinden wuerden (na ja, viele von ihnen) machen mir nichts aus. Manche habe ich sogar gerne, weil ich sie mit angenehmen Erinnerungen verbinde (Hundegebell).
Aber staendiges QUATSCHEN, Menschen, die nicht einfach mal die Klappe halten koennen, die jeden Gedanken an die Oeffentlichkeit tragen und so sozial sind, dass sie jedes Fitzelchen ihres armseligen Lebens miteinander austauschen muessen.... dieses staendige Gebrummel von Stimmen vor meinem Fenster, das den ganzen Fruehling, Sommer, und Herbst geht, KANN ICH NICHT ERTRAGEN!!! Das ist noch schlimmer, als das ganz laute Gequatsche, denn wenn leise und ernst geredet wird, denkt man gleich, es ist irgendwas, was einen auch betreffen koennte, z. B. mit dem Haus. Aus der Sache halte ich mich in letzter Zeit bewusst heraus, weil ich es nicht mehr abkann, aber andererseits habe ich natuerlich jetzt auch Angst, dass mir etwas entgeht.... BZW, dass ich irgendein Stichwort aus dem Zusammenhang gerissen aufschnappe, und sich damit sofort mein Gedankenkarusell in Bewegung setzt, was denn DAS nun schon wieder bedeuten koennte. Nachfragen - so ganz beilaeufig den Smalltalk darauf lenken - mag ich nicht, denn dann werde ich sofort wieder in die Verantwortung gezogen werden (Du, organisier mal ein Mietertreffen, du, mach ein Schild fuer den naechsten Termin vom Treffen mit der neuen Anwaeltin, Du, Du, Du, mach, mach, mach..... bla bla blaaaaaaaaaaaaaaaaaaa). Diese Verantwortung habe ich im Fruehling dieses Jahres elegant auf einen alten Mann im Haus abgewaelzt. Ich will nichts wissen, ich will nichts hoeren. Ich will meinen Kopf in den Sand stecken. Ich will meine Ruhe, meinen Seelenfrieden. Wenn was wirklich Wichtiges passiert, werde ich es schon mitbekommen. Bis dahin moechte ich bitte nicht an diese Schwebe-Situation erinnert werden.
Auf dem Buero kann ich den ganzen Tag Dummquatschern nicht entrinnen. Und im Sommer kann ich es zu Hause auch nicht. Jedenfalls nicht, wenn ich an meinem Computer sitzen, und nicht in ein anderes Zimmer fluechten will.
Jetzt kann man wenigstens schon das Fenster geschlossen lassen, weil es kuehl genug dafuer ist. Aber ein gedaempftes Gebrummel hoert man immer noch. Menno, nervt das. Jede Art Laerm kann ich ertragen. Mir macht Hundegebell nichts aus, Autoalarme, Verkehrsgeraeusche, Kindergebruell, sogar laute Musik. All die Sachen, die die meisten Menschen als Laermbelaestigung empfinden wuerden (na ja, viele von ihnen) machen mir nichts aus. Manche habe ich sogar gerne, weil ich sie mit angenehmen Erinnerungen verbinde (Hundegebell).
Aber staendiges QUATSCHEN, Menschen, die nicht einfach mal die Klappe halten koennen, die jeden Gedanken an die Oeffentlichkeit tragen und so sozial sind, dass sie jedes Fitzelchen ihres armseligen Lebens miteinander austauschen muessen.... dieses staendige Gebrummel von Stimmen vor meinem Fenster, das den ganzen Fruehling, Sommer, und Herbst geht, KANN ICH NICHT ERTRAGEN!!! Das ist noch schlimmer, als das ganz laute Gequatsche, denn wenn leise und ernst geredet wird, denkt man gleich, es ist irgendwas, was einen auch betreffen koennte, z. B. mit dem Haus. Aus der Sache halte ich mich in letzter Zeit bewusst heraus, weil ich es nicht mehr abkann, aber andererseits habe ich natuerlich jetzt auch Angst, dass mir etwas entgeht.... BZW, dass ich irgendein Stichwort aus dem Zusammenhang gerissen aufschnappe, und sich damit sofort mein Gedankenkarusell in Bewegung setzt, was denn DAS nun schon wieder bedeuten koennte. Nachfragen - so ganz beilaeufig den Smalltalk darauf lenken - mag ich nicht, denn dann werde ich sofort wieder in die Verantwortung gezogen werden (Du, organisier mal ein Mietertreffen, du, mach ein Schild fuer den naechsten Termin vom Treffen mit der neuen Anwaeltin, Du, Du, Du, mach, mach, mach..... bla bla blaaaaaaaaaaaaaaaaaaa). Diese Verantwortung habe ich im Fruehling dieses Jahres elegant auf einen alten Mann im Haus abgewaelzt. Ich will nichts wissen, ich will nichts hoeren. Ich will meinen Kopf in den Sand stecken. Ich will meine Ruhe, meinen Seelenfrieden. Wenn was wirklich Wichtiges passiert, werde ich es schon mitbekommen. Bis dahin moechte ich bitte nicht an diese Schwebe-Situation erinnert werden.
Auf dem Buero kann ich den ganzen Tag Dummquatschern nicht entrinnen. Und im Sommer kann ich es zu Hause auch nicht. Jedenfalls nicht, wenn ich an meinem Computer sitzen, und nicht in ein anderes Zimmer fluechten will.
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